INTEL CORP, US4581401001

BOULOGNE-BILLANCOURT - Die Versorgungsengpässe bei elektronischen Halbleitern und anderen wichtigen Bauteilen bremsen die Industrie weiter aus.

22.10.2021 - 14:31:29

ROUNDUP/Weniger Autos und schwache Zahlen: Chipkrise bremst Industrie aus. Stark betroffen sind nach wie vor Autohersteller: Bei Renault etwa soll in diesem Jahr wegen der Chipkrise schätzungsweise eine halbe Million Fahrzeuge weniger als geplant vom Band rollen. Das teilte der Konzern am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris mit. Im Juli war das Unternehmen noch von rund 200 000 fehlenden Autos ausgegangen.

für Kompaktfahrzeuge. Die "Fahrweise" der Fabrik werde nun angepasst, so die Sprecherin. Das werde "für die Beschäftigten größtenteils über Kurzarbeit ausgeglichen". Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen sind, blieb offen. Die weltweiten Werke von Mercedes-Benz werden in der kommenden Woche (ab 25.10.) hingegen "größtenteils uneingeschränkt" laufen.

Schon im Sommer hatte es in Rastatt und an mehreren anderen Standorten Produktionseinschränkungen gegeben, ebenso wie bei anderen Autoherstellern. Die Versorgungsprobleme machen sich auch in den Verkaufszahlen von Mercedes-Benz bemerkbar: Von Juli bis September 2021 lieferte die Marke weltweit 428 361 Autos aus - mehr als 30 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Hintergrund der Versorgungsengpässe ist die coronabedingte Unterbrechung der Produktion von elektronischen Halbleitern in Asien. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach den Halbleitern - nicht nur von Autoherstellern, sondern auch aus anderen Branchen wie IT, Energie, Unterhaltungselektronik oder Medizintechnik.

Unter der Chipkrise leiden indirekt sogar Unternehmen wie Intel , die davon eigentlich profitieren müssten. Im vergangenen Quartal etwa konnte der Halbleiter-Riese im Jahresvergleich sogar weniger Chips für Notebooks verkaufen - weil den Herstellern andere Bauteile fehlten, um die Geräte fertigzustellen.

Um die Engpässe zu überwinden, investiert Intel wie andere Branchengrößen kräftig in den Ausbau von Kapazitäten in der Chipfertigung. Diese Milliardeninvestitionen werden aber erst in einigen Jahren greifen, sagte Konzernchef Pat Gelsinger. Und bis es soweit ist, machen die hohen Ausgaben das Geschäft zunächst weniger profitabel.

@ dpa.de