Medien, Regierungen

EDINBURGH - Die frühere BBC-Journalistin Emily Maitlis hat schwere Vorwürfe gegen den öffentlich-rechtlichen Sender und die britischen Medien im Allgemeinen erhoben.

25.08.2022 - 16:50:25

Ex-BBC-Moderatorin: Britische Medien normalisieren Populismus. Immer häufiger gelinge es ihnen nicht, sich in der aktuellen Zeit selbst zu behaupten, in der "Fakten verloren gehen, die Normen des Rechtsstaates mit Füßen getreten werden und Behauptungen oft unhinterfragt bleiben", sagte Maitlis in einer Rede am Mittwochabend auf dem Edinburgh Festival Fringe. Damit würden populistische Ideen normalisiert und Dinge sagbar gemacht, die früher unvorstellbar gewesen seien.

Die 51-Jährige, die jahrelang die populäre BBC-Nachrichtensendung "Newsnight" moderierte und durch ein aufsehenerregendes Interview mit dem Queen-Sohn Prinz Andrew auch international bekannt wurde, hatte die BBC vor einigen Monaten verlassen und arbeitet nun für den konkurrierenden britischen Medienkonzern Global.

Ihrem alten Arbeitgeber warf sie vor, nach einer ihrer Moderationen über die Lockdown-Regelbrüche im Regierungszirkel nach einer Intervention aus der Downing Street zu schnell zurückgerudert zu sein. Die BBC wies dies zurück und berief sich auf Maitlis' mangelnde Unbefangenheit in diesem Fall. Maitlis kritisierte in ihrer Rede außerdem, dass mit dem früheren Downing-Street-Berater Robbie Gibb mittlerweile ein "Fürsprecher der konservativen Partei" im BBC-Aufsichtsrat sitze.

Wenn es um den Brexit gehe, würden sich die britischen Medien in eine "Mauer des Schweigens" hüllen, kritisierte die Journalistin. Teile der BBC und die Zeitungen, die die Regierung unterstützten, gingen automatisch in Deckung, wann immer der Brexit Probleme verursache. Diejenigen, die versprochen hätten, den Brexit über die Bühne zu bringen, könnten ihn nun nicht mehr erwähnen - denn er sei noch nicht über die Bühne gegangen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Experten und Politik spekulieren über Kosten eines Gaspreisdeckels Die diskutierte Preisbremse für Gasverbraucher könnte laut Berechnungen der Vorsitzenden der neuen Gas-Expertenkommission der Bundesregierung, Veronika Grimm, "nur" einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten. (Wirtschaft, 29.09.2022 - 08:34) weiterlesen...

Ostbeauftragter alarmiert. "Es ist Zeit für einen neuen Blick auf Ostdeutschland", schreibt der Ostbeauftragte der Bundesregierung in seinem Jahresbericht. Osten gleich Nazis, Doping und die Stasi? Von wegen. Internationale Investoren wie Tesla und Intel pumpen gerade Milliarden in die ostdeutschen Länder, die viel Fläche, Fachleute und grüne Energie zu bieten haben. "Ostdeutschland ist im Aufwind", berichtet Schneider. Doch dann schiebt hinterher: "Zumindest grundsätzlich gesprochen". BERLIN - Eigentlich hat Carsten Schneider gute Nachrichten. (Wirtschaft, 28.09.2022 - 17:25) weiterlesen...

Ministerpräsidenten starten mit Sonderkonferenz zum Entlastungspaket. BERLIN - Die Regierungschefs und -chefinnen der Länder haben am Mittwoch in Berlin Beratungen über das geplante dritte Entlastungspaket gegen die Folgen der Energiekrise aufgenommen. Die Sonderkonferenz der Ministerpräsidenten sollte ursprünglich der Auftakt zu anschließenden Bund-Länder-Gesprächen sein. Wegen der Corona-Infektion von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wurde die gemeinsame Runde nun aber auf den 4. Oktober vertagt. Ministerpräsidenten starten mit Sonderkonferenz zum Entlastungspaket (Boerse, 28.09.2022 - 16:58) weiterlesen...

Moskau will Gebiet Donezk ganz erobern - Kiew fordert Waffen. Gekämpft werden solle noch mindestens bis zur Eroberung des gesamten Gebiets Donezk, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Er äußerte sich damit zum Ende der als Völkerrechtsbruch kritisierten Abstimmungen über den Beitritt besetzter ukrainischer Gebiete zur Russland. Kanzler Olaf Scholz (SPD), die EU und die USA verurteilten die unrechtmäßigen Urnengänge und kündigten Sanktionen an. KIEW/MOSKAU - Russland will auch nach der geplanten Einverleibung besetzter ukrainischer Gebiete und trotz drohender Sanktionen des Westens weiter Krieg führen. (Wirtschaft, 28.09.2022 - 16:57) weiterlesen...

Kurzarbeit in der Krise auch in der Leiharbeit möglich. BERLIN - Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter sollen bei Bedarf in der Energiepreiskrise in Kurzarbeit gehen können. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine Verordnung, die den Bezug der Kurzarbeit auch für Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter öffnet. Um solche Arbeitsplätze zu sichern, solle die Regelung ab 1. Oktober gelten, wie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Mittwoch in Berlin mitteilte. "Wir stellen damit für die kommenden Monate Handlungsfähigkeit sicher, sollte sich die Situation im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine oder der Corona-Pandemie weiter verschärfen." Die Sonderregelung ist zeitlich befristet bis Ende dieses Jahres. In der Pandemie war die Leiharbeit bereits vorübergehend in die Kurzarbeitsregelungen einbezogen worden. Kurzarbeit in der Krise auch in der Leiharbeit möglich (Wirtschaft, 28.09.2022 - 16:30) weiterlesen...

Von der Leyen schlägt neues EU-Sanktionspaket samt Ölpreisdeckel vor. Das Paket enthalte unter anderem die Rechtsgrundlage für einen Preisdeckel für Ölimporte aus Russland sowie weitere Importbeschränkungen im Wert von sieben Milliarden Euro, sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Nun müssen die EU-Staaten über den Vorschlag beraten und einstimmig darüber entscheiden. BRÜSSEL - Die EU-Kommission hat einen Vorschlag für ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland wegen der Invasion in die Ukraine vorgelegt. (Wirtschaft, 28.09.2022 - 16:18) weiterlesen...