Produktion, Absatz

BREMEN - Mit der Forderung nach einem Lohnplus von acht Prozent geht die IG Metall Küste am Freitag (11.30 Uhr) in Bremen in die Tarifverhandlungen für die 130 000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie.

14.09.2022 - 13:18:30

Tarifrunde in Bremen startet. Die IG Metall erwartet Hunderte Mitglieder zur begleitenden Demonstration mit anschließender Kundgebung vor dem Verhandlungsort. Die Mitglieder seien hoch motiviert, sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich am Mittwoch. Nach der Zurückhaltung in der Corona-Krise müsse es angesichts der Inflation und der hohen Energiepreise ein deutliches Lohnplus geben.

Der Tarifbezirk Küste umfasst Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und das nordwestliche Niedersachsen. Die Gewerkschaft verlangt das Lohnplus über eine Laufzeit von einem Jahr

- und zwar als Erhöhung, die dauerhaft in die Tariftabellen

einfließt. Es ist die höchste Forderung seit 2008.

"Was wir aus den Betrieben hören, ist besser als das, was wir in den Schlagzeilen lesen", verteidigte Friedrich die Forderung. Die Branche sei nicht von vermehrten Insolvenzen betroffen. Die Luftfahrt verzeichne ein stabiles Wachstum, die Medizintechnik bleibe auf einem starken Niveau und auch die Maschinenbauer würden "sehr gut dastehen". Kurzarbeit gebe es etwa in der Autoindustrie nur, weil Teile nicht rechtzeitig geliefert werden.

Die Arbeitgeber wiesen die Forderung zurück. "Die IG Metall hat den Ernst der Lage noch nicht zur Kenntnis genommen. Die Lage ist schlimm, und sie verschlechtert sich von Tag zu Tag", sagte der Hauptgeschäftsführer vom Verband der Metall- und Elektroindustrie Nordmetall, Nico Fickinger. "Es ist nicht die Zeit für Maximalforderungen. Drei Viertel der Unternehmen bleiben laut einer Umfrage auf den explodierenden Preisen sitzen, sie können die Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben", betonte er. Jedes fünfte Unternehmen im Bezirk Küste sei wegen der hohen Material- und Energiekosten existenziell gefährdet.

Bereits am Montag hatten in Hannover die Tarifverhandlungen für den Bezirk Niedersachsen/Sachsen-Anhalt begonnen. Bundesweit arbeiten fast vier Millionen Beschäftigte in der Branche. Die Entgelt-Tarifverträge laufen zum 30. September aus. Warnstreiks wären ab dem 28. Oktober möglich. In der Regel wird im Laufe der Verhandlungen ein Pilotbezirk vereinbart, dessen Abschluss dann die übrigen Regionen übernehmen.

@ dpa.de

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