Evonik, DE000EVNK013

ESSEN - Höhere Verkaufspreise haben dem Spezialchemiekonzern Evonik im dritten Quartal Rückenwind beschert.

06.11.2018 - 08:43:40

Gute Nachfrage nach Lacken und Tierfutterzusätzen treibt Evonik an. Vor allem die Nachfrage nach Leichtbaumaterialien, Lacken und Zusätzen für die Tierfutterindustrie trieb dabei an. Der Umsatz stieg um rund 7 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, wie der MDax -Konzern am Dienstag in Essen mitteilte.

Evonik steigerte den Umsatz in den drei Monaten bis September um rund 7 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, wie der MDax -Konzern am Dienstag in Essen mitteilte. Alle drei Unternehmenssparten trugen zu der Entwicklung bei. Der Leichtbautrend etwa in der Autoindustrie sowie eine hohe Nachfrage nach umweltfreundlichen Lacken und Farben trieben das Geschäft mit Spezialchemikalien für industrielle Anwendungen, Resource Efficiency, an. Gleichzeitig erholte sich das Geschäft mit Tierfuttereiweiß in der Sparte Nutrition & Care weiter.

Besonders deutlich legte der Umsatz aber im Geschäftsbereich Performance Products zu, der unter anderem Zwischenprodukte für die Gummi-, Kunststoff- und Agrarindustrie produziert. Allerdings trat Evonik in diesem Bereich - auch wegen Transportproblemen infolge des niedrigen Rhein-Pegels beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf der Stelle. Zudem braucht es Zeit, gestiegene Rohstoffkosten an die Kunden weiter zu reichen.

Konzernweit wuchs das operative Ergebnis indes um rund 8 Prozent auf 692 Millionen Euro. Damit hat das Unternehmen nach neun Monaten bereits mehr als vier Fünftel des bestätigten Jahresziels eines bereinigten operativen Ergebnisses von 2,60 bis 2,65 Milliarden Euro eingefahren. Der Umsatz soll im Vergleich zu 2017 weiterhin leicht zulegen. Evonik geht dabei nun aber mit geringeren Belastungen durch den starken Euro aus als bisher. Der Ausblick basiert nun auf einem Wechselkurs von 1,18 US-Dollar je Euro statt 1,20 Dollar.

Unter dem Strich verdienten die Essener im dritten Quartal 329 Millionen Euro und damit 45 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Resultate lagen im Rahmen der Erwartungen der Analysten oder übertrafen sie. Anleger reagierten am Morgen positiv: Die Aktien gewannen auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Vortagesschluss anderthalb Prozent.

Bereinigt um Sondereffekte etwa im Zusammenhang mit dem laufenden Konzernumbau belief sich das Ergebnis sogar auf 370 Millionen Euro. Der seit mehr als einem Jahr amtierende Chef Christian Kullmann richtet Evonik auf die Spezialchemie aus, in der höhere Gewinnmargen erzielbar sind als im Geschäft mit Basischemikalien. "Wir werden unser Portfolio weiterhin aktiv gestalten, Innovationen auf den Markt bringen und den kulturellen Wandel vorantreiben", sagte der Manager laut Mitteilung.

So trennte sich Evonik jüngst von einem US-Werk, in dem Vorprodukte für Agrarchemikalien hergestellt werden - steckt aber auch Geld in neue Geschäftsideen in der digitalen Landwirtschaft wie zuletzt mit einer Beteiligung an einem Unternehmen, das Bauern die Kontrolle von Geflügelställen aus der Ferne ermöglicht.

Zudem soll weiterhin bis zum Jahresende ein Käufer für das Methacrylat-Geschäft gefunden werden, das den Grundstoff zur Herstellung von Kunststoffen wie Plexiglas produziert. Am Ende des Umbaus, in dessen Zuge auch Stellen gestrichen werden, soll das Konzernportfolio nur noch 17 Geschäftsgebiete umfassen statt wie bisher 22 Einheiten.

@ dpa.de