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Computer, Internet

BONN - Der sogenannte Weisenrat für Cyber-Sicherheit in Deutschland setzt sich für eine Abkehr von komplizierten Vorgaben beim Anlegen von Passwörtern ein.

24.06.2020 - 06:21:24

'Weisenrat für Cyber-Sicherheit' für Umdenken bei Passwort-Regeln. "Es ist ein weit verbreiteter und verständlicher Irrglaube, dass strengere Richtlinien die Qualität der Passwörter steigern", heißt es in dem Jahresbericht der sechs renommierten Professorinnen und Professoren aus dem Bereich Cyber-Sicherheit, der am Mittwoch in Bonn veröffentlicht wurde. Es gebe Situationen, in denen strengere Regeln die Qualität der gewählten Passwörter mitunter sogar verschlechterten.

Besonders wichtig sei, Passwörter nicht mehr mit einem Verfallsdatum zu versehen. "Es ist viel gefährlicher, dasselbe Passwort für mehrere Dienste einzusetzen, als bei einem Dienst das Passwort nicht regelmäßig zu wechseln", sagte Matthew Smith, Professor an der Universität Bonn und am Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE. Ein Wechsel sei nur dann zu empfehlen, wenn es Anzeichen gebe, dass das Passwort ausgespäht oder auf anderem Wege kompromittiert wurde.

In dem Jahresbericht setzen sich die Expertinnen und Experten auch für einen neuen Umgang mit Verschlüsselungstechnologie ein. "Kryptografische Verfahren, Schlüssellängen und Zufallszahlengeneratoren, die heute sicher sind, können morgen schon unsicher sein", sagte Prof. Claudia Eckert, Leiterin des Fraunhofer AISEC und des Lehrstuhls für Sicherheit in der Informationstechnik an der TU München. "Deshalb empfehlen wir für IT-Lösungen, die eine lange Lebenszeit haben können, dass verwendete Algorithmen ausgetauscht oder vorhandene Hardwarekomponenten neu programmiert werden können". So könne man agil auf neue technische Herausforderungen reagieren.

@ dpa.de

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