Öl, Gas

BRÜSSEL - Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat vor Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch in den Verhandlungen über ein Öl-Embargo gegen Russland gewarnt.

16.05.2022 - 10:57:27

EU-Chefdiplomat sieht keine schnelle Lösung in Streit um Öl-Embargo. "Wir tun unser Bestes, um die Blockade aufzuheben", sagte der Spanier am Montag bei einem Außenministertreffen in Brüssel mit Blick auf den Widerstand Ungarns gegen das geplante Einfuhrverbot für russisches Öl. Da es "ziemlich feste Positionen" gebe, könne er aber nicht garantieren, dass dies bei den Diskussionen gelinge.

Über die von der EU-Kommission präsentierten Pläne für ein Öl-Embargo gegen Russland gibt es seit mehr als einer Woche Streit in der EU, weil Ungarn nicht gewillt ist, das Projekt zu unterstützen. Das Land begründet dies mit seiner großen Abhängigkeit von russischen Öl-Lieferungen und den hohen Kosten für eine Umstellung auf andere Lieferanten. Zustimmen will Ungarn einem Embargo nur dann, wenn es von der EU milliardenschwere Beihilfen oder weitreichende Ausnahmeregelungen bekommt.

Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis erhob deswegen am Montag in Brüssel schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Ungarn. "Die ganze Union wird von einem Mitgliedstaat in Geiselhaft gehalten", kritisierte er.

Die Verhandlungen der EU-Staaten über ein Öl-Embargo hatten eigentlich bereits vor mehr als einer Woche abgeschlossen werden sollen. Der ursprüngliche Vorschlag der EU-Kommission sah vor, wegen des Ukraine-Kriegs den Import von russischem Rohöl in sechs Monaten und den von Ölprodukten in acht Monaten zu beenden. Ungarn und die Slowakei sollten 20 Monate Zeit bekommen. Nachbesserungsangebote konnten Ungarn bislang nicht zu einer Aufgabe der Blockade bewegen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Preis für Opec-Öl leicht gestiegen. Wie das Opec-Sekretariat am Freitag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Donnerstag 111,09 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das waren 9 Cent mehr als am Vortag. Die Opec berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells. WIEN - Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist leicht gestiegen. (Boerse, 24.06.2022 - 12:13) weiterlesen...

Söder: Deutschland steuert auf existentielle Gas-Notlage zu. "Es droht eine existenzielle Gas-Notlage", sagte der bayerische Ministerpräsident am Donnerstag beim Besuch eines Gasspeichers im Münchner Umland. Die Ausrufung der Alarmstufe Gas wegen der deutlich verringerten Lieferungen aus Russland komme "hoffentlich nicht zu spät" und zeige, dass alle Bemühungen, Ersatzlieferanten zu finden, nicht funktioniert hätten. MÜNCHEN - Wegen der sich zuspitzenden Gas-Krise in Deutschland fordert CSU-Chef Markus Söder von der Bundesregierung mehr Anstrengungen zur Sicherstellung der hiesigen Energieversorgung. (Wirtschaft, 23.06.2022 - 14:49) weiterlesen...

Rumänien: Staat übernimmt Teil der Treibstoffkosten. Wie Ministerpräsident Nicolae Ciuca am Donnerstag mitteilte, übernimmt der Staat 0,50 Lei (10 Cent) vom Preis eines Liters Benzin oder Diesel. Dafür habe man insgesamt zwei Milliarden Lei (408 Mio Euro) veranschlagt. Derzeit kostet ein Liter Benzin in Rumänien 8,6 Lei (1,74 Euro) und ein Liter Diesel 9,2 Lei (1,86 Euro). BUKAREST - Rumänien führt für die nächsten drei Monate einen Tankrabatt ein. (Boerse, 23.06.2022 - 14:47) weiterlesen...

Kreml: Gekürzte Gaslieferungen nicht politisch motiviert. "Die Russische Föderation erfüllt alle ihre Verpflichtungen", bekräftigte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge. Einmal mehr bestritt Peskow zudem, dass die Gasdrosselung über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 politisch motiviert sei. Vielmehr seien sanktionsbedingte Verzögerungen bei Reparaturarbeiten Ursache des Problems. Nach russischen Angaben steckt eine Siemens -Turbine für die Pipeline im Ausland fest. MOSKAU - Angesichts drastisch verringerter Gaslieferungen hat Moskau jede Schuld von sich gewiesen. (Wirtschaft, 23.06.2022 - 13:18) weiterlesen...

Russlands Außenminister Lawrow für weitere Atomverhandlungen mit Iran. Moskau werde sich bemühen, dass der 2015 vereinbarte Atomvertrag "ohne Ausnahmen oder Ergänzungen in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt wird", sagte Lawrow am Donnerstag in Teheran der russischen Staatsagentur Tass zufolge. Zudem müssten alle Sanktionen, die diesem Abkommen widersprechen, aufgehoben werden. TEHERAN - Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat in den festgefahrenen Atomverhandlungen mit dem Iran für weitere Gespräche plädiert. (Boerse, 23.06.2022 - 12:48) weiterlesen...

Preis für Opec-Öl gefallen. Wie das Opec-Sekretariat am Donnerstag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Mittwoch 111,00 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das waren 4,97 Dollar weniger als am Vortag. Die Opec berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells. WIEN - Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist gefallen. (Boerse, 23.06.2022 - 12:31) weiterlesen...