Transport, Verkehr

BREMEN - Die fünf norddeutschen Küstenländer intensivieren ihre Anstrengungen zum Ausbau der gemeinsamen Wasserstoffstrategie.

12.11.2021 - 16:40:07

Norddeutsche Küstenländer setzen auf Wasserstoff. Dabei erwägen sie die Einrichtung einer Leit- und Koordinierungsstelle. Bei der Gestaltung wollten sie eng mit der Wirtschaft in Norddeutschland zusammenarbeiten, wie die Wirtschafts- und Verkehrsminister von Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein bei einem Treffen am Freitag in Bremen mitteilten.

"Wir sind entschlossen, die Strategie und den damit verbundenen Transformationsprozess konsequent weiter voranzutreiben, um unsere Wirtschaft und Industrie zu revolutionieren, die Energiewende zu realisieren und als führende Wasserstoff-Region norddeutsche Erfolgsgeschichte zu schreiben", sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos).

Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) verwies auf die wichtige Rolle der Fachkräftegewinnung. "Wir brauchen kluge Köpfe hier im Norden, wenn wir Wasserstoff großflächig in der Industrie anwenden wollen." Die Ressortchefs treffen sich regelmäßig in dem Format, um gemeinsame Interessen abzustimmen und Positionen gegenüber dem Bund und der EU zu formulieren.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) betonte, für die Umsetzung der Wasserstoffstrategie sei die konkrete Ausgestaltung des Rechtsrahmens entscheidend. "Beim Klimaschutz sollten wir jede zusätzliches Gigawatt Strom oder Wärme nutzen, das mit grünem Wasserstoff erzeugt wird. Deshalb appellieren wir an die Küstenländer, auch das Potenzial des lokal erzeugten Wasserstoffs auf kommunaler Ebene zu nutzen", so eine VKU-Sprecherin.

Kommunale Unternehmen setzten Wasserstoff bereits ein, etwa beigemischt in der Gasversorgung, als Antrieb für Brennstoffzellen-Müllwagen oder als Energie für die mittelständische Industrie vor Ort.

Die Umweltschutzorganisation BUND wies darauf hin, dass die Erzeugung von grünem Wasserstoff aufwendig sei und sehr viel erneuerbare Energie benötige. "Deshalb darf Wasserstoff nur da zum Einsatz kommen, wo er unabdingbar ist, um Klimaneutralität zu erreichen", sagte Bremens BUND-Geschäftsführer Martin Rode. Der mit der Wasserstoffproduktion und -nutzung verbundene Flächenverbrauch müsse im Hinblick auf Akzeptanz und Naturschutz klar begrenzt werden. Zu den prioritären Anwendungsfeldern zählten neben der Stahlindustrie auch die Schifffahrt.

Bund und Länder sollten aus Sicht Rodes nur solche Anwendungen und Erzeugungsformen fördern, die mit dem Ziel einer schnellst möglichen Klimaneutralität vereinbar sind. "Die Nutzung von Wasserstoff aus Erdgas darf deshalb keine öffentliche Unterstützung erhalten. Auch für die Alltagsmobilität ist Wasserstoff viel zu kostbar", betonte der Umweltaktivist.

@ dpa.de

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