Brenntag, DE000A1DAHH0

ESSEN - Eine hohe Nachfrage und der im vergangenen Jahr eingeleitete Sparkurs geben den Chemikalienhändler Brenntag am Donnerstag in Essen mitteilte.

04.11.2021 - 10:45:05

Brenntag mit Gewinn- und Umsatzsprung - Prognose bestätigt. Der Umsatz kletterte ebenfalls um rund 30 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Damit übertraf Brenntag die Erwartungen der Experten bei beiden Werten. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 157,4 Millionen Euro. Das war ein Plus von gut einem Drittel.

in Essen mitteilte. Zum Gewinnplus beigetragen hätten die Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA), Lateinamerika und vor allem Nordamerika. Die Region Asien Pazifik sei hingegen wegen erneuter, strenger Lockdown-Maßnahmen im Zusammenhang mit der Covid-Pandemie beeinträchtigt gewesen. Negativ wirkten sich zudem in China politische Maßnahmen aus, um den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen in dem Land zu senken, hieß es.

Der Umsatz kletterte in der Zeit von Juli bis September um rund 30 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Damit übertraf Brenntag die Erwartungen der Experten bei beiden Werten. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 157,4 Millionen Euro. Das war ein Plus von gut einem Drittel.

Die erst im September erneut erhöhte Gewinnprognose bestätigte das Unternehmen. 2021 soll demnach das operative Ergebnis (Ebitda) bei 1,26 bis 1,32 Milliarden Euro liegen. 2020 standen hier 1,06 Milliarden Euro. Bei seiner Einschätzung geht das Management davon aus, dass das derzeit "außergewöhnliche Marktumfeld" mindestens bis zum Jahresende anhält und die Corona-Pandemie die Rahmenbedingungen nicht wesentlich ändert. Außerdem liegen der Prognose stabile Währungskurse zugrunde.

Derweil will der langjährige Finanzvorstand Georg Müller sein Mandat nach Ablauf seiner Amtszeit Ende März 2022 nicht verlängern. Müller ist seit fast 20 Jahren bei Brenntag, davon zehn Jahre als Finanzvorstand.

Brenntag ist ein international tätiger Händler von Industrie- und Spezialchemikalien sowie Inhaltsstoffen, der seine mehr als 10 000 Produkte bei den Chemiekonzernen in größeren Mengen einkauft, diese lagert und sie dann in kleineren Mengen verkauft. In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen über kleinere Übernahmen gewachsen. Konjunkturabschwünge treffen Brenntag in der Regel weniger stark als Chemiekonzerne, weil Kunden dann geringere Mengen an Chemikalien benötigen und diese vermehrt beim Händler statt beim Produzenten kaufen.

Um profitabler zu werden, hatte der seit Anfang 2020 amtierende Unternehmenschef Kohlpaintner dem Unternehmen eine Restrukturierung verordnet. Prozesse, Abläufe und Strukturen sollten verbessert werden. Auch ungefähr 1300 Stellen will das Unternehmen bis Ende 2022 weltweit streichen. Davon seien etwa mehr als 740 schon abgebaut, teilte Brenntag mit. Auch wurden von den rund 100 geplanten Standortschließungen schon 68 vollzogen. Brenntag beschäftigt mehr als 17 000 Mitarbeiter und betreibt ein Netzwerk aus mehr als 670 Standorten in über 77 Ländern. Größter Konkurrent ist die US-Firma Univar.

Zudem führte der Konzern Anfang 2021 zwei Geschäftsbereiche ein: Essentials und Specialties. Im ersten Bereich vermarktet Brenntag Prozesschemikalien für ein breites Spektrum an Branchen und Anwendungen. Der zweite Bereich konzentriert sich auf den Vertrieb von Inhaltsstoffen für ausgewählte Branchen.

@ dpa.de