Uniper, DE000UNSE018

FRANKFURT / BREMEN - Der Wirtschaftswissenschaftler André W.

22.09.2022 - 06:16:27

Wirtschaftswissenschaftler: Uniper-Verstaatlichung zwingend. Heinemann sieht keine Alternative zur Rettung des Gasimporteurs Uniper mit Steuermilliarden. "Im Fall von Uniper haben wir es mit einem bis dato vollkommen unbekannten Krisenszenario zu tun, mit dem umgegangen werden muss. Uniper ist ein Fall, der durchaus als systemisches Risiko betrachtet werden kann. Ich halte es insofern für zwingend, dass die öffentliche Hand, der Staat Maßnahmen ergreift, um diese Risiken abzumildern", sagte Heinemann, der seit 2013 die Professur für bundesstaatliche und regionale Finanzbeziehungen an der Universität Bremen innehat, der Deutschen Presse-Agentur.

und des Touristikkonzerns Tui , bei der Commerzbank ist der Bund seit der Rettung des Instituts mit Steuermilliarden in der Finanzkrise 2008/2009 größter Einzelaktionär. "Im Falle der Commerzbank werden wir noch lange warten, bis sich die Staatsbeteiligung aus Sicht des Bundes betriebswirtschaftlich rechnet. Bei der Lufthansa hat es sich gerechnet, aber das war so nicht absehbar", sagte Heinemann.

Der Wirtschaftswissenschaftler betonte: "In normalen Zeiten brauchen wir sehr, sehr gute Gründe, warum wir staatliche Beteiligungen diskutieren sollten. Es gibt dafür auch in solchen Zeiten sicherlich ökonomische Argumente. Zum Beispiel bei entstandenen Monopolen, die Probleme mit sich bringen können, oder Verwerfungen in Märkten, ist es in Einzelfällen ordnungspolitisch durchaus angebracht, über staatliche Beteiligung nachzudenken." Im Fall von Uniper gehe es jedoch darum, in einer Notlage zu organisieren, dass das eigentliche Geschäft des Gasimporteurs weiterlaufen könne.

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