Kolummne, Deutschland

Börse Frankfurt-News: In bullishem Überschwang

29.11.2017 - 16:37:24

Börse Frankfurt-News: In bullishem Überschwang. FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 29. November 2017. Zu viel Optimisten verderben den Jahresendspurt, weil dem Markt die Phantasie und Nachfrage ausgeht und nach oben zudem Gewinnmitnahmen den Weg blockieren sollten.

Es mag viele gute Gründe dafür geben, warum deutsche Aktien derzeit anscheinend so sehr gefragt sind. Zum einen etwa gute Nachrichten aus den USA von gestern Nacht. Dort scheint die große Steuerreform ein Stück vorangekommen zu sein. Zumindest hat der Budgetausschuss dafür gestimmt, den Entwurf nun dem kompletten Senat vorzulegen. Obgleich damit noch nicht sicher ist, dass diese Vorlage den Senat angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse zugunsten der Republikaner während der kommenden Tage tatsächlich passieren wird, wurde der gestrige Teilerfolg gehörig gefeiert.

Man könnte aber auch als Argument für die positive Börsenstimmung die Fortschritte in Sachen Brexit-Abschlussrechnung nennen. Denn zwei bedeutende britische Zeitungen, der Daily Telegraph und die Financial Times, meldeten gestern Abend, dass zwischen den Unterhändlern der EU und Großbritanniens eine Summe zwischen 45 und 55 Milliarden Pfund als Kompensation für den Ausstieg ins Spiel gebracht worden sei, also erheblich mehr als den Betrag von 20 Milliarden Pfund), den Premierministerin Theresa May als erstes Angebot unterbreitet hatte. Oder ist es allein der Glaube der Börsianer, dass es in jedem Jahr aus guter alter Tradition einfach zu einer Jahresschlussrallye kommen muss, der für die ausnehmend gute Stimmung verantwortlich ist?

An all diese positiven Dinge scheinen die von uns real befragten mittelfristig orientierten institutionellen Investoren unvermindert zu glauben. Denn die ohnehin bereits ausgesprochen bullishe Stimmung hat sich sogar noch einmal gesteigert. Zumindest am Börse Frankfurt Sentiment-Index gemessen, der um 7 Punkte auf ein neues Jahreshoch von +36 Punkte gestiegen ist. Auch wenn sich der DAX im Wochenvergleich in der Punktbetrachtung unverändert zeigt, scheinen von einigen Umfrageteilnehmern noch einmal günstige Kaufgelegenheiten unter der 13.000er Linie wahrgenommen worden zu sein.

Gute Tradition

Bei den Privatanlegern stellt sich das Bild ein wenig anders dar. Deren Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich nämlich nach dem Jahreshöchststand der Vorwoche um 2 Punkte auf einen Stand von +38 Punkte zurückgebildet. Die Veränderungen bei den Bullen und Bären - die Polarisierung zwischen beiden Lagern ist minimal zurückgegangen - sind jedoch kaum nennenswert, wobei uns starke Gewinnmitnahmen ohnehin überrascht hätten. Denn während des Berichtszeitraums gab es gegenüber dem Erhebungskurs von heute beim DAX nur geringe Buchgewinne zu verzeichnen.

Damit bleibt die Situation beim DAX nach gängiger Lesart nicht ungefährlich. Gerade weil der Optimismus der institutionellen Anlegern sich noch einmal (höchstwahrscheinlich zu fallenden Kursen) erhöht hat, das Börsenbarometer aber per Saldo trotz all der guten Nachrichten bislang nicht wirklich davon profitieren konnte. Tatsächlich besteht sogar die Gefahr, dass die Gewöhnung an die optimistischen ökonomischen Einschätzungen dies- und jenseits des Atlantiks in den kommenden beiden Wochen ein erhöhtes Enttäuschungspotenzial mit sich bringen. Auch stellt sich die Frage, ob angesichts der guten US-Nachrichten der DAX zurzeit überhaupt von internationalen Kapitalzuflüssen profitieren kann. Denn hierzu bedürfte es zusätzlicher positiver Phantasie, die jedoch weitgehend gesättigt scheint.

Vielmehr dürfte aufgrund des bereits bestehenden großen Optimismus und der damit verbundenen Engagements zusätzliche Nachfrage nicht ohne weiteres kreiert werden können. Zieht man außerdem in Betracht, dass ein großer Teil der Optimisten bereits seit Anfang November nicht mehr auf seine Kosten gekommen ist, kann man davon ausgehen, dass diese Engagements im Falle einer tatsächlich aufkommenden Jahresendrallye nicht allzu lange gehalten werden - wir vermuten störende Abgaben im Bereich um 13.300 DAX-Zähler. Deswegen können wir auch in dieser Woche für den DAX keine Entwarnung geben und möchten an einen nachhaltigen Aufschwung trotz der vielerorts bestehenden Hoffnung auf eine traditionsgemäße Jahresendrallye derzeit nicht glauben.

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de

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