ELRINGKLINGER AG, DE0007856023

DETTINGEN / ERMS - Der Autozulieferer ElringKlinger hält seinen Renditeplan für ambitioniert und setzt zu einer Kursänderung an.

09.10.2018 - 14:52:25

Zweifel an Renditeplänen: ElringKlinger bremst im Stammgeschäft. Der Marktführer bei Zylinderkopfdichtungen will den Ausbau in seinen angestammten Geschäftsbereichen herunterfahren und so sein Ergebnis verbessern, wie Finanzvorstand Thomas Jessulat am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte. Die Aktie des Unternehmens verlor daraufhin 8,4 Prozent an Wert und erreichte mit 8,60 Euro den tiefsten Stand seit dem Jahr 2009.

Als zukunftsträchtige Bereiche sieht Jessulat jetzt die Elektromobilität und den Strukturleichtbau. In diesen Segmenten wolle der Konzern schon im kommenden Jahr deutlich mehr investieren. In den traditionellen Bereichen wie den Zylinderkopfdichtungen werde ElringKlinger die Investitionen hingegen begrenzen und das bisherige Wachstum auf eine "stabile Umsatzentwicklung" herunterfahren.

Jessulat erhofft sich davon, dass das Unternehmen im Jahr 2020 im operativen Geschäft endlich wieder einen freien Barmittelzufluss verbuchen kann. Seit 2013 ist der sogenannte operative Free Cashflow im roten Bereich. "Wir wollen und müssen uns hier verbessern", sagte er. Daher müsse das Unternehmen die Überlast, die es zurzeit in seinen Werken habe, abbauen.

Die Ende Juni gekappte Prognose für die operative Umsatzrendite hält der Manager unter den derzeitigen Rahmenbedingungen "nach wie vor für anspruchsvoll". Das Unternehmen erwartet bisher eine Umsatzrendite vor Steuern, Zinsen und Kaufpreisallokationen von 7 Prozent. Bis Juni hatten hier 9 Prozent im Plan gestanden.

Analystin Yasmin Steilen von der Commerzbank hält die vorsichtige Aussage zur Marge für nachvollziehbar. Eine weitere Gewinnwarnung sei daher nicht ausgeschlossen. An den Plänen für den freien Barmittelzufluss hat sie jedoch Zweifel. Schließlich wolle ElringKlinger zugleich in neue Geschäftsbereiche investieren und das traditionelle Geschäft nicht weiter ausbauen.

@ dpa.de