Produktion, Absatz

FRANKFURT / BERLIN - Deutschlands Privatbanken schränken als Konsequenz aus den Milliardenkosten nach dem Zusammenbruch der Bremer Greensill Bank ihren Schutz für Kundeneinlagen schrittweise ein.

08.12.2021 - 09:14:28

Privatbanken ziehen Obergrenzen für Einlagenschutz ein. Von 2023 an gelten erstmals Obergrenzen, wie der Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Mittwoch mitteilte.

Für private Sparer und Stiftungen sind ab dem 1. Januar 2023 maximal fünf Millionen Euro pro Bank abgesichert, 2025 noch drei Millionen Euro. Nach voller Umsetzung der Reform im Jahr 2030 beläuft sich der Schutzumfang für Sparer dann auf höchstens eine Million Euro. Der BdB betonte: "Für 98 Prozent der privaten Sparer ändert sich in der Praxis nichts - ihre Einlagen sind weiterhin in voller Höhe geschützt."

Eingeschränkt wird auch der Einlagenschutz für Unternehmen. Für sie gilt von 2023 an eine Obergrenze von 50 Millionen Euro, diese sinkt 2025 auf 30 Millionen Euro und wird 2030 noch bei maximal 10 Millionen Euro pro Bank liegen.

In Deutschland sind im Fall einer Bankenpleite pro Kunde Spareinlagen bis zu 100 000 Euro gesetzlich geschützt. Darüber hinaus sichern fast alle Kreditinstitute hierzulande Kundengelder freiwillig ab - in der Regel weit über das gesetzliche Maß hinaus. Für private Banken greift der Einlagensicherungsfonds des BdB. Nach Angaben des Verbandes sind somit derzeit in der Regel je Kunde mindestens 750 000 Euro Einlage pro Bank geschützt. Bei vielen Instituten liegen die Sicherungsgrenzen den Angaben zufolge deutlich höher. Vergleichbare Regelungen gibt es bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

"Wir fokussieren die Einlagensicherung auf ihre Kernaufgabe: Wir schützen diejenigen, die diesen Schutz wirklich benötigen", sagte BdB-Präsident Christian Sewing. "Mit der tiefgreifenden Reform ziehen wir die Konsequenz aus den Erfahrungen der Schadensfälle in der jüngeren Vergangenheit. Der Fall Greensill markiert hier eine Zäsur."

Die Greensill Bank AG hatte im Zinstief mit vergleichsweise hohen Sparzinsen auf Tages- und Festgeldanlagen gelockt. Die Finanzaufsicht Bafin schloss das Institut Anfang März 2021 für den Kundenverkehr, am 16. März eröffnete das Amtsgericht Bremen das Insolvenzverfahren. Die Bremer Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen des Verdacht der Bilanzfälschung auf.

Der BdB zahlte nach der Greensill-Pleite fast drei Milliarden Euro Entschädigung an Privatanleger. Etliche Kommunen bangen jedoch um Millionen, denn sie sind seit 2017 nicht mehr über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds abgesichert. Ausgeschlossen von dem Topf, den die privaten Banken zusätzlich zur gesetzlichen Einlagensicherung für Notlagen gefüllt haben, sind von 2023 an zudem professionelle Einleger wie beispielsweise Versicherungen, Investmentgesellschaften sowie öffentlich-rechtliche Körperschaften und Anstalten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

WDH/Villeroy und Boch mit bestem Ergebnis seit Börsengang (technische Wiederholung) (Boerse, 27.01.2022 - 23:14) weiterlesen...

Erneut Rekordquartal für Apple im Weihnachtsgeschäft. Das war gut ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um rund elf Prozent auf 123,9 Milliarden Dollar (111,2 Mrd Euro), ebenfalls ein Bestwert. Der iPhone-Konzern trotzte damit den globalen Komponenten-Engpässen, die die Branche bremsen. CUPERTINO - Apple hat im vergangenen Weihnachtsgeschäft erneut ein Rekordquartal mit einem Gewinn von 34,6 Milliarden Dollar eingefahren. (Boerse, 27.01.2022 - 22:55) weiterlesen...

Kreditkarten-Riese Visa mit Gewinn- und Umsatzsprung. In den drei Monaten bis Ende Dezember stieg der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar (3,6 Mrd Euro), wie Visa am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz legte im Quartal um 24 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar zu. SAN FRANCISCO - Der US-Finanzkonzern Visa verdient dank florierender Kreditkartenzahlungen weiter glänzend. (Boerse, 27.01.2022 - 22:39) weiterlesen...

Kekulé: Impfpflicht für Klinik- und Pflegepersonal verschieben. Für die sich ausbreitende Omikron-Welle komme die Impfpflicht im März viel zu spät, sagte Kekulé am Donnerstag MDR Aktuell. Wenn die Politik im November gehandelt hätte, wäre die Wirkung rechtzeitig gekommen. Es zeige sich immer deutlicher, dass die Omikron-Variante leichtere Verläufe bei Infektionen auslöse. "Das macht keine Überlastung der Intensivstationen." Das Hauptproblem seien nun viele leichtere Fälle, bei denen zu diskutieren sei, ob sie überhaupt alle ins Krankenhaus müssten. Deshalb sollte seiner Meinung nach geprüft werden, ob die Impfpflicht für Personal zum richtigen Zeitpunkt komme. Er wäre dafür, die Übergangsfrist zu verändern. Gekippt werden sollte die Impfpflicht für Berufstätige in Kliniken und Pflegeeinrichtungen aber nicht. "Ich finde, man darf und soll das von diesen Menschen abverlangen." Die Impfungen sollten spätestens wirksam sein, wenn die nächste größere Corona-Welle komme - er erwarte sie im Herbst. LEIPZIG - Der Virologe Alexander Kekulé plädiert dafür, die Impfpflicht für Klinik- und Pflegepersonal zu verschieben. (Boerse, 27.01.2022 - 20:31) weiterlesen...

Lauterbach rechtfertigt Impfpflicht in sensiblen Einrichtungen. "Das Gesetz gilt. Es geht dabei um den Schutz derer, die besonders gefährdet sind", sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag). Konkrete Probleme betreffend, könne der Bund den Ländern helfen, ein einheitliches Vorgehen zu bestimmen - also wie damit umzugehen sei, wenn Personal ausfalle. "Was nicht geht, ist, dass die Impfpflicht in Pflegeheimen eines Landes gilt, ein paar Kilometer weiter aber nicht." Eine Verschiebung lehne er strikt ab. BERLIN - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Mitte März greifende Corona-Impfpflicht für Personal in Einrichtungen wie Kliniken und Pflegeheimen gerechtfertigt. (Boerse, 27.01.2022 - 19:26) weiterlesen...

Geschäfte von LVMH laufen besser als vor Corona - Rekordniveau. Der Jahreserlös stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp 44 Prozent auf 64,2 Milliarden Euro, wie das für seine Marken wie Louis Vuitton, Hublot oder Givenchy bekannte Unternehmen am Donnerstagabend nach Börsenschluss in Paris mitteilte. Die Geschäfte des Konzerns laufen damit also sogar besser als vor der Corona-Pandemie: 2019 hatte LVMH noch einen Jahresumsatz von knapp 53,7 Milliarden Euro erzielt. Vor allem die Nachfrage nach Mode- und Lederwaren habe ein "Rekordniveau" erreicht, hieß es in der Mitteilung weiter. PARIS - Mit einem Rekordumsatz im vergangenen Geschäftsjahr hat der französische Luxusgüterkonzern LVMH die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen. (Boerse, 27.01.2022 - 18:51) weiterlesen...