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Brenntag, DE000A1DAHH0

ESSEN - Eine hohe Nachfrage und der im vergangenen Jahr eingeleitete Sparkurs treiben den Chemikalienhändler Brenntag weiter an.

10.08.2021 - 10:51:29

Brenntag verdient operativ mehr als erwartet - Aktie gibt dennoch nach. Umsatz und Ergebnisse legten im zweiten Quartal im Vergleich zum coronageprägten Vorjahr kräftig zu. Das bereits Mitte Juni angehobene Gewinnziel für das Gesamtjahr 2021 bestätigte das Brenntag-Management am Dienstag in Essen.

mitteilte. Ohne die negativen Währungseffekte lag das Plus bei gut 34 Prozent. Der Umsatz kletterte von April bis Juni um knapp 23 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro. Umsatz und operatives Ergebnis lagen über den durchschnittlichen Analystenschätzungen.

Das Unternehmen habe erneut von einem guten Margenmanagement profitiert und einen hohen Bruttogewinn pro Einheit erzielt, sagte Finanzchef Georg Müller. Zudem verzeichnete es über das gesamte Quartal hinweg eine deutliche Verbesserung der Volumina. Unter dem Strich blieb ein auf die Aktionäre entfallender Überschuss von 134,1 Millionen Euro übrig, was 8,7 Prozent mehr ist als vor einem Jahr.

Der Chemikalienhändler habe sehr stark abgeschnitten, was angesichts des aktuell überaus günstigen Nachfrage- und Preisumfeldes bereits zu erwarten gewesen sei, schrieb Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan in einer ersten Reaktion. Nun könnten die Markterwartungen moderat steigen. Nach Ansicht von Analysten Christian Obst von der Baader Bank sollten Anleger nun über Gewinnmitnahmen nachdenken. Die Markterwartungen seien ambitioniert.

Um wieder profitabler zu werden, hatte Unternehmenschef Kohlpaintner vor einiger Zeit dem Unternehmen eine Restrukturierung verordnet. Prozesse, Abläufe und Strukturen sollen verbessert werden, Arbeitsplätze fallen weg, wobei betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen. Von den rund 100 geplanten Standortschließungen seien bereits 58 vollzogen, hieß es. Zudem seien etwa 480 der ungefähr 1300 Stellen abgebaut, die bis Ende 2022 wegfallen sollen. Brenntag beschäftigt mehr als 17 000 Mitarbeiter und betreibt ein Netzwerk aus mehr als 670 Standorten in über 77 Ländern.

Zum Ergebniszuwachs trugen beide Sparten bei. Der operative Gewinn im Geschäftsbereich Essentials wuchs im zweiten Quartal um fast ein Viertel. Er vertreibt Prozesschemikalien für ein breites Spektrum an Branchen und Anwendungen und ist deutlich größer als das Segment Specialties rund um den Vertrieb von Inhaltsstoffen für bestimmte Branchen, die direkt in der Herstellung der Endprodukte der Kunden verwendet werden. Das Gewinnplus betrug in der Sparte Specialties mehr als 40 Prozent.

Das Management um Kohlpaintner hatte die Konzernstruktur erst zu Jahresbeginn auf diese beiden Geschäftsbereiche umgestellt. Die Brenntag-Führung verspricht sich davon eine gezieltere Ansprache der Kunden und einen besseren Service.

@ dpa.de