Kolummne, Deutschland

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die Risikoaversion an den Märkten ist gestiegen.

08.10.2018 - 10:02:24

Börse Frankfurt-News: Wochenausblick: Unruhige Woche erwartet. Es gibt einfach zu viele Unsicherheitsfaktoren. Und dann ziehen auch noch die Zinsen an.

8. Oktober 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der mittlerweile nicht mehr zu übersehende Zinsanstieg setzt den Aktienmärkten zu. In den USA ist die Rendite für zehnjährige Treasuries zuletzt auf in der Spitze 3,227 Prozent geklettert - das ist der höchste Stand seit sieben Jahren. Höhere Zinsen machen Anleihen attraktiver gegenüber den risikoreicheren Aktien.

Der DAX rutschte am Freitag auf 12.111 Punkte ab, auf Wochensicht ergab sich damit ein Minus von 1,1 Prozent. Am Montagmorgen sind es nur noch knapp 12.050 Zähler. Der Dow Jones kam im Wochenvergleich auf ein leichtes Minus von 0,04 Prozent, hatte am Dienstag aber noch ein neues Allzeithoch erreicht. Empfindliche Einbußen verzeichnete hingegen der Nasdaq 100 mit minus 3 Prozent.

Schwere Bürde für den DAX

"Der DAX gerät in unruhiges Fahrwasser", kommentiert Christian Schmidt von der Helaba. Auch die neue Woche beginnt mit schlechten Nachrichten: einem Kursrutsch in China. Offenbar verschreckt die Furcht vor einer Eskalation des Handelskonflikts zwischen China und den USA die Anleger.

Der Handelsstreit bleibt auch hierzulande ein Belastungsfaktor, dazu kommen Sorgen um die Haushaltspläne der italienischen Regierung, die griechischen Banken, den immer noch unklaren Brexit-Fahrplan und die Lage in einigen Emerging Markets. In Brasilien ist der Rechtspopulist Jair Bolsonaro als großer Gewinner aus dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahlen am Wochenende hervorgegangen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Italien. "Ab Mitte der Woche wird das Parlament in Rom den Entwurf der Populisten-Regierung diskutieren und entscheiden, welcher Plan bis zum Montag der kommenden Woche Brüssel zur Prüfung übergeben wird", erklärt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck.

Optimismus bezüglich US-Quartalsberichten

In den USA startet am Freitag die Berichtssaison über das dritte Quartal, den Anfang machen die Banken JP Morgan, Wells Fargo und Citigroup. "Die Amerikaner dürften Positives zu berichten haben, denn die US-Wirtschaft läuft derzeit bekanntlich rund", meint Chris-Oliver Schickentanz, Chefanlagestratege der Commerzbank. In Europa lägen nach einigen Gewinnwarnungen der letzten Wochen die Erwartungen nicht mehr so hoch, das könne zum Positivfaktor werden. "Zu beachten ist, dass für den Berichtszeitraum der schwächere Euro zum ersten Mal seit einem Jahr Rückenwind gibt."

Turbulenter Oktober

Laut Christoph Geyer von der Commerzbank ist das Abwärtspotenzial bei DAX und Dow Jones nicht zu verleugnen. "Die abgelaufene Woche hat den internationalen Märkten mehr oder weniger eine Verschlechterung der technischen Situation gebracht", erklärt der Charttechniker. "Damit dürfte der Oktober turbulenter werden, als dies von der Zyklik her zu erwarten war." Der DAX sei an der Trendkanalbegrenzung gescheitert und habe die Gunst der Stunde nicht nutzen können, um das Top von Ende August zu überwinden. Die Verkaufssignale der Indikatoren entfalteten ihre volle Wirkung. "Mit der jüngsten Entwicklung hat sich weiteres Abwärtspotenzial bis zunächst in den Bereich des März-Tiefs und anschließend bis an die untere Trendkanalbegrenzung eröffnet."

Auch Christian Schmidt zufolge hat der Rücksetzer vom Freitag deutlich erkennbare Spuren im DAX-Chartbild hinterlassen. "Bemerkenswert ist vor allen, dass die für den tertiären Trend relevante 21-Tage-Linie bei 12.194 Punkten einen Tag nach dem Ende eines Preis- und Zeitzyklus unterschritten wurde." Damit drohe der Aufwärtstrend auf der kurzen Zeitebene ebenfalls negativ zu werden, der mittel- und langfristige Trend zeigten bereits seit geraumer Zeit nach unten. "Auch hatte sich bereits die strukturelle Konstellation, sowohl beim Index als auch bei den Einzelwerten, deutlich eingetrübt."

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 8. Oktober

8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion August.

Dienstag, 9. Oktober

Börsengang des Möbelhändlers Westwing

Donnerstag, 11. Oktober

14.30 Uhr. USA: Inflation September. Die Jahresteuerung der US-Verbraucherpreise dürfte im September erneut gesunken sein, meint die DekaBank. Hauptverantwortlich hierfür seien die Energiepreise, deren Jahresteuerung nach über 10 Prozent in den vergangenen vier Monaten nun nur noch bei knapp 5 Prozent lag. Für die Kernrate ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise rechnen die Analysten mit einem leichten Anstieg von 2,2 auf 2,3 Prozent.

Freitag, 12. Oktober

Börsengang des Bremsenkonzerns Knorr-Bremse

11.00 Uhr. Eurozone: Industrieproduktion August. Die Konsensschätzungen liegen bei 0,5 Prozent nach -0,8 Prozent im Vormonat.

8. Oktober 2018, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de

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