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DEUTSCHE BANK AG, DE0005140008

FRANKFURT - Bei der Deutschen Bank wächst nach dem erfolgreichsten Halbjahr seit 2015 die Zuversicht.

28.07.2021 - 09:23:26

Bestes Halbjahr seit 2015 lässt Zuversicht bei Deutscher Bank wachsen. Der Konzernumbau kommt voran, die Kosten sinken und Vorstandschef Christian Sewing rechnet mit deutlich weniger Kreditausfällen durch die Corona-Krise als bisher veranschlagt. "Der Vorsteuergewinn von 1,2 Milliarden Euro im zweiten Quartal bestätigt: Wir sind auf einem guten Weg zu unserem Renditeziel von acht Prozent im kommenden Jahr", bilanzierte Sewing am Mittwoch in Frankfurt. Zudem schnitt die Bank in den vergangenen Monaten deutlich besser ab als von Analysten erwartet.

unter dem Strich gut 3000 Vollzeitstellen ab, so dass Ende Juni rechnerisch noch knapp 84 000 Vollzeitbeschäftigte bei der Bank arbeiteten.

"Nun kommt es darauf an, dass wir unseren Umbau diszipliniert fortsetzen", erklärte Sewing. "Wir müssen bei all den Kostenfaktoren am Ball bleiben, die wir selbst beeinflussen können." Jedoch will sich der Vorstand ab jetzt nicht mehr an einem festen Kostenziel orientieren, sondern am Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag. So sollen die Kosten des Konzerns bis zum Jahr 2022 auf 70 Prozent der Erträge sinken. Bisher hatte Sewing ein Kostenziel von 16,7 Milliarden Euro ausgegeben. Wenn der Bank nun zusätzliche Erträge winken, sollen auch die Kosten höher ausfallen dürfen.

Tatsächlich rechnet die Deutsche-Bank-Spitze für dieses und das kommende Jahr mit höheren Erträgen als noch im Dezember prognostiziert. Dabei schätzt sie einen "erheblichen Teil" des Ertragswachstums seit 2019 als nachhaltig ein. Zudem dürften sich die Belastungen durch die Niedrigzinsen nach Einschätzung des Vorstands in den kommenden Quartalen schrittweise verringern.

Zupass kommt der Deutschen Bank auch, dass sich das wirtschaftliche Umfeld stabilisiert. So erwartet das Management deutlich weniger Kreditausfälle als noch vor wenigen Monaten gedacht: So dürfte die Risikovorsorge für gefährdete Kredite in diesem Jahr nur noch 0,2 Prozent des Kreditvolumens ausmachen, hieß es. Dies entspreche etwa 900 Millionen Euro, sagte Finanzvorstand James von Moltke. Wenn sich die Wirtschaft besser entwickle, könne es auch weniger werden.

Ende April war der Manager noch von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro ausgegangen. Im Corona-Jahr 2020 hatte die Deutsche Bank rund 1,8 Milliarden für mögliche Kreditausfälle zur Seite gelegt. Im ersten Halbjahr 2021 waren es hingegen nur 144 Millionen Euro.

Die Entlastung und die zusätzlichen Erträge kann die Deutsche Bank aber auch gut gebrauchen. So rechnet der Vorstand mit einer zusätzlichen Belastung von 400 Millionen Euro für den europäischen Banken-Abwicklungsfonds und die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland. Letztere war zuletzt von der Pleite der Bremer Greensill-Bank schwer belastet worden.

@ dpa.de