Metro AG, DE000BFB0019

DÜSSELDORF - Der Handelskonzern Metro will seine Supermarktkette Real als Ganzes verkaufen.

14.09.2018 - 12:11:24

Metro-Chef will Supermarktkette Real nur als Ganzes verkaufen. Überlegungen, nach denen sich potenzielle Investoren lediglich für die lukrativen Immobilien interessieren könnten, wies Vorstandschef Olaf Koch am Freitag in einer Telefonkonferenz zurück. "Wir schließen einen getrennten Verkauf von operativem Geschäft und Immobilien aus", sagte der Manager. Für die seit Jahren im Umbau befindliche Supermarktkette sieht er nun den "richtigen Zeitpunkt" für eine Eigenständigkeit gekommen. Die Aktie legte bis zur Mittagszeit um 1,6 Prozent zu. Allerdings bezweifeln Analysten, ob Koch seinen Plan auch so durchführen kann.

als Käufer vorstellen kann. Strategisch sei es sinnvoll, sich vom schwächsten Konzernbereich zu trennen, der von geringen Gewinnen und hohen Mitarbeiterkosten gekennzeichnet sei. Analysten bewerten Real mit etwa 500 Millionen (Baader Bank) bis 700 Millionen Euro (Bernstein).

Fabienne Caron vom Analysehaus Kepler Cheuvreux hingegen bezweifelt, ob Koch sein Bestreben, Real als Ganzes zu verkaufen, durchsetzen kann. Als strategischer Investor könnte Kaufland an einigen Märkten interessiert sein, ebenso Globus. Letztlich werde es wohl auf den Verkauf einiger Standorte und die Schließung von anderen hinauslaufen, schätzt sie. Die Entscheidung von Metro, sich von Real zu trennen und sich ganz auf den Großhandel zu konzentrieren, erfolgt nur wenige Wochen, nachdem Großaktionär Haniel ein Aktienpaket von 7,3 Prozent an eine Gesellschaft des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky verkauft hat. Laut Koch ist dies ein "Zufall". Der Manager wies einen Zusammenhang zurück.

Kretinsky könnte schon bald zum größten Metro-Aktionär aufsteigen. Der Investor hat sich eine Option auf den Kauf der restlichen 15,2 Prozent der Papiere gesichert und führt zudem Gespräche mit dem Elektronikhändler Ceconomy über dessen Metro-Anteil. Ceconomy ist ebenso wie Metro im vergangenen Sommer aus der Aufspaltung der früheren Metro Group hervorgegangen.

Mit einem Real-Verkauf würde Metro wieder zu den Wurzeln zurückkehren. Bereits jetzt erzielt Metro wieder rund 80 Prozent des Umsatzes mit gewerblichen Kunden. Das Unternehmen war in den 1960er Jahren als Großhändler gegründet worden und hat über die Jahrzehnte stetig andere Gesellschaften zugekauft. Bereits vor einiger Zeit begann die Rolle rückwärts. Zuletzt trennte sich der Konzern etwa von der Warenhauskette Kaufhof. Diese soll nun mit ihrer Rivalin Karstadt zusammengehen.

@ dpa.de

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