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BRÜSSEL - Sammelklagen, höhere Strafen gegen Unternehmen, mehr Transparenz bei Online-Käufen: Die EU-Kommission will die Rechte europäischer Verbraucher stärken.

11.04.2018 - 14:44:24

Brüssel will Verbraucher stärken - 'Betrügen darf nicht billig sein'. "In einer globalisierten Welt, in der Großunternehmen einen riesigen Vorteil gegenüber den einzelnen Verbrauchern haben, müssen wir wieder Chancengleichheit herstellen", sagte EU-Justizkommissarin Vera Jourova am Mittwoch in Brüssel.

oder dem Amazon -Marketplace einkauft, soll besser informiert werden, ob er Geschäfte mit einem Händler oder einer Privatperson macht - danach richten sich schließlich die Rechte des Verbrauchers. Außerdem soll kenntlich gemacht werden, ob ein Anbieter für eine prominente Anzeige seines Angebots zahlt. Bei kostenlosen Diensten wie sozialen Netzwerken oder Mail-Zugängen sollen Verbraucher künftig das Recht haben, zwei Wochen nach Vertragsabschluss davon zurückzutreten.

MEHR RECHTE FÜR HÄNDLER: Eine Hose online kaufen, mehrere Tage tragen und dann umtauschen? Das soll nach dem Willen der EU-Kommission nicht mehr möglich sein. Wenn Kleidung nicht nur anprobiert, sondern auch getragen wurde, müssen die Anbieter das Geld nicht erstatten.

Verbraucherschützer sehen die Ideen aus Brüssel positiv. Der Papiertiger des Verbraucherrechts bekomme endlich Zähne, teilte der europäische Verbraucherschutzverband BEUC mit. "Viel zu oft müssen Verbraucher die Rechnung für unfaire Geschäftspraktiken von Unternehmen selbst zahlen", sagte Geschäftsführerin Monique Goyens. Auf dem Weg zu einer vollwertigen Sammelklage in der EU sei der EU-Vorschlag jedoch nur ein erster Schritt. Bevor die Kommissionsvorschläge EU-Recht werden, müssen Europaparlament und EU-Staaten ihnen mehrheitlich zustimmen.

@ dpa.de