Evonik, DE000EVNK013

ESSEN - Mehr Biotenside für umweltfreundliches Spülmittel: Der Spezialchemiekonzern Evonik baut in der Slowakei eine Produktionsanlage für einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

14.01.2022 - 09:36:30

Chemiekonzern Evonik baut Großanlage für Biotensid-Produktion. Der Standort Slovenska L'upca soll entsprechend ausgebaut werden, wie die Essener am Freitag mitteilten. Seit Ende 2019 beliefert Evonik den Konsumgüterkonzern Unilever schon mit kleineren Mengen sogenannter Rhamnolipide, die biologisch vollständig abbaubar sind. Daraus hergestelltes Spülmittel kommt in den Testmärkten Chile und Vietnam gut bei den Konsumenten an, nun folgt also der nächste Schritt.

"In Slovenska L'upca haben wir die wesentliche Biotechnologie- und Produktionskompetenz für die Produktion dieser Rhamnolipide", erklärte Harald Schwager, der für Innovation zuständige stellvertretende Konzernchef, im Gespräch mit Journalisten. So stehen an dem Standort seit fast drei Jahrzehnten Anlagen zur Herstellung verschiedener Stoffe durch Fermentation. Für die großvolumige Produktion der Rhamnolipide setzt Evonik auf Maiszucker als Basis, der dann von Bakterien zu dem Tensid verstoffwechselt werden. Evonik forscht laut Schwager aber auch an anderen Zuckerarten sowie an anderen Rohstoffen als Grundlage für die Fermentation.

Noch macht der Markt für biobasierte Tenside einen nicht nennenswerten Bruchteil des gesamten Tensid-Marktes aus, der laut Schwager ein Volumen im zweistelligen Milliardenbereich hat. Binnen rund zehn Jahren erwartet der Manager ein Wachstum des Biosegments auf eine Milliarde Euro. Zum Vergleich: Evonik will 2021 einen Umsatz von rund 14,5 Milliarden Euro erzielen.

@ dpa.de