Anleihen, Kolummne

Börse Stuttgart-News: bonds weekly

17.05.2019 - 12:21:25

Börse Stuttgart-News: bonds weekly. STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Anleihenmarktbericht der Börse Stuttgart

MARKTBERICHT

China trennt sich von US-Anleihen

Der fortwährende Handelsstreit zwischen den USA und China hinterlässt nicht nur am Aktienmarkt

Spuren. Diese Woche veröffentlichte Zahlen belegen, dass China im März US-Anleihen im Wert von

20.45 Milliarden US-Dollar veräußerte - so viele wie seit Oktober 2016 nicht mehr. Noch im

Februar lag die Summe der verkauften US-Anleihen bei lediglich 1,08 Milliarden US-Dollar.

Damit setzt sich der Trend Chinas fort, seinen Anteil an US-Staatsanleihen zu verringern.

Verfügte die Volksrepublik bei Treasuries im Jahr 2010 noch über einen ?Marktanteil? von 14

Prozent, waren dies im Jahr 2018 nur noch deren 8. Trotzdem ist die chinesische Volksrepublik

mit Anleihen im Wert von 1,21 Billionen US-Dollar nach wie vor der größte Gläubiger der USA.

Daran wird sich wohl so schnell auch nichts ändern, würde sich China mit einem sofortigen

Ankaufsstopp und weiteren großen Anleiheveräußerungen selbst schaden. Stünden große Mengen der

von China gehaltenen US-Anleihen zum Kauf, würde deren Wert infolgedessen sinken. Dies würde

dann ebenfalls den Wert der in chinesischer Hand verbleibenden Papiere enorm schmälern. Zudem

würde sich eine solche Verabschiedung aus Dollar-Anleihen womöglich negativ auf dessen Kurs

auswirken. Somit hätte die Exportnation China mit den Folgen einer verteuerten eigenen Währung

zu kämpfen. Auch auf dem Anleihenmarkt bleibt es in Sachen Handelsstreit also spannend.

Grüne Bundesanleihen?

Jüngsten Medienberichten zufolge prüft die Bundesregierung die Emission grüner Staatsanleihen

ab dem Jahr 2020. Damit folgt der Bund einem weltweiten Trend, schließlich wächst der Markt für

sogenannte Greenbonds in den letzten Jahren stetig - wenngleich deren Anteil am Anleihenmarkt

noch verschwindend gering ist. Nichtsdestotrotz geben allein im deutschsprachigen Raum etwa 500

Investmentfonds an, nachhaltig zu sein. Auch haben bereits Staaten wie Frankreich, Belgien und

Polen grüne Anleihen begeben.

Im Falle der Ausgabe einer grünen Bundesanleihe würde sich der Bund dabei wohl am dänischen

Modell orientieren. Hierbei wird die Emission einer Staatsanleihe aufgeteilt: Anleger erhalten

einerseits eine ?klassische? Anleihe, andererseits einen Greenbond mit eigener WKN. Je nach

Höhe des Anteils des grünen Wertpapiers verpflichtet sich der Emittent, in diesem Fall der

Bund, zu Staatsausgaben in ebendieser Höhe für nachhaltige Projekte. Allerdings wird dieser

Anteil bereits getätigten nachhaltigen Ausgaben zugewiesen, weswegen die Bundesmittel für

Klima- und Umweltschutz allein durch die Emission eines Greenbonds nicht steigen. Erweisen sich

diese grünen Staatsanleihen jedoch langfristig zunehmender Beliebtheit, könnte sich dies sehr

wohl auf den Staatshaushalt auswirken: Sobald die Summe der Greenbonds die im Haushalt für

nachhaltige Projekte vorgesehene Summe übersteigt, müsste der Bund das Geld in neue nachhaltige

Projekte stecken.

Bundesanleihen

Die Unsicherheit bei den Anlegern scheint zu wachsen, der Kurs des richtungsweisenden Euro-

Bund-Futures steigt - so ließe sich die bisherige Handelswoche zusammenfassen. Verabschiedete

sich der Euro-Bund-Future letzten Freitag im Vergleich zum Wochenstart mit fast einem

Prozentpunkt mehr ins Wochenende, setzte sich dieser Trend auch heuer fort. Am Montag schloss

der Euro-Bund-Future bei 166,52 Prozentpunkten unweit seines Tageshochs von 166,61

Prozentpunkten. Über den Dienstag hinweg und insbesondere am Mittwoch kletterte der Kurs auf

ein zwischenzeitliches Hoch von 167,43 Prozentpunkten, zum Handelsschluss am Mittwoch stand der

Euro-Bund-Future dann bei 166,94 Prozentpunkten. Damit nicht genug: Bis Donnerstagmittag stieg

der Kurs weiter auf bis zu 167,21 Prozentpunkte an, sodass auch am Tagesende die Hürde von 167

Prozentpunkten überwunden sein dürfte. Ein erneuter Zuwachs von rund einem Prozentpunkt

innerhalb einer Handelswoche scheint damit möglich. Langfristig könnte der Euro-Bund-Future gar

Kurs auf das Allzeithoch von 2016 nehmen, das bei 168,68 Prozentpunkten liegt.

ANLEGERTRENDS

Deutsche Kreditbank begibt Pfandbrief

Die Deutsche Kreditbank AG emittiert einen Social Bond (WKN: SCB001). Dieser ist in

Teilschuldverschreibungen à 1.000 Euro unterteilt und wird am 4. Juni 2029 fällig. Am Ende der

Laufzeit soll eine Rückzahlung der Anleihe zu 100,00% des Nennbetrags erfolgen. Während der

Laufzeit wird die Anleihe mit einer festen Verzinsung von 0,7 Prozent p.a. verzinst.

Nach Angaben der Emittentin handelt es sich bei dem DKB Social Bond um einen Öffentlichen

Pfandbrief. Der Öffentliche Pfandbrief ist eine Schuldverschreibung, die von einer Bank oder

Sparkasse nach den Vorgaben des Pfandbriefgesetzes ausgegeben wird.

Die Zeichnung ist vom 13. Mai 2019 an exklusiv über die Börse Stuttgart möglich -

voraussichtlich bis zum 31. Mai 2019, 12 Uhr - vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung.

Zwanzigjährige Telekom-Anleihe

Unter der WKN A2LQRS emittiert die Deutsche Telekom AG eine neue Anleihe: Diese ist mit einem

Volumen von 300 Mio. EUR ausgestattet und wird zum 29.03.2039 fällig. Zu einem Kupon von 2,25 %

erfolgt die nächste Zinszahlung am 29.03.2020.

Sowohl der handelbare Mindestbetrag als auch die kleinsten handelbaren Einheiten liegen bei

anlegerfreundlichen 1.000 EUR. Von S&P erhält die Deutsche Telekom das Rating BBB+.

Anleihe mit Top-Rating

Die European Investment Bank begibt eine neue Anleihe (WKN: A2R185). Deren Emissionsvolumen

beträgt 3 Mrd. USD, fällig wird die Anleihe zum 24.06.2024. Als Kupon sind 2,25 % ausgewiesen,

Termin der nächsten Zinszahlung ist bereits der 24.06.2019.

Auch im Falle dieser Anleihe belaufen sich der Mindestbetrag der handelbaren Einheit und die

kleinste handelbare Einheit auf je 1.000 EUR. Die European Investment Bank erhält von S&P das

bestmögliche Rating AAA.

Disclaimer:

Der vorliegende Marktbericht dient lediglich der Information. Für die Vollständigkeit und

Richtigkeit übernimmt die Boerse Stuttgart GmbH keine Gewähr. Insbesondere wird keine Haftung

für die in diesem Marktbericht enthaltenen Informationen im Zusammenhang mit einem

Wertpapierinvestment übernommen. Hiervon ausgenommen ist die Haftung für Vorsatz und grobe

Fahrlässigkeit.

Quelle: Boerse Stuttgart GmbH

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Boerse Stuttgart GmbH verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de

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