AKTIE, FOKUS

AKTIE IM FOKUS 2/ Bayer gefragt: Asundexian-Daten untermauern Wachstumshoffnungen

06.02.2026 - 15:05:18 | dpa.de

FRANKFURT - Detaillierte Studienergebnisse von Bayer DE000BAY0017 zum Medikamentenkandidaten Asundexian machen Anlegern Hoffnung auf gute Geschäfte mit dem Blutgerinnungshemmer.

(neu: Kursentwicklung, Analyst von Bank of America)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Detaillierte Studienergebnisse von Bayer DE000BAY0017 zum Medikamentenkandidaten Asundexian machen Anlegern Hoffnung auf gute Geschäfte mit dem Blutgerinnungshemmer. Analysten äußerten sich positiv zur Wirksamkeit und Sicherheit des Medikaments zur Vorbeugung eines zweiten Schlaganfalls.

Der Aktienkurs des Dax-Konzerns DE0008469008 näherte sich am Freitag mit einem Kursplus von zuletzt noch 1,8 Prozent auf 45,61 Euro dem gegen Ende Januar erreichten höchsten Stand seit Herbst 2023. Damit zählten sie zu den besten Werten im Dax. Seit dem Mehrjahrestief im Frühjahr 2025 summieren sich die Kursgewinne nun wieder auf fast 150 Prozent, wenngleich das fast elf Jahre alte Rekordhoch über 146 Euro in weiter Ferne bleibt.

Die Perspektiven für den Pharma- und Agrarchemiekonzern hatten sich zuletzt deutlich aufgehellt. Bei den Bemühungen um eine Lösung der US-Rechtsstreitigkeiten rund um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter machte Bayer Fortschritte. Die Leverkusener können mittlerweile auf ein für sie positives Grundsatzurteil des obersten US-Gerichts, des US Supreme Court hoffen.

Gleichzeitig scheinen die Sorgen vieler Investoren über eine Patentklippe im Pharmageschäft wie weggewischt. Die Bedenken schwanden zuletzt deutlich, dass neue Medikamente wegbrechende Erlöse der Kassenschlager Xarelto und Eylea wegen wegfallenden Patentschutzes für den Blutgerinnungshemmer und das Augenmedikament nicht auffangen können. Die lange Zeit angenommene Patentklippe erscheine mittlerweile nur noch wie eine kleinere Unebenheit auf eine Straße, hatten die Analysten Christian Faitz und David Evans von Kepler Cheuvreux erst im Januar dazu geschrieben.

So sieht Bayer die Pharmasparte wegen des Erfolgs noch junger Medikamente und geplanter Verkaufsstarts neuer Arzneien wieder auf Wachstumskurs. "Wir haben jetzt fünf große Blockbuster-Kandidaten", hatte der Chef der Pharmasparte Stefan Oelrich Anfang des Jahres im Zuge der JPMorgan Healthcare Conference in San Francisco im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX gesagt. In den kommenden Jahren bis in die 2030er Jahre hinein erwartet der Manager auch daher "extrem gutes" Wachstum.

Untermauert wird dies nun durch die Asundexian-Daten. Bereits im Herbst hatten erste Resultate der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie Anleger und Analysten überzeugt. Als für das Verkaufspotenzial entscheidend verwiesen Experten aber auf die nun veröffentlichten detaillierten Daten.

Die Studie ergab laut der am Donnerstagabend veröffentlichten Daten eine Reduzierung der Anzahl von wiederkehrenden Schlaganfällen um gut ein Viertel.

JPMorgan-Analyst Vosser rechnete bisher mit einem Jahresspitzenumsatz von 1,4 Milliarden Euro nach 2035 sowie mit Erlösen von rund 100 Millionen Euro im Jahr 2028. Angesichts der Daten sieht er aber Luft nach oben, sowohl bei den anfänglichen Erlösen als auch beim Spitzenumsatz. Allerdings hänge das Umsatzpotenzial auch vom Abschneiden der Konkurrenz ab. So stünden für den Wirkstoff Milvexian wichtige Studienergebnisse seitens Johnson & Johnson US4781601046 und Bristol Myers Squibb US1101221083 Ende 2026 sowie Anfang 2027 an.

Auch Matthew Weston von der schweizerischen Großbank UBS äußerte sich optimistisch. Sowohl die Wirksamkeit als auch das Sicherheitsprofil des Gerinnungshemmers habe auf der Internationalen Schlaganfall-Konferenz für Applaus gesorgt, schrieb Weston in einer ersten Einschätzung. Der Präventionserfolg bei ischämischem Schlaganfall (Hirninfarkt) sei bedeutend. In der Schlaganfall-Prävention taxiert Weston das Marktpotenzial von Asundexian aktuell auf einen Jahresspitzenumsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar (knapp 1,3 Mrd Euro) bei einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent.

Sachin Jain von der Bank of America ist noch deutlich zuversichtlicher und hält langfristig sogar einen Jahresumsatz von 3 Milliarden Euro für denkbar.

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