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VODAFONE, GB00BH4HKS39

BONN - Die Nachfrage nach eigenen 5G-Mobilfunknetzen kommt unter deutschen Firmen allmählich in Schwung.

21.09.2020 - 05:59:07

Deutschlands Firmen setzen immer stärker auf eigene Mobilfunknetze. Inzwischen hätten 74 Unternehmen ein lokales Spektrum zur Eigennutzung bekommen, teilte die Bundesnetzagentur auf Anfrage mit. Das sind deutlich mehr als im Juni, als es 46 waren. Zudem lägen noch vier Anträge vor. Es geht um sogenannte Campusnetze, deren Funksignale nur lokal in einer Fabrik, einer Lagerhalle oder auf einem Feld gesendet werden. Die rasend schnelle Übertragung mit hoher Kapazität im neuen Mobilfunkstandard 5G soll die Datennutzung verbessern - Maschinen werden vernetzt, der Lagerbestand wird genau erfasst und Transportfahrzeuge können eigenständig umherfahren.

und Evonik gehören dazu sowie einige Hochschulen mit technischem Schwerpunkt.

Im Digitalzeitalter gewinnen Daten an Wert für die Industrie - mit Campusnetzen haben sie Oberhoheit über die Daten. Solche Netze sind vom normalen Mobilfunk abgeschnitten, was sie vor Hackerangriffen schützt. Geht man mit seinem Handy an einer Fabrik vorbei, wird das dortige Campusnetz nicht angezeigt auf der Liste verfügbarer Netze.

Die Mobilfunk-Unternehmen waren zunächst wenig begeistert, als die Bundesnetzagentur erstmals lokale Frequenzen für Firmen anbot - aus Sicht der Deutschen Telekom und Vodafone wurde ihnen dadurch ein Teil des wertvollen Spektrums vorenthalten, das sie gern selbst benutzt hätten. Inzwischen haben sich die Telekommunikationsunternehmen aber mit der Situation arrangiert und bieten Dienstleistungen an.

"Es gibt durchaus einige Unternehmen, die solche Campusnetze eigenständig aufbauen wollen", sagt ein Vodafone-Sprecher. Allerdings wollten die allermeisten Konzerne doch lieber mit einem Telekommunikationsunternehmen zusammenarbeiten, um solche Netze an einzelnen Standorten zu errichten. Derzeit sei Vodafone mit 200 Unternehmen im Austausch, die Interesse an einem gemeinsamen Campusnetz-Ausbau haben. Hierbei nutzen die Firmen entweder Frequenzen vom Netzbetreiber - oder sie greifen auf das lokale Spektrum zurück, das die Netzagentur für sie gewissermaßen reserviert hat. Eine Sprecherin der Deutschen Telekom berichtete ebenfalls von eigenem Campusnetz-Geschäft.

Vodafone hat zum Beispiel in Hamburg ein 5G-Netz für die Lufthansa Technik gebaut. In einem Hangar erhalten Flugzeuge ihre Innenausstattung, etwa Sitze. Früher wurde dort Festnetz-Internet über W-Lan benutzt, dessen Signal aber zu schwach war für das Innere des Flugzeugrumpfs. Mit der neuen 5G-Verbindung sehen Mechaniker nun über Augmented-Reality-Technik, wie der Rumpf aussehen und welches Teil wo verbaut werden soll. Am Düsseldorfer Klinikum wiederum baut Vodafone ein 5G-Campusnetz, wodurch Patienten "digitale Pflaster" benutzen können - stimmen ihre Vitalwerte nicht, wird Alarm geschlagen.

Bisher liegen die Campusnetze im Frequenzbereich 3,6 und 3,7 Gigahertz. Am Jahresende will die Bonner Behörde zudem ungenutztes Spektrum auf 26 Gigahertz bereitstellen - die Reichweite ist hier gering, die Datenkapazität aber riesig. Aus der Telekommunikationsbranche hieß es, dieses Spektrum wäre nur eine Ergänzung zu einem bestehenden Netz.

@ dpa.de