Metro AG, DE000BFB0019

DÜSSELDORF - Der Großhandelskonzern Metro will im neuen Geschäftsjahr wieder zum Vorkrisenniveau zurückkehren.

16.12.2021 - 10:47:27

Metro verspricht nach Jahresverlust Rückkehr auf Vorkrisenniveau. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 hatten die coronabedingten Lockdowns in der Gastronomie und Hotellerie dem Unternehmen schwer zu schaffen gemacht, denn die Branche ist ein wichtiger Kunde für die Metro. Unter dem Strich reduzierte der Konzern zwar seinen Jahresverlust, anders als im Vorjahr müssen die Aktionäre diesmal jedoch auf eine Dividende verzichten. An der Börse sorgten die Nachrichten am Donnerstagmorgen für Kursverluste.

in den SDax abgestiegen, den Index für kleine bis mittelgroße Nebenwerte.

Analysten reagierten auf den Metro-Bericht verhalten: Laut Volker Bosse von der Baader Bank konnte Metro im vergangenen Geschäftsjahr beim bereinigten Betriebsergebnis zwar die Erwartungen leicht übertreffen, die Prognosen seien jedoch gemischt ausgefallen, merkte der Experte an. So liege das Umsatzziel über den Erwartungen, das Gewinnziel aber darunter. James Grzinic von der Investmentbank Jefferies sieht derweil in der Corona-Krise noch immer ein Damokles-Schwert für Metro und die Konzernziele. Letztendlich gebe es nur wenig Gewissheit darüber, wie die Pandemie fortschreite oder wie die Politik darauf reagiere.

Der Vorstand um den seit Mai amtierenden Konzernchef Steffen Greubel will in den zwölf Monaten bis Ende September 2022 auf Basis stabiler Wechselkurse den Umsatz um drei bis sieben Prozent ankurbeln. Wachstumstreiber sei vor allem das Geschäft mit Gastronomiekunden, teilte der Konzern am Vorabend mit. Besonders stark soll es in Westeuropa außerhalb Deutschlands aufwärts gehen. Dabei setzt die Konzernspitze auf das Belieferungsgeschäft und auch auf einen zunehmenden Online-Handel.

Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) soll ähnlich wie im abgelaufenen Geschäftsjahr knapp 1,2 Milliarden Euro erreichen. Dabei geht der Konzern wegen der Pandemie von zeitweisen, aber nur leichten staatlichen Beschränkungen des öffentlichen Lebens aus. Diese sollten insbesondere das bis Ende März laufende erste Halbjahr des Geschäftsjahres betreffen. Sämtliche Ziele gelten zudem ohne Berücksichtigung weiterer Portfolioanpassungen, wie es hieß.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte dem Großhändler die Restriktionen und Restaurantschließungen im Zuge der Pandemie am deutlichsten im Heimatmarkt Deutschland zugesetzt. Demgegenüber zogen in Russland, Osteuropa und Asien die Erlöse zwar an, der Zuwachs wurde aber durch negative Wechselkurseffekte zunichte gemacht. Konzernweit sank der Metro-Umsatz auf Jahressicht um 3,4 Prozent auf knapp 24,8 Milliarden Euro, obwohl das Geschäft im Sommerquartal spürbar anzog. Währungs- und flächenbereinigt lagen die Jahreserlöse leicht unter dem Vorjahresniveau.

Mit einem bereinigten operativen Gewinn von knapp 1,2 Milliarden Euro schnitt Metro zwar etwas besser ab als im Vorjahr und erreichte das obere Ende der zuletzt ausgegebenen Prognosespanne. Unter dem Strich stand im fortgeführten Geschäft allerdings noch ein Verlust von 45 Millionen Euro nach einem Minus von 140 Millionen ein Jahr zuvor.

Das Unternehmen hatte im April zunächst wegen der Pandemie seine Ziele gekappt, diese dann später aber wieder angehoben, als sich die Belebung in der Gastronomie abzeichnete. Zur ausgefallen Ausschüttung hieß es nun, dieses Vorhaben sei wegen der anhaltenden Unsicherheiten durch die Pandemie angemessen. Anders als im Vorjahr, in dem Anleger noch 70 Cent pro Papier erhielten, seien zudem keinerlei Transaktionserlöse angefallen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte sich Metro auch von einigen Geschäftsbereichen getrennt, so zog sich der Konzern aus Japan und Myanmar zurück. Erstmals voll konsolidiert wurden dagegen der hinzugekaufte portugiesische Lebensmittellieferant Aviludo sowie der spanische Großhändler Davigel.

@ dpa.de