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BUENOS AIRES - Inmitten der weltweiten Corona-Pandemie fährt China sein Engagement in Lateinamerika und der Karibik deutlich zurück: Erstmals seit 15 Jahren haben die beiden großen chinesischen Entwicklungsbanken im vergangenen Jahr keine neuen Kredite in der Region vergeben.

02.03.2021 - 05:36:01

Erstmals seit 15 Jahren: China vergibt keine Kredite in Lateinamerika. Angesichts der Corona-Krise konzentrierten sich die staatlichen Kreditinstitute auf Projekte im eigenen Land, hieß es in einer kürzlich veröffentlichten Studie des Forschungsinstituts Inter-American-Dialogue und der Universität von Boston.

musste die Enteignung seiner argentinischer Tochter verdauen, Eigner von Staatsanleihen fahren oft schmerzhafte Verluste ein.

Auch die Chinesen haben in Lateinamerika eine ganze Reihe problematischer Positionen im Portfolio. Venezuela ist praktisch pleite, mehrfach wurden die Laufzeiten der Kreditlinien bereits verlängert. Auch Ecuador steckt wegen des Verfalls der Ölpreises und der Corona-Pandemie in einer tiefen Wirtschaftskrise. Zuletzt handelte das südamerikanische Land neue Fristen für die Rückzahlung der Darlehen aus.

Der Kahlschlag bei den Krediten bedeutet allerdings keineswegs, dass sich China ganz aus Lateinamerika zurückzieht. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt tätigt weiterhin Direktinvestitionen in der Region, außerdem ist China für viele Länder Lateinamerikas bereits der wichtigste Handelspartner. "Auch wenn die staatlichen Entwicklungsbanken nur noch auf niedrigem Niveau Kredite vergeben, werden Privatbanken, Investmentfirmen und kofinanzierte Initiativen noch auf Jahre für eine spürbare finanzielle Präsenz Chinas in der Region sorgen", heißt es in der Studie.

@ dpa.de