DEUTSCHE TELEKOM AG, DE0005557508

BONN - Die Deutsche Telekom am Donnerstag in Bonn mitteilte.

08.11.2018 - 12:05:43

Deutsche Telekom nach starkem dritten Quartal erneut optimistischer. In den USA gewinnt der Konzern weiter viele Kunden und verdient immer besser, aber auch in den anderen Regionen lief es besser. "Es geht in allen Bereichen des Konzerns bergauf", sagte Telekom-Chef Tim Höttges.

am Donnerstag in Bonn mitteilte. In den USA gewinnt der Konzern weiter viele Kunden und verdient immer mehr, aber auch in den anderen Regionen lief es besser. "Es geht in allen Bereichen bergauf", sagte Telekom-Chef Tim Höttges.

Da die US-Sparte ihre eigene Prognose erneut erhöht hatte, hatten Experten schon mit einem höheren Ziel beim operativen Ergebnis gerechnet. Es ist bereits die dritte Erhöhung für das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in diesem Jahr, das nun auf Basis der Wechselkurse von vergangenem Jahr 23,6 Milliarden Euro erreichen soll.

Aber auch bei der Entwicklung der freien Barmittel ist die Telekom nun optimistischer. An den sogenannten Free Cashflow hat der Konzern die Ausschüttung an die T-Aktionäre geknüpft. Die Ausschüttung von Dividenden sowie Zahlungen für Mobilfunklizenzen ausgeklammert soll der Barmittelzuflusses im Gesamtjahr bei rund 6,3 Milliarden Euro liegen und damit 100 Millionen höher ausfallen.

Allerdings bleibe es bei dem im Mai präsentierten Dividendenvorschlag für das laufende Geschäftsjahr von 70 Cent je Aktie, sagte Finanzchef Thomas Dannenfeldt. Die T-Aktie lag gegen Mittag knappe 0,2 Prozent im Plus. Die erhöhte Prognose für den Free Cashflow sei eine kleine positive Überraschung, schrieb Commerzbank-Analystin Heike Pauls. Auch das organische Wachstum sei ordentlich. Polo Tang von der UBS sprach von einem weiteren soliden Quartal.

Auch in Deutschland, Europa und bei T-Systems verdiente das Unternehmen besser als ein Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte im dritten Quartal konzernweit um knapp fünf Prozent auf 19,1 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 8,5 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich stieg der Konzerngewinn bei 1,11 Milliarden Euro auf mehr als das Doppelte. Im Vorjahr hatten Sondereffekte den Gewinn deutlich geschmälert.

In den USA weist die Telekom nach wie vor die größten Wachstumsraten bei Umsatz und operativem Gewinn aus. Besonders kräftig fiel im abgelaufenen Quartal aber auch das Plus im europäischen Ausland aus. Für dieses Jahr hatte Finanzchef Dannenfeldt die erste operative Gewinnsteigerung seit Jahren versprochen. Zum Wachstum trug bei, dass in den Monaten August und September der für 1,8 Milliarden Euro übernommene österreichische Kabelanbieter UPC Austria erstmals einbezogen wurde.

Auch in Deutschland geht die Strategie üppigerer Tarife dank der guten konjunkturellen Lage immer mehr auf. Die Umsätze mit Mobilfunkdienstleistungen stiegen im Vorjahresvergleich um 3,1 Prozent, wenn Regulierungseinschnitte herausgerechnet werden. In der Gesamtsparte Deutschland gingen die Umsätze zwar um fast ein Prozent zurück, was laut dem Unternehmen aber an der Änderung von Bilanzierungsregeln lag.

Für Höttges ist derzeit aber nicht alles rosig. "Das politische Wetteifern um 5G-Ausbauauflagen macht mir Sorge", sagte der Telekom-Chef. Im kommenden Frühjahr steht die erste Mobilfunk-Frequenzauktion für den neuen, schnelleren Datenfunk 5G auf dem Plan. Es gebe in Deutschland eine Behörde, die sich professionell um die Bedingungen der Lizenzvergabe kümmere, sagte Höttges. Die Bundesnetzagentur will gegen Ende des Monats ihre Auktionspläne bekanntgeben.

"Wer National Roaming fordert, stellt sich gegen den Ausbau im ländlichen Raum", kritisierte der Manager Forderungen von Politikern und Konkurrenten. Unter anderem hatte United-Internet-Chef Ralph Dommermuth das sogenannte National Roaming - also die Mitnutzung bestehender Netze - für Technologien bis zum aktuellen Datenstandard LTE gefordert, damit sich ein Neueinstieg von Wettbewerbern in die nächste Generation 5G überhaupt lohne.

Die Telekom kritisiert solche Gedankenspiele schon länger - nach ihrer Darstellung rechnet sich für den Konzern der Aufbau neuer Netze dann kaum, vor allem in dünn besiedelten Regionen. Höttges warnte vor einem aus seiner Sicht "industriepolitischen Kahlschlag".

Die seit Jahren schwächelnde IT-Tochter T-Systems konnte im Vorjahresvergleich ebenfalls etwas zulegen. Unter anderem verzeichnete die Telekom hier Wachstum bei Cloud-Angeboten, in denen sie Datenspeicher und -verarbeitung in Rechenzentren anbietet. Das Datencenter in Biere bei Magdeburg war zuletzt erst erweitert worden.

@ dpa.de