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LINDE plc, IE00BZ12WP82

DUBLIN / GUILDFORD - Der weltweit größte Industriegase-Konzern Linde wird dank gut laufender Geschäfte noch zuversichtlicher für das laufende Jahr.

28.10.2021 - 14:28:03

Gasekonzern Linde erhöht erneut Gewinnziel für 2021. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll 2021 auf 10,52 bis 10,62 US-Dollar zulegen, wie das im Dax notierte Unternehmen am Donnerstag in Guildford bei London mitteilte. Das sei ein Anstieg im Jahresvergleich um bis zu 29 Prozent. Dabei profitiert Linde auch von günstigen Währungseffekten. Zuletzt war das Unternehmen noch von 10,10 bis 10,30 Dollar ausgegangen. Die Aktien geriet auf Rekordniveau dennoch ein wenig unter Druck.

beliefert die Auto-, Öl-, Chemie- und Metallindustrie genauso wie Lebensmittelhersteller und Krankenhäuser. Den Löwenanteil der Umsätze und Gewinne erwirtschaftet Linde in der Region Amerika, rund 25 Prozent der Erlöse kommen aus Europa und rund 20 Prozent aus Asien.

Der ehemalige Praxair-Chef Angel führt Linde nach US-Stil: Das Unternehmen schüttet jedes Quartal eine Dividende aus und bilanziert in Dollar. Zudem startete der Konzern Anfang des Jahres ein neues Aktienrückkaufprogramm. Der Konzern will bis Mitte 2023 Papiere für bis zu fünf Milliarden Dollar erwerben. Zudem gehört Angel zu den Dax-Chefs mit dem höchsten Gehalt.

Seit dem Zusammenschluss trimmt Angel den Konzern auf Profitabilität. Allein im Gasegeschäft sei die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland seit August 2018 über Freiwilligenprogramme und nicht wieder besetzte Stellen von knapp 3900 auf knapp 2700 gesunken, hieß es zuletzt aus Arbeitnehmerkreisen. Nun will sich das Linde-Management Arbeitnehmerkreisen zufolge die Option schaffen, im Gasebereich in den kommenden fünf Jahren rund jede zehnte Stelle in Deutschland abbauen zu können. Betroffen wären davon rund 270 Stellen.

Im Gegenzug werde der Vorstand auf Werksschließungen in Deutschland verzichten, hieß es. Die "Wirtschaftswoche" hatte zuvor darüber berichtet. Derzeit führen laut Kreisen die Arbeitnehmervertretung und das Linde-Management Gespräche über den im Sommer bekannt gewordenen geplanten Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen in Deutschland. Ein Linde-Sprecher bestätigte dies. Weltweit beschäftigte Linde Ende Juni rund 71 700 Mitarbeiter, das waren gut sechs Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Derweil baut Linde schon für eine Zeit ohne Angel als Chef vor. Das Vorstandsmitglied Sanjiv Lamba wird wie bereits im Markt spekuliert zum 1. März 2022 das Amt des Vorstandschefs Angel übernehmen. Lamba, der bereits vor der Fusion mit Praxair bei Linde im Vorstand saß, leitet seit Januar das operative Geschäft. Wenn er Linde-Chef wird, wechselt Angel in den Verwaltungsrat und löst dort Wolfgang Reitzle als Chefaufseher ab.

@ dpa.de