Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Ernährung, Regierungen

DAMASKUS - Die Hungerkrise im Bürgerkriegsland Syrien droht sich wegen einer monatelangen Dürre weiter zu verschlimmern.

19.06.2021 - 12:13:33

Dürre in Syrien: Schlechte Ernte droht Hungerkrise zu verschärfen. Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO rechnet in dieser Saison im Vergleich zum Vorjahr mit einer "deutlich geringeren" Ernte von Weizen, dem wichtigsten Grundnahrungsmittel, wie der FAO-Vertreter in Syrien, Michael Robson, der Deutschen Presse-Agentur erklärte.

Die Welthungerhilfe warnte, die Zahl der Notleidenden, die auf humanitäre Hilfe angewiesen seien, werde sich dramatisch erhöhen. "Die Hungersituation der Menschen in Syrien ist bereits heute absolut katastrophal", sagte Syrien-Koordinator Konstantin Witschel.

Genaue Zahlen zur Ernte nennt die FAO noch nicht. Ein Vertreter der kurdische Selbstverwaltung im Nordosten Syriens erklärte, er rechne damit, dass die Weizenernte dort um rund 45 Prozent einbreche. Diese von Kurden kontrollierte Region gilt als "Brotkorb" Syriens.

In dem Land herrscht seit zehn Jahren Bürgerkrieg. Hunderttausende Menschen kamen ums Leben, rund zwölf Millionen wurden vertrieben, etwa die Hälfte davon innerhalb des Landes. Das Land ist in Gebiete unter Kontrolle der Regierung, von Rebellen und der Kurden geteilt.

Syrien leidet zudem seit 2019 unter einer schweren Wirtschaftskrise. Viele Menschen können sich Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten hat. Immer wieder gibt es Berichte über lange Schlangen an Tankstellen und Bäckereien mit subventioniertem Brot. Nach Angaben des Welternährungsprogramms WFP haben mehr als zwölf Millionen Syrer und damit fast 60 Prozent der Bevölkerung nicht genug zu essen. Die Zahl an hungernden und akut unterernährten Kindern steigt.

Witschel sagte, die Welthungerhilfe blicke mit großer Sorge auf die Ernte. "Die Menschen haben keinerlei Reserven mehr und dürfen mit dieser Dürre nicht allein gelassen werden", forderte er. "Nahrungsmittel werden noch knapper werden und die Preise für Brot, Gemüse und Früchte weiter steigen." Syriens Regierung verweigere gezielt humanitäre Hilfe und setze Hunger als Waffe ein.

Der FAO zufolge setzte der Regen in dieser Saison spät ein und endete bereits Mitte April. Er lag um 30 bis 80 Prozent unter dem langfristigen Durchschnitt. Zugleich seien die Temperaturen gestiegen, was sich auf die Qualität der Ernte auswirke. Wegen Treibstoffmangels hätten Felder nicht bewässert werden können, erklärte die FAO weiter. Auch der Wasserstand des Euphrats sei auf ein kritisches Niveau gesunken. Syriens Kurden werfen der Türkei vor, Wasser in ihren Staudämmen zurückzuhalten. Ankara weist das zurück.

Die Verfügbarkeit von Brot in Gebieten der Regierung werde von deren Fähigkeit abhängen, Weizen zu importieren, sagte Syrien-Experte Sam Heller. Allerdings sind die Devisenvorräte wegen des Verfalls der Währung geschmolzen. Syriens Verbündeter Russland will der syrischen Regierung zufolge in diesem Jahr eine Million Tonnen Weizen an diese liefern. Westliche Staaten haben Sanktionen gegen Damaskus verhängt.

Die nächste wegweisende Entscheidung für die humanitäre Lage in Syrien fällt Anfang Juli: Dann muss der UN-Sicherheitsrat über den letzten Grenzübergang abstimmen, über den UN-Hilfe auch in Teile Syriens gebracht werden kann, die nicht von der Regierung kontrolliert werden. Beobachter befürchten, Russland könnte mit einem Veto auch diesen schließen. Dann dürfte UN-Hilfe für Rebellengebiete und die kurdischen Gebiete nur noch über Syriens Regierung laufen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Stiko-Chef: Mehr 18- bis 59-Jährige sollten sich impfen lassen. Sie seien bei den Geimpften bisher unterrepräsentiert, sagte er in einer Online-Veranstaltung mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer am Montagabend in Ulm. "Über 75 Prozent in dieser Altersgruppe wäre toll." Dann lasse sich auch eine vierte Welle abflachen. ULM - Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat die 18- bis 59-Jährigen aufgerufen, sich verstärkt impfen zu lassen. (Boerse, 02.08.2021 - 21:55) weiterlesen...

Später als geplant - 70 Prozent der Erwachsenen in USA geimpft. WASHINGTON - Mit rund einem Monat Verspätung haben die USA ein von US-Präsident Joe Biden ausgerufenes Impfziel erreicht. Mit Stand Montag haben 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht. Eigentlich sollte diese Marke bereits am Unabhängigkeitstag am 4. Juli erreicht werden. Das Ziel wurde damals jedoch trotz zahlreicher Impfanreize und eines großen Vorrats an Impfstoffen verfehlt. Später als geplant - 70 Prozent der Erwachsenen in USA geimpft (Wirtschaft, 02.08.2021 - 21:17) weiterlesen...

Breitere Impf-Angebote für Kinder - Erste Auffrischung für Ältere. Alle Länder wollen Impfungen für 12- bis 17-Jährige nun auch in den regionalen Impfzentren anbieten wie schon in Arztpraxen möglich. Das beschlossen die Gesundheitsminister am Montag einstimmig. Bundesminister Jens Spahn (CDU) sagte: "Jeder, der will, kann im Sommer geimpft werden. Wir haben genügend Impfstoff für alle Altersgruppen." Ab September sollen Risikogruppen wie Alte und Pflegebedürftige zudem erste Auffrisch-Impfungen bekommen können. BERLIN/MÜNCHEN - Zum Corona-Schutz für den Schulstart nach den Sommerferien sollen Kinder und Jugendliche bundesweit zusätzliche Impfmöglichkeiten bekommen. (Wirtschaft, 02.08.2021 - 20:04) weiterlesen...

Impf-Angebote für Kinder ab 12 Jahren in allen Ländern geplant. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen am Montag, dass nunmehr alle Länder Impfungen für 12- bis 17-Jährige auch in Impfzentren oder auf andere niedrigschwellige Weise anbieten wollen. Dabei sei entsprechende ärztliche Aufklärung erforderlich. Zudem sollten Kinder und Jugendliche auch durch Kinder- und Hausärzte sowie im Rahmen von Impfungen für Angehörige von Beschäftigten in Firmen geimpft werden können. Für Jugendliche und junge Erwachsene in Universitäten und Berufsschulen sind ebenfalls Impf-Angebote geplant. BERLIN - Als Corona-Schutz zum Schulstart nach den Sommerferien sollen zusätzliche Impfgelegenheiten für Kinder und Jugendliche kommen. (Wirtschaft, 02.08.2021 - 18:27) weiterlesen...

Zu viele Briten in Quarantäne: Regierung schraubt an Corona-App. Künftig schlägt die Anwendung nur noch an, wenn es in den vergangenen zwei Tagen einen Corona-Kontakt gab, wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte. Bisher ging die Suche fünf Tage zurück. Das Ministerium betonte, das Update beeinfluss weder die Empfindlichkeit der App noch ändere es die Risikoschwelle. LONDON - Um die Anzahl der Beschäftigten zu senken, die wegen Kontakts mit Corona-Infizierten in Quarantäne sind, hat die britische Regierung die Einstellungen der Corona-App ändern lassen. (Boerse, 02.08.2021 - 17:54) weiterlesen...

Laschet will Insolvenzordnung nach Hochwasserkatastrophe ändern. Wer seine Zahlungsfähigkeit infolge der Unwetterkatastrophe kurzfristig verloren habe, sollte nicht zum Insolvenzrichter gehen müssen, sagte Laschet am Montag bei einem Besuch in der hochwassergeschädigten Eifel-Gemeinde Schleiden im Kreis Euskirchen. Er wolle eine entsprechende Rechtsveränderung bei der Bundesregierung erwirken, kündigte der CDU-Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidat der Union an. Demnach sollte die Pflicht zur Anmeldung der Insolvenz ausgesetzt werden "bis die unmittelbare Not überwunden ist". SCHLEIDEN - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich für eine Sonderregelung der Insolvenzordnung zugunsten der Hochwasseropfer ausgesprochen. (Wirtschaft, 02.08.2021 - 17:31) weiterlesen...