FRAPORT AG, DE0005773303

FRANKFURT - Am Frankfurter Flughafen eskaliert der Streit um den Neukunden Ryanair vor, die Kapazität passgenau für den neuen Wettbewerber auszubauen.

27.03.2017 - 16:00:25

Flughafen erweitert Kapazität passgenau für Ryanair

Zum kommenden Winterflugplan werde die maximale Zahl der in einer Stunde möglichen Starts und Landungen von 100 auf 104 hochgesetzt, sagte Teckentrup am Montag in Frankfurt bei einer Veranstaltung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). Das sei völlig ungewöhnlich, da dieser so genannte Slot-Eckwert sonst nur zum Sommer erhöht werde.

In diesem Jahr plant Ryanair aber den massiven Ausbau seines Angebots von 4 Verbindungen im Sommer auf 24 im Winterflugplan - viele in direkter Konkurrenz zu bereits bestehenden Verbindungen der etablierten Airlines. "Es geht darum, dass ein Anbieter so fliegen kann, wie er will", kritisierte Teckentrup.

Der Slot-Eckwert beschreibt die Leistungsobergrenze eines Flughafens, die aber nur in Belastungsspitzen erreicht wird. Das Frankfurter System mit vier Bahnen ist laut Planfeststellung bei Vollausbau auf maximal 126 Starts und Landungen in der Stunde ausgelegt. Aktuell kann es stündlich 100 Starts und Landungen geben. Vor der Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest im Herbst 2011 waren höchstens 84 Slots pro Stunde verfügbar.

Ein Fraport-Sprecher wies die Condor-Kritik zurück: Der geplante Kapazitätsausbau habe nichts mit der Nachfrage durch einzelne Gesellschaften zu tun, sondern komme allen Airlines zugute. "Wir wollen an Flugbetrieb realisieren, was möglich ist, um irgendwann auch die 126 Flugbewegungen pro Stunde zu erreichen." Dies geschehe in enger Abstimmung mit der Deutschen Flugsicherung und setze voraus, dass aus ausreichend Abfertigungsmöglichkeiten gebe. Fraport baut dazu gerade ein drittes Passagier-Terminal.

Lufthansa -Vorstand Harry Hohmeister wiederholte seine Kritik an dem Fraport-Rabattprogramm, das Ryanair und anderen Erstkunden Preisnachlässe bei den Start- und Landegebühren über drei Jahre zugesteht. Die Subventionen griffen in den Wettbewerb ein und seien "standortschädigend", weil etablierte Anbieter Kostennachteile auf Strecken tragen müssten, auf denen Ryanair zusätzlich antritt.

@ dpa.de

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