Kolummne, Deutschland

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die Kriegsrhetorik aus dem Weißen Haus bringt die Anleihemärkte nicht aus der Ruhe, der Euro-Bund-Future hält sich in stabiler Seitenlage.

13.04.2018 - 15:16:23

Börse Frankfurt-News: Anleger bleiben gelassen

13. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Kriegsrhetorik der US-Regierung samt anschließender verbaler Relativierung eines möglichen militärischen Angriffs in Syrien dominieren dieser Tage die Medien. Im Rentenhandel machen sich auf Wochensicht dennoch kaum Veränderungen bemerkbar. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future notiert nach wie vor um 159 Prozent. Das entspricht einer Rendite von rund 0,5 Prozent. Inwieweit sich die künftigen Schlagzeilen zu Handelsbeschränkungen, Strafzöllen, Brexit und Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks auf das hiesige Rentenbarometer auswirken werden, ist offen. Klaus Stopp von der Baader Bank erwartet tendenziell eine Rückkehr zur Vernunft bei Politikern. In dem Fall würden auch die Kurse des Euro-Bund-Future eher den Rückwärtsgang einlegen.

Kurse werden nachgeben

Auf die Frage, wie sich Anleger auf mittlere Sicht positionieren sollen, stellt sich für Gertrud Traud bei Renten angesichts der steigenden Inflation zunehmend die Bewertungsfrage. "Dass sich Investoren mit nachhaltigen realen Vermögenseinbußen abfinden, ist nicht sehr wahrscheinlich", urteilt die Analystin der Helaba in ihrem jüngsten Update von "Märkte und Trends 2018". Für das laufende Jahr sieht Traud einen Anstieg der Renditen für zehnjährige Bundesanleihen auf 1,0 Prozent. Gleichzeitig kämen vergleichbare US-Treasuries voraussichtlich auf 3,0 Prozent. "Es drohen also Kursverluste."

Zinsen steigen

Für die Geldpolitik in den Vereinigten Staaten habe sich mit den jüngsten Entwicklungen ein großes Fragezeichen aufgebaut. Ein transatlantischer Handelskrieg könne durchaus die eigene Wirtschaft abwürgen und die Wirkung von Trumps Steuerreform eindämmen. In dem Fall werde die Federal Reserve ihre bisherige Strategie anpassen müssen. "Zumindest eine Verlangsamung des angedeuteten Zinserhöhungskurses kann nicht mehr ausgeschlossen werden", schätzt Traud.

Noch ist es allerdings nicht so weit. Laut jüngstem Protokoll des US-Offenmarktausschuss setzt die Notenbank ihren geldpolitischen Normalisierungskurs zunächst fort und plant bis Ende 2018 eine Anhebung des Leitzinses auf ein Band zwischen 2 bis 2,25 Prozent sowie eine Verringerung der Wertpapierbestände um rund 10 Prozent.

Europäische Zentralbank ohne Eile

Hierzulande halten sich die Währungshüter nach wie vor zurück. Im gestern veröffentlichten Protokoll der EZB-Sitzung vom März wurde der potenzielle Bremseffekt der Euro-Aufwertung auf die Teuerungsrate thematisiert, wie die HSBC anmerkt. Dadurch könne die mittelfristige Erreichung des Inflationsziels von 2 Prozent erschwert werden. Auch deshalb erwartet die britische Großbank eine Fortsetzung der Anleihen-Käufe im vierten Quartal 2018, wenngleich in einem geringeren Umfang von 10 Milliarden Euro monatlich.

Mit der Leitzinswende im Euroraum rechnet die Helaba erst im kommenden Jahr. Im Frühjahr werde vermutlich zunächst der Einlagensatz von -0,4 auf -0,2 Prozent zurückführt und danach der Hauptrefinanzierungssatz von Null auf 0,25 Prozent angehoben.

Investoren spekulieren auf vorzeitige Rückzahlung

Im Handel mit Unternehmensanleihen verbucht Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank rege Nachfrage nach einer bis Mai 2024 laufenden Anleihe von Hella (WKN A19HBR) mit einem Kupon von 1 Prozent. Ebenso käme eine Merck-Anleihe (WKN A13R96) bei Investoren gut an. "Bei beiden überwiegen die Käufe."

Das rege Interesse an einer mit jährlich 0,7 Prozent verzinsten Anleihe der niederländischen Ing Group (WKN A0BDDF) sieht Daniel im Zusammenhang mit Spekulationen über eine vorzeitige Kündigung. "In dem Fall würde die Anleihe am 30.Juni 2018 zu 100 Prozent zurückgezahlt." Aktuell notiert der Wert knapp unter 92 Prozent. Auch der Zuspruch für einen Bond der Caisse Federale du Credit Mutuel (WKN A0DFNS) könnte dem Händler zufolge in Verbindung mit einer möglichen Ausübung eines Kündigungsrechts zum 18. Mai stehen. Aktuell kostet die Anleihe um 93 Prozent.

Autobauer zapfen Kapitalmarkt an

Bei der Emission von neuen Papieren stehen Automobilkonzerne in dieser Woche in der ersten Reihe. Eine dreijährige, 500 Millionen Euro schwere Anleihe von Volkswagen (WKN A2LQJ0) kommt mit einem jährlichen Kupon von 0,375 Prozent. Für einen fünfjährigen Bond (WKN A2LQJ1) im Volumen von 750 Millionen Euro zahlt VW seinen Anlegern jährlich 0,875 Prozent Zinsen. Beide werden in Einheiten von 1.000 Euro gehandelt. "Die Umsätze halten sich bislang noch in Grenzen", berichtet Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank.

Vier Neuemissionen von BMW

Auch die Bayrischen Motorenwerke waren in dieser Woche besonders aktiv und refinanzierten mittels vier Emissionen in Einheiten von 2.000 US-Dollar insgesamt 3,5 Milliarden US-Dollar über den Kapitalmarkt. Für eine zehnjährige Anleihe (WKN A19Y5R) zahlen die Münchner jährlich 3,75 Prozent Zinsen. Zwei dreijährige Bonds mit Fälligkeiten im April 2021 sind mit Kupons von 3,1 (WKN A19Y5M) und 2,749 Prozent (WKN A19Y51) ausgestattet. Ein fünfjähriges Papier bringt 3,45 Prozent (WKN A19Y5P) im Jahr.

Von: Iris Merker

13. April 2018, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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