General Motors, US37045V1008

DETROIT - Der größte US-Autobauer General Motors (GM) hat im vierten Quartal wegen der US-Steuerreform einen Milliardenverlust eingefahren.

06.02.2018 - 15:28:44

US-Steuerreform reißt General Motors in die roten Zahlen. Von Oktober bis Dezember türmte GM einen auf die Aktionäre entfallenden Verlust von rund 5,2 Milliarden US-Dollar (4,2 Mrd Euro) auf, wie das Unternehmen am Dienstag in Detroit mitteilte. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen 1,8 Milliarden Dollar Gewinn gemacht.

Die neuen Steuergesetze sorgten jedoch für eine Abschreibung von 7,3 Milliarden Dollar. Grund ist vor allem, dass die Senkung der US-Unternehmenssteuern von 35 auf 21 Prozent auch die Beträge reduziert, die abgesetzt werden können. Dadurch kann die Steuerlast nicht mehr so stark durch Verrechnung früherer Verluste reduziert werden. Bei GM belastet das die Bilanz besonders stark, weil der Konzern in der Finanzkrise tief in die roten Zahlen geraten war.

Der Umsatz des Autokonzerns, der hinter Marken wie Chevrolet, Cadillac, Buick und GMC steht, sank trotz guter Geschäfte insbesondere mit SUVs und Pick-up-Trucks um 5,5 Prozent auf 37,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten jedoch mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Die GM-Aktie stieg vorbörslich zunächst um 1,7 Prozent. Konzernchefin Mary Barra zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden, bezeichnete 2017 jedoch als "Jahr des Übergangs".

GM hatte sich von seinem verlustreichen Europageschäft um die deutsche Tochter Opel getrennt und weitere Maßnahmen ergriffen, um das Kerngeschäft zu stärken und höhere Gewinnspannen zu erreichen. Die Veräußerung von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall an den französischen PSA-Konzern belastete jedoch zunächst die Jahresbilanz. 2017 schloss GM mit einem Verlust von 3,9 Milliarden Dollar ab, nach einem Plus von 9,4 Milliarden im Vorjahr.

Beim Opel-Deal musste der Konzern letztlich 6,2 Milliarden Dollar draufzahlen, dazu kam die Belastung aus der Steuerreform im Schlussquartal. Der Umsatz ging 2017 wegen insgesamt weniger verkauften Autos in Nordamerika um 2,4 Prozent auf 145,6 Milliarden Dollar zurück. Der US-Automarkt war nach mehreren Rekordjahren in Folge erstmals wieder etwas abgekühlt. Weltweit steigerte GM seine Verkäufe um knapp ein Prozent auf 8,9 Millionen Neuwagen.

@ dpa.de

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