BASF SE, DE000BASF111

DÜSSELDORF - Die BASF -Tochter Wintershall hat laut einem Pressebericht im Streit mit der staatlichen libyschen Ölgesellschaft NOC um die Ölförderung Zugeständnisse gemacht.

11.08.2017 - 11:05:25

'WiWo': BASF-Tochter Wintershall macht Zugeständnisse in Libyen. In dem Wintershall mehr als Dreiviertel seiner Produktion an die libysche Ölgesellschaft abtrete, habe das Unternehmen vorerst eine Milliardenstrafe abwenden können, berichtet die "Wirtschaftswoche" am Freitag. Von den von der BASF-Tochter täglich geförderten 65 000 Barrel dürfe sie nur etwa 12 500 Barrel selbst vermarkten. Der Rest gehe an die NOC und werde von ihr in den Verkauf gebracht. Der Wert dieser täglich von der NOC vermarkteten Menge betrage gut 2,5 Millionen US-Dollar. Seit einigen Wochen fördert Wintershall in Libyen wieder.

"Die Zuweisung von Liftings ermöglicht es uns, wieder zu produzieren", sagte ein Wintershall-Sprecher auf Anfrage. Bei der Vereinbarung gehe es in erster Linie um die Deckung der laufenden Kosten. Zu den genauen Zahlen machte er keine Angaben. "Wir sind mit der NOC in Gesprächen über eine Reihe von Themen", fügte er hinzu.

Im Streit mit dem libyschen Ölkonzern geht es um Lizenzen und Verpflichtungen noch aus der Zeit des später gestürzten Diktators Muammar al-Gaddafi. Die Produktion stand daher seit März zeitweise komplett still. Wintershall und NOC waren sich uneins über die Rechte und Verpflichtungen des deutschen Unternehmens. Als Ausgleich für Ausfälle bei der Ölförderung erhob der staatliche Ölkonzern eine Schadensersatz-Forderung von fast einer Milliarde US-Dollar. Diese lehnt die BASF-Tochter, die seit 1958 in Libyen engagiert ist, weiterhin als unbegründet ab.

Neue, nicht abgeschlossene Verträge sollten die Abgaben an den Staat, die bereits bei mehr als 90 Prozent lagen, noch erhöhen und zudem Wintershall zu einem Minderheitsgesellschafter machen. Wintershall hingegen pocht auf bestehende Konzessionsverträge, die es mit dem libyschen Staat gebe, nicht aber mit der NOC. Wegen andauernder Konflikte und Wirtschaftsblockaden habe Wintershall seit 2013 weniger als 10 Prozent der sonst üblichen Menge fördern können. Die Fördermengen habe stets die NOC festgelegt.

@ dpa.de

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