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Ernährung, Produktion

BRÜSSEL - Weniger Chemie auf dem Acker, weniger weggeworfene Lebensmittel: Die EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit will im Zuge des EU-Klimaschutzprogramms Erzeugung und Konsum von Lebensmitteln umfassend verändern.

16.01.2020 - 05:54:24

EU-Kommissarin für Ernährungswende: Weniger Chemie und Verschwendung. Das sagte Stella Kyriakides den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag). Etwa elf Prozent der Treibhausgasemissionen in der EU stammten aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelherstellung. Damit Europa 2050 der erste klimaneutrale Kontinent werde, "müssen wir einen neuen, gesünderen, gerechteren und nachhaltigeren Ansatz für Produktion und Konsum einführen", sagte Kyriakides weiter.

Sie werde im Frühjahr eine Strategie vorlegen, die jeden Schritt der Lebensmittelkette berücksichtigen und "einer der Schlüsselbausteine des Europäischen "Green Deal"" werden solle. Die Unterstützung von Landwirten und kleinen Lebensmittelproduzenten in der EU werde ein wichtiger Bestandteil der Strategie sein. Es gehe dabei aber nicht nur ums Klima. "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir unsere Abhängigkeit von Pestiziden in der EU verringern können und müssen."

Verändert werden müsse nicht nur die Produktion. Nach den Worten der Kommissarin ist es auch inakzeptabel, dass in Europa etwa 20 Prozent der hergestellten Lebensmittel weggeworfen würden, während sich Millionen von Bürgern keine anständige Mahlzeit leisten könnten. "Unser Ziel ist klar: Die Lebensmittelverschwendung soll bis 2030 halbiert werden", sagte Kyriakides. Von 2023 an müssten die Mitgliedstaaten die Lebensmittelabfallmengen überwachen und dazu Berichte vorlegen.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte im Dezember das Ziel ausgegeben, die Europäische Union bis 2050 klimaneutral zu machen. Dann sollen alle Treibhausgase vermieden oder gespeichert werden, um die Erderwärmung zu bremsen. Die EU-Kommission hatte am Dienstag erklärt, dass die europäische Klimawende mit Investitionen in Höhe von einer Billion Euro angeschoben werden soll.

@ dpa.de

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