DEUTSCHE BANK AG, DE0005140008

FRANKFURT / BRÜSSEL - Seit November 2017 kann in Europa Geld binnen Sekunden überwiesen werden - doch in Deutschland nutzen die wenigsten Bankkunden solche Echtzeitzahlungen.

03.01.2022 - 06:35:04

Gebühren und technische Hürden bremsen sekundenschnelles Bezahlen. "Instant Payment ist aus unserer Sicht noch nicht im Alltag der Menschen angekommen. Es wird von Banken eher als Nischenprodukt platziert und ist daher noch weit entfernt vom politischen Willen und den Anforderungen des Handels als "New Normal" zu gelten", bilanzierte Ulrich Binnebößel, Zahlungsverkehrsexperte beim Handelsverband Deutschland (HDE) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

und Commerzbank sowie diverse Genossenschaftsbanken bieten den Service an.

Nach Einschätzung der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) haben sich "Echtzeit-Überweisungen als ein neuer Standard neben der herkömmlichen Überweisung etabliert". Dennoch sei "der Wechsel auf Echtzeit-Überweisungen (...) nicht für alle Anwendungsfälle für Kunden sinnvoll", teilte der Dachverband der fünf großen Bankenverbände in Deutschland mit. "Kunden unterscheiden bedarfsorientiert sehr klar, für welche Transaktionen sie welches Überweisungsverfahren nutzen."

Aus der Branche ist zu hören: Die meisten Privatkunden greifen nur in Ausnahmefällen auf die meist kostenpflichtige Echzeitüberweisung zurück. Für Unternehmen sind zwar inzwischen Sammelüberweisungen per Instant Payment technisch möglich, allerdings müssen die IT-Systeme der Unternehmen entsprechend aufgerüstet werden, um zum Beispiel Gehaltsabrechnungen für die Belegschaft auf diesem Weg abzuwickeln.

"Die Nutzung von Instant Payments erfordert umfassende Anpassungen in den Systemen von Banken und Nutzern", erläuterte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz Ende Oktober. "Zudem werden Instant Payments in Deutschland meist noch als teures Premiumprodukt bepreist. Dementsprechend stellt sich dann die Frage, ob die entsprechenden Kosten den möglichen Mehrwert aufwiegen."

Bei der Hypovereinsbank wird nach Angaben eines Sprechers inzwischen gut jede zehnte Überweisung in Echtzeit ausgeführt. Die Nutzung sei nochmal stark angestiegen "seitdem Echtzeitzahlungen auch per App möglich sind und weitere Institute als Empfänger hinzukamen", teilte der HVB-Sprecher mit.

Beim Hamburger Handels- und Dienstleistungskonzern Otto gehen derzeit zehn Prozent aller Zahlungen von Kundinnen und Kunden als Instant Payments ein. Das liege "ziemlich genau auf Marktniveau", teilte ein Otto-Sprecher mit. "Hürden für eine sich schneller oder breiter entwickelnde Nutzung von Instant Payment erkennen wir beispielsweise in dem Umstand, dass viele Banken für diese noch separate Gebühren erheben. Diese sollten unserer Meinung nach jedoch nicht anders bepreist werden als klassische Überweisungen."

Dazu komme: Das Netz der Anbieter für das sekundenschnelle Bezahlverfahren sei noch lückenhaft. "Die Abdeckung in Deutschland sowie Westeuropa ist zwar schon ganz gut, aber in Nord- sowie Ost-Europa deutlich ausbaubar", fasste der Otto-Sprecher zusammen.

Der Europäische Zahlungsverkehrsausschuss (European Payments Council) listete Anfang Dezember 2322 Zahlungsdienstleister aus 24 Ländern des sogenannten Sepa-Raums auf, die Instant Payments anbieten. Das seien 60 Prozent der Zahlungsdienstleister in Europa. In Deutschland nehmen nach DK-Angaben mehr als 1200 Banken und Sparkassen am EU-weiten Verfahren für Echtzeit-Überweisungen teil. "Mit der durchgängigen Verbreitung der Echtzeit-Überweisung gehört die deutsche Kreditwirtschaft zur Spitzengruppe in Europa", teilte die DK mit.

Im Zahlungsverkehrsraum Sepa ("Single Euro Payments Area") sollen Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen grenzüberschreitend standardisiert und so beschleunigt werden. Dieser einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum umfasst die 27 EU-Staaten sowie außerdem: Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz, Monaco, San Marino, Andorra, den Staat Vatikanstadt und das Vereinigte Königreich.

Nach Ansicht des Otto-Sprechers könnten Banken und Sparkassen Kunden besser über das Bezahlverfahren informieren: "Einige Vorteile hat der Service ja durchaus, nicht zuletzt im europäischen Online-Handel, der von immer mehr Kundinnen und Kunden frequentiert wird. So wird bei vielen Händlern der Versandprozess der verkauften Ware durch einen schnelleren Zahlungsprozess zügiger in die Wege geleitet sowie nachfolgend die Bearbeitung von Retouren beschleunigt."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

ANALYSE-FLASH: RBC belässt Deutsche Bank auf 'Sector Perform' - Ziel 13 Euro. Ein besseres Abschneiden der Bank außerhalb des Investmentbanking sei das wesentliche positive Signal gewesen, schrieb Analystin Anke Reingen in einer ersten Einschätzung am Donnerstag. NEW YORK - Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für Deutsche Bank nach Quartalszahlen auf "Sector Perform" mit einem Kursziel von 13 Euro belassen. (Boerse, 27.01.2022 - 10:41) weiterlesen...

Konzernchef Sewing: Guter Jahresstart für Deutsche Bank 2022. "Und der Auftakt ins erste Quartal verstärkt meine Zuversicht, dass wir diese Position auch zu nutzen wissen. FRANKFURT - Nach einem Milliardengewinn 2021 ist die Deutsche Bank in Frankfurt. (Boerse, 27.01.2022 - 10:19) weiterlesen...

Milliardengewinn für Deutsche Bank: Bestes Ergebnis seit 2011. Der Vorsteuergewinn kletterte binnen Jahresfrist von gut einer Milliarde Euro auf rund 3,4 Milliarden Euro, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Nach Steuern standen 2,5 Milliarden Euro in der Bilanz - mehr als vier Mal so viel wie im ersten Jahr der Pandemie und mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Nach Abzug von Zinszahlungen an die Inhaber eigenkapitalähnlicher Anleihen verbleiben unter dem Strich gut 1,9 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2020 hatte die Deutsche Bank nach fünf Verlustjahren in Folge mit 113 Millionen Euro erstmals unter dem Strich wieder Gewinn gemacht. FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat 2021 einen Milliardengewinn erzielt und das beste Ergebnis seit zehn Jahren eingefahren. (Boerse, 27.01.2022 - 08:32) weiterlesen...

Deutsche Bank legt Jahresbilanz vor: Milliardengewinn erwartet. Analysten rechnen für das Gesamtjahr 2021 mit einem Milliardengewinn. Die genauen Zahlen veröffentlicht der Frankfurter Dax -Konzern an diesem Donnerstag (7.00 Uhr). Anschließend (10.00 Uhr) beantworten Vorstandschef Christian Sewing und Finanzvorstand James von Moltke in einer digitalen Pressekonferenz Fragen von Journalisten. FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr aller Voraussicht nach deutlich gesteigert. (Boerse, 27.01.2022 - 05:49) weiterlesen...

Deutsche Bank will Aktien zurückkaufen und Dividende ausschütten. Der Aktienrückkauf solle noch in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen sein, teilte das Dax -Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mit. Alle Genehmigungen lägen dafür vor. FRANKFURT - Die Deutsche Bank will Aktien im Volumen von mehr als 300 Millionen Euro zurückkaufen und im Gegensatz zum Vorjahr wieder eine Dividende ausschütten. (Boerse, 26.01.2022 - 18:36) weiterlesen...

Deutsche Bank kündigt Kapitalausschüttungen an. Deutsche Bank kündigt Kapitalausschüttungen an Deutsche Bank kündigt Kapitalausschüttungen an (Boerse, 26.01.2022 - 18:27) weiterlesen...