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CARACAS - Der Streit um die humanitäre Hilfe für Venezuela spitzt sich immer weiter zu: Nachdem der Krisenstaat international bereits weitgehend isoliert ist, hat Präsident Nicolás Maduro auch die Grenze zum Nachbarland Brasilien geschlossen.

22.02.2019 - 05:51:24

Venezuela schließt im Kampf um humanitäre Hilfe Grenze zu Brasilien. "Ab heute bleibt die Grenze zu Brasilien geschlossen - bis zu einer neuen Anweisung", sagte der Präsident am Donnerstag bei einer Sitzung mit ranghohen Militärs. Zuvor hatte die sozialistische Regierung bereits die Grenze zu den niederländischen Karibikinseln Curaçao, Aruba und Bonaire dicht gemacht.

Die Brasilianer halten allerdings an ihrem Plan fest, am Wochenende vom Bundesstaat Roraima aus Hilfsgüter nach Venezuela zu schaffen. "Am Samstag werde ich in Roraima sein, um die Auslieferung der humanitären Hilfe zu begleiten, die dem venezolanischen Volk von Brasilien in Zusammenarbeit mit den USA zur Verfügung gestellt wurde", schrieb Außenminister Ernesto Araújo auf Twitter.

An den Hilfslieferungen könnte sich der seit Wochen tobende Machtkampf zwischen Maduro und seinem Gegenspieler Juan Guaidó entscheiden. Der selbst ernannte Interimspräsident will die Güter am Samstag gemeinsam mit Tausenden Freiwilligen ins Land holen. Gelingt ihm der Coup, würde das seine Position enorm stärken und Maduros Machtposition ins Wanken bringen. Scheitert er, könnte die Revolte im Sande verlaufen.

Präsident Maduro hält die Hilfslieferungen für einen Vorwand für eine militärische Intervention und hat die Streitkräfte angewiesen, sie nicht ins Land zu lassen. "Ich bedanke mich für die absolute Loyalität der Soldaten des Vaterlandes", sagte Maduro. Guaidó hingegen versucht seit Wochen, die Militärs auf seine Seite zu ziehen. Wenn die Freiwilligen am Samstag die Hilfsgüter über die Grenze schaffen wollen, werden die Soldaten sich entscheiden müssen.

Die katholische Kirche rief das Militär dazu auf, die Lieferungen passieren zu lassen. "Wir laden die Streitkräfte dazu ein, sich auf die Seite des Volkes zu stellen", hieß es am Donnerstag in einer Stellungnahme der venezolanischen Bischofskonferenz. "Sie sollten keine Befehle befolgen, die sich gegen das Leben und die Sicherheit der Bevölkerung richten."

Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Aus Mangel an Devisen kann das einst reiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs einführen. Viele Menschen hungern, bereits besiegt geglaubte Krankheiten breiten sich wieder aus, rund drei Millionen Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen.

Für Freitag war auf der kolumbianischen Seite der Grenze ein Benefizkonzert für Venezuela geplant. Unter anderen sollten bei dem Festival an der Grenzbrücke Tienditas der puerto-ricanische Sänger Luis Fonsi ("Despacito"), der kolumbianische Musiker Juanes und der Reggaeton-Star Maluma auftreten. Auf der anderen Seite der Grenze wollte Maduros Regierung unter dem Motto "Hände weg von Venezuela" ein Gegenkonzert veranstalten.

Die Grenze nach Kolumbien ist für Fahrzeuge schon seit Jahren weitgehend geschlossen. "Ich denke auch über die totale Schließung der Grenze nach Kolumbien nach", sagte Maduro nach seinem Treffen mit den Generälen. "Ich möchte eine offene Grenze ohne Provokationen und Aggressionen, aber als Staatschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte bin ich dazu verpflichtet, die Ruhe und den Frieden sicherzustellen."

Fußgänger können die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien bislang noch passieren. Jeden Tag kommen Tausende Venezolaner über Fußgängerbrücken nach Kolumbien, um einzukaufen, zum Arzt zu gehen oder zu arbeiten. Zudem nutzen viele Venezolaner die Grenzübergänge nach Kolumbien, um dauerhaft das Land zu verlassen.

Maduro wirft der kolumbianischen Regierung von Präsident Iván Duque immer wieder vor, gemeinsam mit der venezolanischen Opposition und den USA eine Verschwörung gegen seine Regierung zu schmieden. "Ich mache Iván Duque für jede Art von Gewalt verantwortlich, die an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela ausbrechen könnte."

@ dpa.de

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