MERCK KGAA, DE0006599905

DARMSTADT - Anhaltende Probleme im Flüssigkristallgeschäft und ein zunehmend belastender Euro: Der Darmstädter Merck-Konzern ist wie erwartet schwach in das neue Jahr gestartet.

15.05.2018 - 09:31:22

Flüssigkristalle und starker Euro bereiten Merck Probleme. Und auch in den nächsten Monaten steht dem Pharma- und Spezialchemieunternehmen kein leichter Gang bevor. Der Dax-Konzern konkretisierte am Dienstag wegen des jüngst besiegelten Verkaufs der rezeptfreien Arzneien seine Ziele für 2018 - und zeigte sich dabei mit Blick auf den Euro noch etwas pessimistischer als bisher. Die Aktie rutschte im frühen Handel mit einem Kursverlust von 2,85 Prozent auf 82,62 Euro an das Dax-Ende.

"Wir hatten bei der Vorlage der Jahresbilanz 2017 bereits darauf hingewiesen, dass 2018 ein Übergangsjahr wird. Die Zahlen des ersten Quartals bestätigen dies", sagte Konzernchef Stefan Oschmann laut Mitteilung. Negative Währungseffekte hätten zum Jahresstart das organische Wachstum in allen Regionen wieder aufgezehrt, erläuterte der Manager. "Unser Fokus liegt unverändert darauf, in allen drei Unternehmensbereichen durch Innovationen zu punkten."

In den ersten drei Monaten 2018 verringerte sich der Konzernumsatz im Jahresvergleich um mehr als 4 Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda pre) sackte gar um 18 Prozent auf rund 1,02 Milliarden Euro ab. Im Vorjahr hatte Merck allerdings noch in der Pharmasparte von positiven Sondereffekten wie Meilensteinen und einer Abgeltungszahlung auf zukünftig fällige Lizenzzahlungen profitiert. Analysten hatten deshalb in etwa mit diesen Resultaten gerechnet. Unter dem Strich ging der Gewinn zum Jahresstart um fast 35 Prozent auf 341 Millionen Euro zurück.

Negative Währungseffekte belasteten alle drei Sparten. So blieb im erfolgreichen Laborgeschäft vom vergleichsweise hohen organischen Wachstum nur ein dünnes Umsatzplus übrig. Die Pharmasparte verbuchte trotz moderater organischer Zuwächse nach der Umrechnung in Euro einen Umsatzrückgang von knapp 6 Prozent. Treiber der Sparte sei vor allem das Geschäft mit Produkten zur Behandlung von Unfruchtbarkeit gewesen. Die beiden neuen Hoffnungsträger des Konzerns, die Krebsimmuntherapie Bavencio und die Multiple-Sklerose-Tablette Mavenclad trugen zwar zum Wachstum bei, kommen bislang aber auf nur niedrige zweistellige Millionenbeträge.

Am schlechtesten lief es in der Sparte für Spezialmaterialien. Hier machte den Darmstädtern weiterhin das schwierige Marktumfeld bei den etwa in Displays verwendeten Flüssigkristallen zu schaffen. Merck - lange Jahre unangefochtener Marktführer - behauptet zwar noch immer seine Spitzenposition, verliert aber Anteile vor allem an chinesische Konkurrenten. Selbst die starken Zuwächse bei den Halbleitermaterialien und den organischen Leuchtdioden (Oled) reichten als Ausgleich nicht aus. Auch das Geschäft mit Pigmenten, funktionellen Füllstoffen und optoelektronischen Materialien schwächelte leicht.

Merck konkretisierte seine Prognose für das laufende Jahr. So wird zwar unverändert mit einem organischen Umsatzwachstum gerechnet, das aber durch negative Währungseffekte im schlimmsten Fall zunichte gemacht werden sollte. Weil die Darmstädter im April ihr Geschäft mit Präparaten zur Selbstmedikation an den US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble veräußert haben, werden nun 2018 Erlöse in Höhe von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro aus dem fortgeführten Geschäft erwartet.

Ohne das OTC-Geschäft soll das bereinigte Ebitda auf 3,75 bis 4 Milliarden Euro zurückgehen. Hier befürchtet Merck inzwischen negative Währungseinflüsse von 5 bis 7 Prozent, zuvor hatte der Konzern noch mit 4 bis 6 Prozent kalkuliert.

@ dpa.de

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