Thyssenkrupp, DE0007500001

ESSEN - Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp sieht ein deutliches Wachstumspotenzial in seinem Wasserstoffgeschäft.

13.01.2022 - 13:21:59

Thyssenkrupp-Wasserstoffgeschäft soll Umsatz mittelfristig verdoppeln. So soll sich der Umsatz mittelfristig mehr als verdoppeln. Zudem erhält der Börsenaspirant einen neuen Namen und soll künftig unter Thyssenkrupp Nucera firmieren, wie das Unternehmen am Donnerstag auf seinem Kapitalmarkttag in Essen mitteilte. Bekannt war das Geschäft mit Sitz in Dortmund bislang unter dem Namen Uhde Chrorine Engineers.

Das Management von Thyssenkrupp Nucera strebt für den Börsenkandidaten bis zum Geschäftsjahr 2024/25 (per Ende September) einen Umsatz von rund 600 Millionen bis 700 Millionen Euro an. Im abgelaufenen Jahr waren die Erlöse um rund ein Viertel auf 319 Millionen Euro gestiegen. Per Ende Dezember konnte Nucera auf einen Auftragsbestand für "grünen" Wasserstoff von rund 900 Millionen Euro blicken. Die als Gemeinschaftsunternehmen mit der italienischen De Nora gegründete Gesellschaft entwickelt und baut Elektrolyse-Anlagen. Thyssenkrupp hält zwei Drittel an dem Geschäft, das rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, davon etwa die Hälfte in Deutschland.

Thyssenkrupp präferiert derzeit einen Börsengang für das Unternehmen. Auf der Bilanzpressekonferenz im November hatte Konzernchefin Martina Merz als möglichen Zeitpunkt das Frühjahr ins Spiel gebracht. In jedem Falle würde Thyssenkrupp aber eine Mehrheit behalten, hatte sie betont. Die Bewertung für Nucera dürfte dabei in die Milliarden gehen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte von einer möglichen Bewertung von rund fünf Milliarden Euro berichtet, das "Handelsblatt" Ende des Jahres von vier bis sechs Milliarden Euro.

Die Firma baut Elektrolyse-Anlagen in industriellem Maßstab. Bei der Elektrolyse werden Ausgangsstoffe wie etwa Wasser mit Hilfe von Strom in ihre Bestandteile zerlegt, im Fall von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Ist der Strom zuvor klimaneutral etwa aus Windenergie oder Sonnenlicht erzeugt worden, spricht man von grünem Wasserstoff.

"Schon heute können wir jährlich Elektrolysezellen mit einer Gesamtleistung von einem Gigawatt liefern. Das ist erst der Anfang. Wir wollen zum Technologieführer für die Herstellung von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab werden", kommentierte der Chef von Nucera, Denis Krude. Das Hochfahren der Wasserstoff-Technologie werde den Schwerpunkt der geschäftlichen Aktivitäten des Unternehmens in den kommenden Jahren deutlich verändern, das sich selbst derzeit mit über zehn Gigawatt installierter Elektrolyse-Leistung als ein Marktführer in der Chlor-Alkali-Elektrolyse sieht.

Der Wasserstoffmarkt soll sich Erwartungen zufolge bis zum Jahr 2050 versiebenfachen, hieß es von Thyssenkrupp. Die bisher fossile Erzeugung soll dann überwiegend auf grünen Wasserstoff umgestellt werden, so die Überzeugung.

Studien zufolge sollen dann 60 bis 80 Prozent davon klimaneutral erzeugt werden. Die zusätzliche Nachfrage werde "in erheblichem Umfang" aus neuen Anwendungen kommen, etwa Stromerzeugung und -speicherung, Gebäudeheizung und Stromversorgung, Verkehr sowie industrielle Energie und Rohstoffe.

Wasserstoff spielt eine wichtige Rolle bei der geplanten Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes in Industrie und Energiewirtschaft. Die neue Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag zehn Gigawatt im Jahr 2030 als Ziel formuliert.

@ dpa.de

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