VOLKSWAGEN VORZÜGE, DE0007664039

DÜSSELDORF - Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucherschützer halten wenig von einem Fahrverbot für Dieselautos.

12.04.2018 - 06:33:46

Experten lehnen Dieselfahrverbote für NRW ab. Sie appellieren an die Politik, alles zu tun, um die Stickoxid-Grenzwerte auf anderem Wege einzuhalten und Pendler, Unternehmen und Autobesitzer nicht zu schädigen. Das geht aus zahlreichen Stellungnahmen an den Düsseldorfer Landtag hervor.

Das Thema Dieselfahrverbote stand für Donnerstag auf der Tagesordnung einer von SPD und Grünen beantragten gemeinsamen Expertenanhörung der Ausschüsse für Umwelt und für Verkehr. Im Folgenden Auszüge zu den wichtigsten Argumenten.

BETROFFENE: Nach Angaben der Industrie- und Handelskammern (IHK) wären von einem Fahrverbot allein in NRW die Besitzer von rund 2,5 Millionen Dieselwagen betroffen, die nicht die Euro-6-Norm erfüllen. Das sind demnach 81 Prozent aller Dieselautos. Hinzu kämen nach den Zahlen der IHK rund 550 000 oder 92 Prozent aller Nutzfahrzeuge.

BLAUE PLAKETTE: Die Meinungen zur Einführung einer "blauen Plakette" für umweltfreundliche Dieselfahrzeuge gehen auseinander. Während etwa der Städtetag und die Stadt Düsseldorf sie im Falle von Dieselfahrverboten als Regulator für unerlässlich halten, lehnen Wirtschaftsverbände sie als unzumutbar ab. Ohne Einführung einer Plakette könne ein Dieselfahrverbot nicht kontrolliert werden, heißt es in der Stellungnahme der Landeshauptstadt. Das Umweltbundesamt ist für ein gestaffeltes zweistufiges System, das im Sinne der Verhältnismäßigkeit weniger Diesel aus den Städten verbannt.

DIE KOSTEN: Fast alle Experten sehen die Automobilindustrie in der Pflicht, die Kosten für die Umrüstung umweltschädlicher Dieselfahrzeuge zu übernehmen, eine Minderheit lässt die Frage offen. Die Kosten für die Umrüstung eines Pkw belaufen sich nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW auf 1500 bis 3000 Euro pro Fahrzeug. Die Kosten für die Umrüstung eines Linienbusses lägen sogar bei etwa 25 000 Euro, berichtet der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

KLAGEN: Die Verbraucherzentrale dringt auf Einführung einer Musterfeststellungsklage, damit Autofahrer, die nun wegen Schummel-Software in einer Schadstoff-Schleuder sitzen, zu ihrem Geld kommen. Ein Verband könnte dann eine Klage gegen den Autohersteller führen und Tausende könnten sich einfach anschließen.

AUSNAHMEN: Einigkeit herrscht unter den Fachleuten, dass im Falle von Fahrverboten auch über Ausnahmen nachgedacht werden muss. Dabei sei nicht nur an Handwerker und Anwohner zu denken, sondern auch an Pendler, mahnt die Verbraucherzentrale. Der Handwerkskammertag fordert generelle, überregional wirksame Ausnahmeregelungen, etwa mit einem Handwerker-Parkausweis.

GRATIS-VERKEHR: Ohne öffentliche Gegenfinanzierung der Einnahmeverluste sind verbilligte oder gar kostenlose Bus- und Bahnfahrten aus Sicht der Verkehrsunternehmen kein Mittel, um den Autoverkehr und damit die Schadstoffemissionen zu reduzieren. Schon heute lägen die Fahrpreise deutlich unter den Kosten des Pkw-Verkehrs, und trotzdem blieben die Autos nicht in der Garage, stellt der VDV fest. Der Verkehrsclub Deutschland hält dagegen einen Nulltarif an einzelnen Wochenenden plus Erhöhung der Parkgebühren in den Innenstädten für zwei gute Umstiegsargumente.

RADVERKEHR: Landkreistag sowie Städte- und Gemeindebund sehen unter anderem im Radverkehr viel Potenzial, um Schadstoffbelastungen zu senken. Immerhin sei etwa jede zweite Autofahrt kürzer als fünf Kilometer. Außerdem plädieren sie für den Ausbau regionaler Radschnellverbindungen.

LUFT: In die Konzepte für reine Luft müssten auch Autobahnen, Schiffsverkehr und Diesellokomotiven einbezogen werden, mahnt der Städtetag. Auch der Duisburger Verkehrsexperte Prof. Michael Schreckenberg verweist auf wissenschaftliche Studien, wonach die Stickoxid-Grenzwerte nicht allein durch Diesel-Umrüstung eingehalten werden können.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

KBA muss in Sachen VW-Rückrufanordnung Akteneinsicht gewähren. SCHLESWIG - Das Kraftfahrtbundesamt muss der Deutschen Umwelthilfe im Streit um die Rückrufanordnung von VW -Modellen Akteneinsicht gewähren. Das Verwaltungsgericht in Schleswig gab damit am Freitag einer entsprechenden Klage des Verbandes statt. Konkret geht es um den Schriftverkehr zwischen dem Bekanntwerden des Dieselskandals am 18. September 2015 und dem Datum der Rückrufanordnung von VW-Dieselfahrzeugen (15. Oktober 2015), der sich auf diese Anordnung bezieht. KBA muss in Sachen VW-Rückrufanordnung Akteneinsicht gewähren (Boerse, 20.04.2018 - 17:47) weiterlesen...

GESAMT-ROUNDUP: Porsche-Manager nach Diesel-Razzia in Untersuchungshaft. Der Mann sei wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr verhaftet worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Freitag. Im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre hatten Einsatzkräfte am Mittwoch mehrere Porsche-Standorte durchsucht, darunter die Zentrale in Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach. Hintergrund sind mögliche Manipulationen bei der Abgasreinigung von Dieselautos. Porsche weist die Vorwürfe zurück. STUTTGART - Nach der Diesel-Razzia bei Porsche sitzt ein hochrangiger Manager des Autobauers in Untersuchungshaft. (Boerse, 20.04.2018 - 16:11) weiterlesen...

Porsche-Manager in Untersuchungshaft (Boerse, 20.04.2018 - 12:38) weiterlesen...

Porsche-Manager in Untersuchungshaft. Darüber informierte Vorstandschef Oliver Blume am Freitag die Mitarbeiter. Als Grund hätten die Behörden Verdunkelungs- und Fluchtgefahr angegeben, heißt es in der Mitteilung an die Belegschaft, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Autobauer weist die Vorwürfe zurück. Die Staatsanwaltschaft und das zuständige Gericht waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. STUTTGART - Nach der Diesel-Razzia bei Porsche haben die Ermittler einen Manager des Stuttgarter Autobauers in Untersuchungshaft genommen. (Boerse, 20.04.2018 - 11:59) weiterlesen...

Porsche-Mitarbeiter nach Diesel-Durchsuchungen in Untersuchungshaft. Das geht aus einer Mitteilung von Vorstandschef Oliver Blume an die Belegschaft vom Freitag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach gehen die Behörden von Verdunkelungs- und Fluchtgefahr aus. Die Staatsanwaltschaft war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. STUTTGART - Im Zusammenhang mit den Ermittlungen im Diesel-Skandal ist einer der beschuldigten Porsche-Mitarbeiter in Untersuchungshaft genommen worden. (Boerse, 20.04.2018 - 11:20) weiterlesen...

VW-Abgasskandal - Verwaltungsgericht verhandelt Klage gegen KBA. Nach Angaben von Rechtsanwalt Remo Klinger, der die DUH vertritt, bezieht sich die geforderte Akteneinsicht auf alles, was 2015 vom KBA in Sachen Software-Updates, Rückrufanordnungen und ähnlichem gegenüber VW angeordnet wurde. SCHLESWIG - Am Verwaltungsgericht in Schleswig hat am Freitag die mündliche Verhandlung einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auf Akteneinsicht gegen das Kraftfahrtbundesamt (KBA) begonnen. (Boerse, 20.04.2018 - 10:34) weiterlesen...