Varta, DE000A0TGJ55

ELLWANGEN - Der Batteriekonzern Varta kämpft weiter mit einer Nachfrageschwäche bei den sonst so wachstumsstarken Lithium-Ionen-Knopfzellen.

12.05.2022 - 11:01:29

Varta kämpft mit Problemen bei Knopfzellen - Aktie fällt stark. Weil unter anderem bei den Kunden Teile fehlten, um etwa kabellose Kopfhörer fertigzustellen, hakt es auch beim einst boomenden Hauptgeschäft der Ellwanger. Zwar bleibt die Nachfrage nach Haushaltsbatterien und das Wachstum bei Energiespeichern hoch - das kann die Malaise bei den kleinen wiederaufladbaren Knopfzellen-Batterien aber derzeit kaum ausgleichen. Das Varta-Management blieb zwar in der Erwartung einer Erholung bei der Jahresprognose. Für das zweite Quartal steht aber ein weiterer Rückgang beim Ergebnis ins Haus. Die Aktie sackte weiter deutlich ab.

gilt mit seinen Airpod-Kopfhörern als Nutzer der Akkubatterien von Varta.

Varta baut Vorräte bei Rohstoffen und Fertigwaren auf, um Lieferfähigkeit herzustellen, wie es hieß. "Varta investiert weiter in das Lithium-Ionen-Geschäft und wir erweitern hier unser Portfolio", sagte Vorstandschef Herbert Schein. In den Bereichen Garten- und Heimgeräte, Werkzeuge für Handwerker, bei industriellen Anwendungen und im Autobau sieht der Manager Chancen für großformatige Lithium-Ionen-Rundzellen. "Das Interesse der Kunden ist sehr groß", versicherte Schein. Mehrere zehntausend hochleistungsfähige Rundzellen gingen pro Monat testweise an die Kunden, hieß es.

Die Kosten für den Anlauf dieser großen Zellen belasten aber, während erste Umsätze erst 2024 erwartet werden, wie Finanzchef Hessenberger einräumte. Steigende Rohstoff- und Energiekosten können zudem nur zeitverzögert an die Kunden weitergegeben werden. Das operative Ergebnis sackte im ersten Quartal um über ein Drittel auf 38 Millionen Euro ab. Unter dem Strich fiel der Gewinn auf 6 Millionen Euro - nur noch ein Viertel des Ergebnisses von vor einem Jahr.

Trotz der Krisen halte das Management an den Jahreszielen fest, hieß es. Varta rechnet mit einem Umsatz von 950 Millionen Euro bis zu einer Milliarde. Im Vorjahr waren es 903 Millionen Euro - das Wachstum soll im besten Fall also rund 10 Prozent betragen. Das bereinigte operative Ergebnis peilt das Management weiter bei 260 bis 280 Millionen Euro ein und damit auch im positiven Fall etwas unter den 283 Millionen Euro aus dem Vorjahr.

@ dpa.de