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FRAPORT AG, DE0005773303

FRANKFURT - Der Flughafenbetreiber Fraport bereitet sich auf einen Streik der Flugbegleiter bei Lufthansa ab Donnerstag vor.

07.11.2019 - 12:03:34

Drohender Streik bei Lufthansa: Fraport will Kunden früh informieren. Passagiere an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt würden in diesem Fall frühzeitig informiert, sagte Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte am Mittwoch bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Das Unternehmen sei aber im "Krisenmodus geübt".

kassierte am Donnerstag das Ziel, den Konzernüberschuss 2019 leicht zu steigern. Der Vorstand erwartet nun, dass der Überschuss unter den 865 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahr landen wird.

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten zunächst mit leichten Kursverlusten quittiert. Im vorbörslichen Handel bei Tradegate verlor die Commerzbank-Aktie bis zum späten Vormittag 0,46 Prozent an Wert. "Niemand hat erwartet, dass die Commerzbank ihr Gewinnziel aufrechterhält", schrieb ein Aktienhändler am Morgen. Wenn der Aktienkurs nun dennoch abtauche, dürfte das nur von kurzer Dauer sein, schätzt er.

"Wir stellen bewusst den langfristigen Erfolg über kurzfristige Renditeziele", ließ Konzernchef Martin Zielke mitteilen. "Wunschdenken ist angesichts niedriger Zinsen, Konjunktureintrübung und geopolitischer Unsicherheiten nicht angesagt."

Ein zusätzlicher Grund für die pessimistischere Prognose ist nach Angaben des Instituts, dessen größter Anteilseigner seit zehn Jahren der deutsche Staat ist, dass die Bank im vierten Quartal mit einer "deutlich höheren Steuerquote" rechne.

Schon bei der Vorlage der Halbjahreszahlen Anfang August hatte Zielke eingeräumt, es werde "deutlich ambitionierter", die angepeilte Gewinnsteigerung zu erreichen. Das Zinstief setzt der Branche zu, zudem müssen Investitionen in Digitalisierung gestemmt werden. Von dem Ziel, die Erträge - also die gesamten Einnahmen - 2019 zu steigern, hatte sich das Management bereits verabschiedet.

Wie die Geschäfte im Sommer gelaufen sind, hatte die Bank schon Ende Oktober mitgeteilt: Der Überschuss kletterte zum Vorjahreszeitraum um rund 35 Prozent auf 294 Millionen Euro. Dies jedoch vor allem dank des Verkaufs der Tochter Ebase. Auch gesunkene Kosten und weniger Vorsorge für faule Kredite schlugen sich positiv nieder.

Im Tagesgeschäft lief es ebenfalls besser als vor Jahresfrist: Die Erträge legten um zwei Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn erhöhte sich um knapp 30 Prozent auf 448 Millionen Euro. Die Zahl der Privat- und Unternehmerkunden stieg um 141 000 auf 11,2 Millionen. Im Jahr 2023 sollen es mehr als 12 Millionen sein.

Weil im Frühjahr der Versuch einer Fusion mit der Deutschen Bank scheiterte, muss die Commerzbank sich weiterhin alleine beweisen. Doch der Wettbewerb um Privatkunden und Mittelstand in Deutschland ist hart, die Wachstumsmöglichkeiten sind begrenzt. Und die Aussichten sind trüb: Die Konjunktur schwächelt, die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Negativzinsen für geparkte Gelder verschärft und die Zinswende auf unbestimmte Zeit verschoben.

Strafzinsen für das Gros ihrer Privatkunden schließt die Commerzbank nach wie vor aus. Es gebe derzeit nicht die Absicht, die Kosten der Negativzinsen an kleine Privatkunden weiterzugeben, betonte Finanzvorstand Stephan Engels in einer Telefonkonferenz. Kunden, die "deutlich mehr als eine Million Euro" auf dem Bankkonto haben, versuche die Commerzbank aber von alternativen Anlagemöglichkeiten zu überzeugen. "Bei privaten Kunden kehren wir die Treppe von oben, wir sind da im Moment aber noch weit weg von irgendeiner Annäherung an die Grenze von 100 000 Euro", sagte Engels. "Wir wollen die Kunden nicht vertreiben, sondern wir wollen ein Problem, das wir alleine nicht mehr tragen können, vernünftig managen." Bei Firmenkunden sind Negativzinsen schon seit geraumer Zeit Usus.

Ende September hatte der Vorstand seine Strategie vorgestellt, mit der das Geldhaus wetterfest gemacht werden soll: Unter dem Strich sollen 2300 weitere Stellen gestrichen werden. Ende September hatte die Bank auf Vollzeitbasis 40 400 Mitarbeiter. Zudem wird jede fünfte der etwa 1000 Filialen geschlossen. Die Online-Tochter Comdirect will die Commerzbank komplett übernehmen, bis einschließlich 6. Dezember läuft dort ein Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre.

Die gebeutelten Commerzbank-Aktionäre dürfen zumindest wieder auf eine Mini-Dividende hoffen. Für 2018 gab es eine Gewinnausschüttung von 20 Cent je Anteilsschein. Es war das zweite Mal seit der Rettung mit Steuermilliarden in der Finanzkrise 2008/2009, dass die Commerzbank Dividende gezahlt hat. Für 2019 dürfen die Anteilseigner auf eine Ausschüttung in vergleichbarer Höhe hoffen.

@ dpa.de

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