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BONN - Mit neuen Renditen fĂĽr Netzbetreiber hat die Bundesnetzagentur ein Signal der Entspannung fĂĽr die Strom- und Gaspreise gegeben.

20.10.2021 - 15:14:26

Behörde senkt Rendite für Netzbetreiber - Kritik aus Energiebranche. Die Regulierungsbehörde veröffentlichte am Mittwoch in Bonn sogenannte Eigenkapitalzinssätze, die Netzbetreiber bekommen. Diese Rendite wird sinken, das steht nun fest. Wirksam werden die neuen Vorgaben 2023 beim Strom und 2024 beim Gas.

wies darauf hin, dass man im europäischen Vergleich wegen der Energiewende in Deutschland den größten Investitionsbedarf in Netze habe. "Wir bekommen nun aber eine im europäischen Vergleich extrem niedrige Kapitalverzinsung." Das passe nicht zusammen.

Es gibtauch ganz andere Sichtweisen. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) vertritt Strom- und Gaslieferanten, die kein eigenes Netz haben und Durchleitungsgebühren für die Netznutzung zahlen. BNE-Geschäftsführer Robert Busch nannte es "enttäuschend, dass die Bundesnetzagentur die Chance verspielt, Verbraucher, Industrie und Gewerbe deutlicher zu entlasten". Überhöhte Netzrenditen machten den Strom nun weiterhin unnötig teuer. "Gerade in Zeiten steigender Energiepreise muss jeder Spielraum genutzt werden, um staatlich veranlasste oder regulierte Bestandteile beim Strompreis zu reduzieren", sagte Busch.

Busch verwies auf ein von seinem Verband und vom Energieversorger Lichtblick in Auftrag gegebenes Gutachten, demzufolge ein Kapitalmarktzins von nur 3,79 Prozent bei Neuanlagen und damit 1,28 Prozentpunkte weniger als jetzt beschlossen angebracht gewesen wäre. "Netz-Investitionen wären auch bei einer wesentlich deutlicheren Senkung noch immer ein lukratives Geschäft für die Betreiber."

Auch Verbraucherschützer schüttelten mit dem Kopf. Die neuen Zinssätze seien viel zu hoch, sagte Thomas Engelke vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Der Verbraucher müsse auch künftig viel zu tief in die Tasche greifen als dies für einen funktionierenden Netzausbau nötig sei.

Den einen ist die Senkung also zu stark, den anderen ist sie zu schwach. Aus Sicht der Grünen-Bundestagsabgeordneten Ingrid Nestle wurde hingegen ein guter Mittelweg gefunden. "Die aktuelle Rendite sichert meiner Einschätzung nach die Finanzierung des Netzausbaus, ohne Verbraucherinteressen zu ignorieren", sagte die Politikerin.

@ dpa.de