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DÜSSELDORF - Der Mangel an Pflegekräften hat Auszubildenden in diesem Bereich den Spitzenplatz bei den tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland verschafft.

13.07.2021 - 09:39:30

Ausbildungsvergütung: Öffentliche Pflege zahlt anfangs am besten. Sie müssen allerdings nach einem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt werden, wie das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag berichtete.

Pflegekräfte im ersten Ausbildungsjahr verdienen demnach 1161 oder 1163 Euro im Monat, je nachdem, ob für sie der Tarifvertrag für den Bund und die Kommunen oder der für die Länder gilt. In privaten Pflegeeinrichtungen ohne Tarifvertrag könne die Ausbildungsvergütung hingegen auch deutlich geringer ausfallen, betonte das WSI. Den Spitzenplatz bei der Bezahlung verliert die Pflege allerdings mit zunehmender Ausbildungszeit. Im dritten Lehrjahr verdienen Auszubildende im westdeutschen Bauhauptgewerbe mit 1495 Euro im Monat am besten, in der Pflege werden 1328 und 1333 Euro gezahlt.

Die Unterschiede bei der tariflichen Bezahlung von Auszubildenden sind nach wie vor erheblich. Die geringsten Ausbildungsvergütungen werden demnach in der Floristik (634 Euro in West- und 425 Euro in Ostdeutschland) und im Friseurhandwerk (575 Euro in Nordrhein-Westfalen und 325 Euro in Thüringen) gezahlt. In der ostdeutschen Floristik und im thüringischen Friseurgewerbe liege die Ausbildungsvergütung sogar unterhalb der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung von 550 Euro im Monat.

In vielen Branchen habe ein zunehmender Fachkräftemangel den Anpassungsdruck in Richtung bessere Ausbildungsbedingungen erhöht, betonte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten. Spürbar sei dies etwa in der Landwirtschaft und der Süßwarenindustrie in Ostdeutschland, wo mittlerweile die Ausbildungsvergütungen leicht oberhalb des Westniveaus lägen, was auf einen signifikanten Fachkräftemangel in diesen Bereichen hindeute. In den meisten Tarifbranchen werde aber nach wie vor im Westen besser bezahlt.

@ dpa.de

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