Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Kosmetik, Konsumgüter

CHEMNITZ - Das hat es lange nicht gegeben: Erstmals seit 2015 muss die vom Mittelstand dominierte ostdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ein Umsatzminus verkraften.

10.01.2020 - 16:26:24

Ost-Textilindustrie mit leichtem Umsatzminus - Positiver Ausblick. Nach jeweils 1,87 Milliarden Euro 2018 und 2017 setzten die Unternehmen nach vorläufigen Berechnungen des Branchenverbandes vti im vergangenen Jahr rund 1,8 Milliarden Euro um, wie der Verband am Freitag in Chemnitz vor Journalisten mitteilte. Seit 2015 (1,8 Milliarden Euro) war der Umsatz stets leicht gestiegen oder gleich geblieben.

"Das Gesamtergebnis von Textil und Bekleidung für 2019 kann sich trotz der Probleme - insbesondere spürbare Verluste bei einigen Automobilzulieferern - sehen lassen", sagte vti-Hauptgeschäftsführer Jenz Otto. Neben der geringeren Nachfrage nach technischen Textilien für die Autoproduktion belasten die Firmen den Angaben zufolge die Handelsbeschränkungen im Russland-Geschäft.

Dennoch blicken die Unternehmen laut Otto zuversichtlich auf 2020. Grundlage dafür sei der ifo-Geschäftsklimaindex für die letzten drei Monate 2019. Es habe keine Rezession gegeben. "Die positive Stimmung wird auf unsere Industrie übertragen", betonte er.

Angesichts der rückläufigen Umsatzentwicklung warnte der Verband vor weiteren Belastungen. Mit einem Anteil von 45 Prozent am Gesamtumsatz seien die Unternehmen sehr exportabhängig und den Turbulenzen auf den aktuellen Märkten ausgesetzt. "Jegliche politischen Maßnahmen oder bürokratischen Regulierungen, die ihnen zusätzlich das Leben schwer machen, beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit und sind daher fehl am Platze", warnte Otto und verwies vor allem auf die CO2-Gesetzgebung.

Für das Unternehmen Thorey Gera Textilveredlung GmbH hat Geschäftsführer Andreas Ludwig die Mehrbelastung bereits ausgerechnet. Sein Unternehmen hat zuletzt 900 000 Kilowattstunden Strom und 6,6 Millionen Kilowattstunden Erdgas verbraucht. Bei einer Preis von 25 Euro pro Tonne Co2-Ausstoß ab 2021 würden auf der Grundlage der Zahlen von 2018 Mehrkosten von 41 000 Euro pro Jahr auf die Firma zukommen. "Mittelstandsfreundliche Wirtschaftspolitik ist das sicher nicht", sagte Ludwig.

Daneben plagen ihn und seine Geschäftsführer-Kollegen aus anderen Betrieben die schlechte Personallage. "Was wir nicht selber ausbilden, haben wir nicht", sagte Ludwig. Die Premium Bodywear AG aus Chemnitz beklagt den Mangel an technischem Personal wie Schneider oder Näher. Man könne machen, was man wolle: Ob man Personal bekomme, sei dem Zufall überlassen, sagte Vorstand Frank Markert. "Wir könnten nicht so viel ausbilden wie wir wollen."

Die Norafin Industries Deutschland GmbH aus Mildenau im Erzgebirge greift bei der Arbeitskräftegewinnung und -ausbildung auch auf Quereinsteiger zurück. "Heute nehmen wir, was wir kriegen können", sagte Geschäftsführer André Lang.

Der vti vertritt nach eigenen Angaben 180 der 350 Betriebe in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Die Unternehmen beschäftigen rund 16 000 Mitarbeiter, davon 14 500 in Sachsen und Thüringen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Konzentration im Sportgeschäft: Kleine Händler im Hintertreffen. In den kommenden Jahren werden voraussichtlich viele kleinere Geschäfte schließen, während große Gruppen und Online-Handel sich halten oder zulegen. Davon gehen sowohl der Marktführer Intersport als auch die etwas kleinere Konkurrenz von Sport 2000 aus, wie die Vorstände der zwei Unternehmen am Sonntag auf der Münchner Sportartikelmesse Ispo sagten, dem mit über 2800 Ausstellern größten Treffen der Branche in Europa. MÜNCHEN - Deutschlands Sportgeschäfte stehen nach Einschätzung der Branche vor einem tiefgreifenden Umbruch. (Boerse, 26.01.2020 - 15:51) weiterlesen...

Intersport wächst wieder - und erwartet Konsolidierung im Sporthandel. Die 1452 zu Intersport in Deutschland gehörenden Geschäfte und Filialen setzten 2019 2,9 Milliarden Euro um, drei Prozent mehr als im Vorjahr. In Österreich erwirtschafteten die 275 Intersport-Geschäfte knapp 600 Millionen Euro Umsatz, vier Prozent mehr als 2018. Das sagte Vorstandschef Alexander von Preen am Sonntag zur Eröffnung der Münchner Sportmesse Ispo. "Die Kunden sind wieder sehr stark in unsere Geschäfte zurückgekommen." Im Vorjahr hatte Intersport ein Umsatzminus gemeldet. MÜNCHEN - Deutschlands größte Sporthändlergruppe Intersport macht wieder bessere Geschäfte, erwartet aber für die kommenden Jahre einen tiefgreifenden Strukturwandel in der Branche. (Boerse, 26.01.2020 - 14:06) weiterlesen...

Procter & Gamble wird erneut optimistischer - Aktionäre enttäuscht. Das um Sondereffekte bereinigte Kernergebnis je Aktie soll im Geschäftsjahr (bis Ende Juni) um 8 bis 11 Prozent wachsen, teilte der Hersteller von bekannten Marken wie Braun, Pampers oder Ariel am Donnerstag in Cincinnati mit. Zuvor hatte Procter & Gamble ein Plus von 5 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt. Analysten erwarten bislang ein Plus von 10 Prozent. CINCINNATI - Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble wächst weiter robust und hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2019/20 erneut leicht erhöht. (Boerse, 23.01.2020 - 13:44) weiterlesen...

Gerry Weber ist bei der Sanierung drastisch geschrumpft. Für das Kalenderjahr 2020 erwartet der Konzern ohne die verkaufte Tochter Hallhuber nur noch Umsätze in einer Bandbreite von 370 Millionen bis 390 Millionen Euro, wie er am Mittwoch mitteilte. Das ist nur noch knapp die Hälfte der Umsätze, die Gerry Weber International im Geschäftsjahr 2017/18 erzielte. Damals lag der Konzernumsatz noch bei rund 795 Millionen Euro. HALLE/WESTFALEN - Der Modehersteller Gerry Weber International ist durch die Unternehmenskrise und das folgende, erfolgreich durchlaufene Insolvenzverfahren drastisch geschrumpft. (Boerse, 22.01.2020 - 15:29) weiterlesen...

AKTIE IM FOKUS: Burberry unter Druck - Bernstein rät nach Zahlen Vorsicht. Das dritte Quartal des Modeherstellers hatte zwar weiteres Wachstum gebracht. Das Ausmaß bleibe aber überschaubar, merkte Analyst Luca Solca von Bernstein in einem Kommentar an. Die Unruhen in Hongkong stellten für Burberry im Gegensatz zu Marken mit stärkerem Wachstum einen Belastungsfaktor dar. FRANKFURT - Aktien von Burberry haben im frühen Londoner Handel mit 3,5 Prozent Abschlag unter Druck gestanden. (Boerse, 22.01.2020 - 10:12) weiterlesen...

Jean Paul Gaultier zeigt letzte große Haute-Couture-Schau. Gleichzeitig soll es seine letzte Haute-Couture-Schau sein - diesen Entschluss hatte der 67-Jährige mit einem Video auf Twitter bekanntgegeben. Seine Marke solle weiter bestehen, hieß es, aber mit einem neuen Konzept. Im Unklaren ließ Gaultier, ob er als Modedesigner aktiv bleibt. PARIS - Der legendäre französische Modeschöpfer Jean Paul Gaultier will am Mittwoch (20.30 Uhr) mit einer großen Modenschau in Paris seine 50-jährige Karriere feiern. (Boerse, 22.01.2020 - 05:45) weiterlesen...