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FRANKFURT - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat trotz des Chaos-Sommers in der Luftfahrt überraschend gut verdient.

07.11.2018 - 14:12:42

Fraport verdient im Chaos-Sommer überraschend gut - Aktie legt zu. Dank stark gestiegener Passagierzahlen legten Umsatz und Gewinn im dritten Quartal kräftig zu. Für 2018 sieht Fraport-Chef Stefan Schulte den Konzern auf Kurs zu seinen Jahreszielen. An Deutschlands größtem Airport soll die Zahl der Fluggäste um rund sieben Prozent auf gut 69 Millionen zulegen. Für die ersten zehn Monate steht bereits ein Plus von acht Prozent zu Buche, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

FRANKFURT - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat trotz des Chaos-Sommers in der Luftfahrt überraschend gut verdient. Dank stark gestiegener Passagierzahlen legten Umsatz und Gewinn im dritten Quartal kräftig zu. Allerdings gingen die Einzelhandelsumsätze in den Terminals zurück. Für das laufende Jahr sieht Fraport-Chef Stefan Schulte den Konzern auf Kurs zu seinen Jahreszielen. An Deutschlands größtem Airport rechnet er weiterhin mit mehr als 69 Millionen Fluggästen. Für die ersten zehn Monate steht bereits ein Plus von acht Prozent zu Buche.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an. Die Fraport-Aktie gewann am Morgen zeitweise mehr als 5 Prozent an Wert. Am frühen Nachmittag lag sie zwar nur noch mit 1,77 Prozent im Plus bei 69,10 Euro, gehörte damit aber immer noch zu den besseren Werten im MDax . Der Konzern hatte im Sommer die Erwartungen von Analysten übertroffen.

Die Zuwächse standen in Kontrast zu den massenhaften Verspätungen und Flugausfällen in Deutschland und Europa, die in den vergangenen Monaten mehrere Airline-Pleiten nach sich zogen und sogar die Bundesregierung auf den Plan riefen. Engpässe bei Fluglotsen und an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen hatten die ohnehin vorhandenen Betriebsprobleme bei Airlines ein Jahr nach der Pleite von Air Berlin noch verschärft.

Schulte kündigte für den kommenden Sommer Verbesserungen bei den Abläufen am Flughafen an, machte aber auch auf Probleme aufmerksam. "Bei den Sicherheitskontrollen geht es aus unserer Sicht viel zu langsam voran", sagte er. So hätten sich die Parlamentarier in Berlin immer noch nicht auf Gutachter geeinigt, die eine mögliche Übernahme vieler Aufgaben der Bundespolizei durch die Flughafenbetreiber untersuchen sollen. "Das ist schon frustrierend, das ist vielleicht Deutschland", sagte Schulte mit Blick auf bessere Abläufe an anderen Flughäfen. "Wir wissen alle, woran es liegt. Wir müssen es nur umsetzen."

Er dankte aber der Bundespolizei dafür, ab dem Herbst im Abflugbereich A neue Abläufe bei den Passagierkontrollen erproben zu können. Die Flugverspätungen seien hingegen vor allem ein Thema der Flugsicherungen. Diese müssten für den oberen Luftraum mehr Technik und Lotsen bereitstellen, die Airlines müssten mehr Jets und Personal einsetzen. Auch Fraport werde mehr Mitarbeiter einstellen.

Am Frankfurter Flughafen werden die zusätzlichen Kontrolllinien für Passagiere am Terminal 1 jedoch erst im Mai oder Juni zur Verfügung stehen, sagte Schulte. Auch der Ausbau des für 2021 eingeplanten neuen Flugsteigs G mit einer Kapazität von rund 5 Millionen Passagieren stockt. Nach einer späten Baugenehmigung durch die Stadt Frankfurt habe man die Ausschreibung der Bauarbeiten neu starten müssen. Eine Inbetriebnahme im Jahr 2020 sei daher nicht mehr erreichbar.

Unterdessen ging es für Fraport im dritten Quartal finanziell deutlich aufwärts. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) wuchs jedoch nur halb so stark um 8 Prozent auf 419 Millionen Euro. Der Überschuss stieg dank einer geringeren Steuerlast um 16 Prozent auf 210 Millionen Euro. Dabei übertraf das Unternehmen durchweg die Erwartungen von Analysten.

Im laufenden Jahr will Schulte weiterhin einen operativen Gewinn von etwa 1,11 Milliarden Euro erreichen - das obere Ende der ursprünglich ausgegebenen Zielspanne. Hinzu kommt ein Gewinn aus dem Verkauf der 30-prozentigen Beteiligung am Flughafen Hannover, der den Überschuss von Fraport in diesem Jahr um rund 77 Millionen Euro nach oben treiben soll. Die Frankfurter hatten den Deal mit dem britischen Finanzinvestor iCon Infrastructure bereits im Oktober abgeschlossen.

@ dpa.de

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