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Ernährung, Produktion

BREMEN - Sorgen erst wegen der Wurst, nun wegen der Milch: Der große Milchhändler Deutsches Milchkontor (DMK) und das Unternehmen Fude + Serrahn haben deutschlandweit bestimmte Packungen fettarmer Frischmilch vom Markt genommen.

11.10.2019 - 16:45:24

Molkereien nehmen Milch vom Markt. In einer Probe seien Bakterien gefunden worden, die Durchfallerkrankungen auslösen können, teilte das DMK am Freitag in Bremen mit. Der Rückruf betreffe den Artikel "Frische Fettarme Milch 1,5 % Fett" im Ein-Liter-Pack. Alle Supermärkte hätten die Milch aus dem Handel genommen. Zu den Mengen des Rückrufs machten weder DMK noch die Lebensmittelhändler Angaben.

Die Ware stammte den Angaben nach aus der Molkerei Everswinkel (Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen), das Werk hat die Kennung DE NW 508 EG. Die Ursache einer Verunreinigung mit dem Bakterium Aeromoas hydrophila/caviae sei gefunden und abgestellt worden, sagte der DMK-Sprecher. Nach seinen Angaben war eine defekte Dichtung schuld. Betroffen seien nur Milchpackungen mit bestimmten Mindesthaltbarkeitsdaten.

Das Bakterium Aeromonas hydrophila komme vor allem in Tieren vor, sagte die Göttinger Infektionsexpertin Anna Dudakova der Deutschen Presse-Agentur. "Er kann sich zum Beispiel in Ausscheidungen von Tieren finden." Wer belastete Produkte verzehre, könne durchaus Beschwerden bekommen. "Meist geschieht das in Form von Durchfällen." Bei schwachem Immunsystem könne der Verlauf aber auch schwerer sein, sagte die Ärztin vom Institut für Medizinische Mikrobiologie der Uniklinik Göttingen.

Sie vermutete, dass der Erreger während der Produktion in die ansonsten bereits keimfreie Milch geraten sei. Das deckt sich mit der Darstellung von DMK. Die defekte Dichtung sei bei einer Routinekontrolle im Werk Everswinkel aufgefallen. Die Anlage sei daraufhin repariert und gereinigt worden. Vorsichtshalber seien Proben an ein externes Labor geschickt worden, sagte der Sprecher.

"In einer dieser Proben wurde eine Rekontamination mit einem krankheitserregendem Wasserkeim nachgewiesen." Die Laborergebnisse seien am Donnerstag nahezu zeitgleich mit einer ersten Reklamation von Kunden eingegangen. Darauf sei der Rückruf ergangen. Unter Rekontamination versteht man eine Verunreinigung eines bereits durcherhitzten Lebensmittels.

In den vergangenen Tagen hatten die Verbraucherschutzbehörden bundesweit nach Produkten eines hessischen Fleischwarenherstellers gesucht. In dessen Wurst waren mehrmals Listerien gefunden worden. Mehrere Todesfälle werden damit in Verbindung gebracht.

So dramatisch sind die Folgen beim Rückruf der Milch nicht. Er ist aber sehr groß: Das Deutsche Milch-Kontor mit Sitz in Bremen ist nach eigenen Angaben der größte genossenschaftliche Molkereiverband in Deutschland mit einem Jahresumsatz von 5,6 Milliarden Euro. Und zu den Abnehmern der gleichen Frischmilch mit 1,5 Prozent Fett zählen fast alle großen Lebensmittelhändler in Deutschland: von Metro, Aldi Nord und Süd sowie Lidl bis zu Edeka, Netto und Real.

Die Handelsketten nahmen die zurückgerufene Milch in den Supermärkten sofort aus dem Regal. Die Literpackungen seien in 58 von 279 Real-Märkten verkauft worden, teilte das Unternehmen in Düsseldorf mit. Betroffen seien aber nur Supermärkte in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen und ein Markt in Hessen. Bei Lidl ging die Ware nach Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg.

Das Bundesernährungsministerium beobachtete nach eigenen Angaben die Situation. In erster Linie seien aber die Hersteller für die Sicherheit ihrer Produkte zuständig und die Bundesländer für die Lebensmittelüberwachung, sagte eine Sprecherin. Die entsprechende Warnung sei auf dem Portal Lebensmittelwarnung.de veröffentlicht worden.

"Der aktuelle Skandal um mit Listerien belastete Wurst und der große Rückruf von verunreinigter Milch verunsichern Verbraucherinnen und Verbraucher", erklärte der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin. Gerade der Wurstskandal zeige, dass die Strukturen der Überwachung nicht ausreichten, um Missstände in Lebensmittelbetrieben zeitnah zu beheben.

@ dpa.de

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