Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

BAYER AG, DE000BAY0017

DÜSSELDORF - Teurer Befreiungsschlag: Bayer hat sich laut einem Pressebericht auf eine Beilegung zehntausender US-Klagen um Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter geeinigt.

23.06.2020 - 13:35:24

Bayer einigt sich im milliardenschweren US-Glyphosat-Streit. Eine Einigung für eine Gesamtsumme von 8 bis 10 Milliarden US-Dollar (7,1-8,9 Mrd Euro) sei unterschriftsreif und müsse nur noch durch den Aufsichtsrat des Dax-Konzerns, schreibt das "Handelsblatt" am Dienstag unter Berufung auf Kreise von Verhandlungspartnern und des Unternehmens. Ein Konzensprecher wollte den Bericht auf Nachfrage nicht kommentieren. Bayer-Aktien schnellten indes als einer der Favoriten im deutschen Leitindex um 5,51 Prozent auf 72,43 Euro nach oben.

Die Freude der Aktionäre scheint verständlich. Der Glyphosat-Streit lastet seit fast zwei Jahren auf dem Kurs. Ab August 2018 musste Bayer insgesamt drei Glyphosat-Prozessschlappen hinnehmen mit Millionenforderungen für Schadenersatz der krebskranken Kläger. Der Kurs brach ein. Er erholte sich erst wieder schrittweise, nachdem sich ein Vergleich zumindest vage abgezeichnet hatte. Aktuell kosten die Papiere aber immer noch mehr als ein Fünftel weniger als vor dem ersten Urteil vor knapp zwei Jahren.

Die nun vom "Handelsblatt" genannte Vergleichssumme wäre am unteren Ende sogar niedriger als Analysten zuletzt geschätzt hatten. Wichtig ist zudem, dass laut der Zeitung zwei Milliarden Dollar davon als Rücklage gelten, mit der Bayer die Ansprüche künftiger Kläger begleichen könne. Das wäre insofern wichtig, da mit solch einem Schritt die Risiken wohl weg wären.

Das Bayer-Management hatte denn auch in den letzten Monaten immer wieder betont, zu einer außergerichtlichen Lösung bereit zu sein, wenn diese finanziell angemessen und ein finaler Abschluss der Glyphosat-Streitigkeiten sei. Heißt: Das Thema sollte ein für alle Mal vom Tisch, schließlich könnten auch noch in Jahren Krebspatienten eine frühere Glyphosat-Verwendung für ihr Leiden verantwortlich machen.

Finanziell ist Bayer gerüstet für einen Vergleich. Allein der Verkauf der Tiermedizin soll Bayer 7,6 Milliarden Dollar einbringen - den Großteil davon in bar, einen kleineren Teil in Aktien des Käufers Elanco.

Der Agrarchemie- und Pharmakonzern hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto immense Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Glyphosat ins Haus geholt und sah sich zuletzt mit mehr als 50 000 Klagen konfrontiert. Denn: nach den Prozessniederlagen von Bayer hatten immer mehr Menschen dem Konzern vorgeworfen, durch die Verwendung von Monsantos Unkrautvernichtern Krebs bekommen zu haben.

Die Leverkusener wiesen die Vorwürfe stets zurück und bekamen auch Rückendeckung von der US-Umweltbehörde EPA, die Glyphosat bei vorschriftsmäßigem Gebrauch nicht als Gesundheitsrisiko einstuft. Bayer war denn in den verloren gegangenen Prozessen in Berufung gegangen.

In den anstehenden Berufungsprozessen, in denen anders als bislang keine Geschworenen, sondern Berufsrichter geurteilt hätten, hätte die EPA-Einschätzung Bayer durchaus helfen können. Unterstützung in einem der Verfahren war zuvor schon vom Justizministerium gekommen, das einen sogenannten Amicus-Schriftsatz bei Gericht eingereicht hatte.

Dennoch stand die Bayer-Führung um Konzernchef Werner Baumann unter Druck. So hatten die Aktionäre Baumann auf der Hauptversammlung 2019 angesichts der Glyphosat-Krise die Entlastung verwehrt. Das wiederholte sich 2020 zwar nicht, dennoch hielten sich Anteilseigner mit Kritik nicht zurück. "Solange sich Bayer nicht von den Klagen befreien kann, werden wir wahrscheinlich keine Erholung des Aktienkurses sehen", hatte Ingo Speich, Experte für Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Fondsgesellschaft Deka Investment betont.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

ANALYSE-FLASH: JPMorgan belässt Bayer auf 'Neutral' - Ziel 77 Euro. Das seien positive Neuigkeiten, schrieb Analyst Richard Vosser in einer ersten Reaktion am Donnerstag. NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat Bayer nach einem Studienerfolg mit dem Medikamentenkandidaten Finerenon für Nierenkranke auf "Neutral" mit einem Kursziel von 77 Euro belassen. (Boerse, 09.07.2020 - 15:28) weiterlesen...

Bayer erwägt nach Studienerfolg Zulassungsantrag für Finerenon für Nierenkranke. Die abschließende klinische Studie (Phase-III) Fidelio-DKD zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit des Mittels im Vergleich zu einem Placebo jeweils zusätzlich zur Standardtherapie habe bei chronisch Nierenkranken mit Typ-2-Diabetes den primären Endpunkt erreicht, teile Bayer am Donnerstag in Berlin mit. Finerenon habe gegenüber Placebo das Fortschreiten der chronischen Nierenerkrankung (CKD) verzögert - verlängerte also die Zeit etwa bis zum Nierenversagen. Bayer erwägt nun einen Zulassungsantrag für das Mittel, das bislang in noch keiner Indikation zugelassen ist. BERLIN - Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat mit seinem Medikamentenkandidaten Finerenon einen Studienerfolg erzielt. (Boerse, 09.07.2020 - 14:17) weiterlesen...

Bayer zieht Antrag auf Zustimmung zu US-Glyphosat-Vergleich zurück. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, dass der Gerichtsantrag auf eine vorläufige Zustimmung zu einer Vereinbarung bei künftigen Glyphosat-Klagen zurückgezogen worden sei. Bayer habe der Entscheidung der Klägeranwälte zu diesem Schritt zugestimmt. Der Antrag betrifft zwar nur einen Teil des ausgehandelten Kompromisses, ist jedoch ein entscheidendes Puzzlestück des großen Vergleichs. Die Bayer-Aktie lag am Mittwochnachmittag 0,7 Prozent im Minus. LEVERKUSEN/SAN FRANCISCO - Bayers milliardenschwerer Vergleich zur Beilegung von US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat steht wieder auf der Kippe. (Boerse, 08.07.2020 - 15:48) weiterlesen...

Gegenwind für Bayer: US-Richter sieht Teil der Glyphosat-Einigung kritisch. Konkret geht es dabei um den Teil des großangelegten Vergleichs, der mögliche künftige Fälle abdeckt. Der Bundesrichter Vince Chhabria, der diesem Teil der Einigung noch zustimmen muss, äußerte sich in einem Gerichtsdokument vom Montag (Ortszeit) kritisch zur geplanten Einrichtung eines unabhängigen Wissenschaftsgremiums, das dann entscheiden soll, ob der Glyphosat-Unkrautvernichter Roundup Krebs verursacht, und falls ja, in welcher Dosis. Bayer äußerte sich am Dienstagmorgen zunächst nicht. Die Aktien gerieten unter Druck. SAN FRANCISCO - Bayer bekommt bei der Milliardeneinigung im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken glyphopsathaltiger Unkrautvernichter Gegenwind. (Boerse, 08.07.2020 - 11:16) weiterlesen...

ANALYSE: Baader Bank sieht bei Bayer Übernahmefantasie und Druck auf Management. Da der Börsenwert weiter unter Druck stehe, könnte eine Übernahme oder Aufspaltung des Dax -Konzerns wahrscheinlicher werden, erklärte Analyst Markus Mayer in einer Studie vom Mittwoch. Sollten entsprechende Forderungen laut werden oder eine Offerte vorliegen, könnten sich die Aktionäre vom aktuellen Management und dem Aufsichtsrat abwenden. Denn: die mit dem milliardenschweren Kauf des US-Saatgutkonzerns Monsanto aufgehalsten Rechtsrisiken könnten so teuer werden, dass Aktionärswert vernichtet wird. MÜNCHEN - Der jüngste Rückschlag für Bayer bei der angestrebten milliardenschweren Glyphosat-Einigung in den USA könnte nach Ansicht der Baader Bank zum Problem für das Management der Leverkusener werden. (Boerse, 08.07.2020 - 11:00) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: Goldman belässt Bayer auf 'Buy' - Ziel 74 Euro NEW YORK - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Bayer auf "Buy" mit einem Kursziel von 74 Euro belassen. (Boerse, 08.07.2020 - 10:47) weiterlesen...