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Kolummne, Deutschland

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Der bis August währende Aufwärtstrend am deutschen Aktienmarkt scheint beendet, Orientierungslosigkeit hat sich breit gemacht.

11.10.2021 - 10:33:26

Börse Frankfurt-News: Winterdepression nach Herbstmüdigkeit?. Nur kurzes Luft-holen vor dem weiteren Anstieg? Da sind sich Analysten nicht so einig.

11. Oktober 2021. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach einer nervenaufreibenden Woche mit Kursrücksetzern beim DAX bis auf unter 14.900 Punkte und einem Wiederanstieg über 15.200 hoffen Börsianer nun auf ruhigere Zeiten. Verschwunden sind die Störfaktoren allerdings nicht: Immer größer werdende Lieferengpässe, ein weiter steigender Ölpreis verbunden mit Inflationssorgen, die anstehende geldpolitische Wende, Chinas Immobilienkrise und eine Quartalsberichtssaison mit voraussichtlich verhalteneren Ausblicken sind nur einige von ihnen.

"Bei Anlegern macht sich derzeit so etwas wie Herbstmüdigkeit breit", kommentiert Ulf Krauss von der Helaba. "Es bleibt zu hoffen, dass angesichts der geld- und fiskalpolitischen Risiken die Stimmung an den Kapitalmärkten nicht in einer Winterdepression mündet." Am Montagmorgen steht der DAX bei 15.148 Punkten nach 15.211 zu Handelsschluss am Freitag leicht im Minus.

"Keine Trendumkehr für Unternehmen"

Nach Einschätzung der DekaBank haben sich die Engpässe bei den Vorprodukten wohl bremsend auf die Unternehmenszahlen für das dritte Quartalszahlen ausgewirkt und würden auch die Ausblicke dämpfen. Die Analysten machen aber Mut: "Durch die Engpasssituation findet keine Trendumkehr in der Geschäftstätigkeit statt, es handelt sich vielmehr um eine zeitliche Verschiebung in das Jahr 2022 hinein." Die Gewinnperspektiven für 2022 seien stabil aufwärtsgerichtet, der fundamentale Pfeiler für die Aktienmarktbewegung bleibe "intakt und tragend". "Kurzfristige Stimmungsstörungen können somit gut aufgefangen werden."

Charttechnik: DAX weiter unter Druck

"Der deutsche Leitindex ist weiter in seiner kurzfristigen Spanne zwischen 15.233 bis 14.980 Punkten eingepfercht", erläutert Charttechniker Martin Utschneider von Donner & Reuschel. Summa summarum bleibe der DAX auch am heutigen Montag tendenziell weiter unter Druck. "Ein nachhaltiges Unterhandeln der 14.980 Punkte-Marke würde auch den langfristigen Trend beschädigen."

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Dienstag, 12. Oktober

11.00 Uhr. Deutschland: ZEW Konjunkturerwartungen Oktober. Die Konjunkturindikatoren enttäuschen mittlerweile mehrheitlich, wie die DekaBank bemerkt. Während die ZEW-Konjunkturerwartungen schon seit Längerem im Abwärtstrend seien, werde wohl nun auch die Lageeinschätzung sinken.

Mittwoch, 13. Oktober

14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise September. Wegen der weit verbreiteten Produktionsengpässe dürften die US-Verbraucherpreise auch im September deutlich gestiegen sein, meint die Commerzbank. Sie erwartet einen Anstieg der Verbraucherpreise um 0,4 Prozent gegenüber August und 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Deutlich sinken werde die Inflation wohl erst 2022, wenn die Engpässe nach und nach beseitigt werden dürften.

20.00 Uhr. USA: Protokoll der US-Notenbanksitzung vom 21./22. September.

Freitag, 15. Oktober

14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsatz September. Schwache Autoverkäufe belasten nach Einschätzung der DekaBank, sie rechnet nur noch mit einem kleinen Plus von 0,5 Prozent nach 0,7 Prozent im Vormonat.

von: Anna-Maria Borse

11. Oktober 2021, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de

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