Alphabet C-Aktie, US02079K1079

BRÜSSEL - Die EU-Finanzminister werden am Dienstag in Brüssel (10.30 Uhr) über die mögliche Einführung einer umstrittenen Digitalsteuer in Europa beraten.

12.03.2019 - 05:46:25

EU-Finanzminister diskutieren Digitalsteuer und Steueroasenliste. Dabei geht es darum, vor allem Digitalriesen wie Facebook und Google stärker zu besteuern. Der EU-Kommission zufolge zahlen Digitalfirmen nur halb soviel Steuern wie klassische Unternehmen, da sie oftmals keine versteuerbaren Firmensitze haben oder ihre Geschäfte in Ländern mit günstigen Bedingungen bündeln.

Eine Einigung am Dienstag scheint allerdings wenig wahrscheinlich. Denn besonders Dänemark, Schweden, Finnland und Irland hätten Bedenken, weil sie Verluste bei den Steuereinnahmen fürchteten, hieß es aus dem Bundesfinanzministerium.

Bei der Diskussion um die Digitalsteuer geht es darum, ob große Digitalunternehmen drei Prozent Steuern auf Online-Werbeerlöse zahlen sollten. Die EU-Kommission hatte ursprünglich einen umfassenderen Vorschlag vorgelegt, für diesen gab es jedoch keine Mehrheit. Darin war nicht nur Online-Werbung, sondern etwa auch der Verkauf von Nutzerdaten berücksichtigt.

Am Dienstag werden die 28 Finanzminister auch eine Überarbeitung ihrer schwarzen Liste der Steueroasen besprechen. EU-Kreisen zufolge könnte die Liste um zehn Staaten und Steuergebiete erweitert werden. Zurzeit sind lediglich fünf gelistet: Samoa, Amerikanisch-Samoa, die amerikanischen Jungferninseln, Guam sowie Trinidad und Tobago.

@ dpa.de