FRAPORT AG, DE0005773303

FRANKFURT - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet trotz der Engpässe im Passagierverkehr für 2022 mit mehr Fluggästen als bislang.

09.08.2022 - 10:51:29

Fraport erwartet 2022 mehr Passagiere - Aktie an MDax-Spitze. Statt 39 bis 46 Millionen würden in Frankfurt in diesem Jahr 45 bis 50 Millionen Passagiere erwartet, teilte das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mit. Das Rekordniveau von mehr als 70 Millionen Fluggästen aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 ist damit aber immer noch ein ganzes Stück entfernt. Unterdessen schrieb Fraport sein verbliebenes Engagement am russischen Flughafen in St. Petersburg auf null ab. Dadurch könnte der Überschuss in diesem Jahr auf null zusammenschmelzen.

auf die Passagierzahlen, so dass nach vorläufigen Angaben nur 72,5 Prozent des Vorkrisenwertes erreicht wurden.

Bei der Fracht registrierte Fraport für Frankfurt im ersten Halbjahr einen Rückgang um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hier wirken sich der gesperrte Luftraum über Russland sowie die Null-Covid-Strategie in China negativ aus.

Zwei Sondereffekte beeinflussen nun die Gewinnerwartungen. So soll der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dank des Verkaufs der Anteile am chinesischen Flughafen Xi'an jetzt 850 bis 970 Millionen Euro erreichen. Bisher hatte der Vorstand hier 760 bis 880 Millionen erwartet.

Zugleich hat der Konzern aber sein Engagement am Flughafen in St. Petersburg wegen der Sanktionen gegen Russland vollständig abgeschrieben. Deshalb werde unter dem Strich der Konzerngewinn statt der bisher angepeilten 50 bis 150 Millionen lediglich null bis 100 Millionen Euro erreichen, hieß es.

Buchhalterisch gibt Fraport damit seine Darlehensforderung in Höhe von 163,3 Millionen Euro gegenüber der Gesellschaft Thalita Trading Ltd verloren, die die Beteiligung an der Betreibergesellschaft des Flughafens in St. Petersburg hält. Die Wertberichtigung sei aber nicht mit einem Anteilsverkauf zu verwechseln, erklärte Schulte. "Wir halten an unseren Ansprüchen vollumfänglich fest. Vertraglich ist ein Verkauf weiterhin bis 2025 ausgeschlossen."

Im zweiten Quartal steigerte Fraport seinen Umsatz im Vergleich zum pandemiegeprägten Vorjahreszeitraum überraschend stark um 90 Prozent auf 809 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) legte um 14 Prozent auf knapp 338 Millionen Euro zu und fiel damit höher aus als von Analysten im Schnitt erwartet. Der auf die Aktionäre entfallende Überschuss ging jedoch infolge der Russland-Abschreibung um mehr als 30 Prozent auf gut 59 Millionen Euro zurück. Mit Blick auf das erste Halbjahr steht hier sogar ein Verlust von rund 49 Millionen Euro zu Buche.

@ dpa.de