Kolummne, Deutschland

Börse Frankfurt-News: Anleihen: Lieber auf der sicheren Seite

17.05.2019 - 14:48:23

Börse Frankfurt-News: Anleihen: Lieber auf der sicheren Seite. FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 17. Mai 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Aktienmärkte haben sich diese

Woche wieder viel freundlicher gezeigt, gleichzeitig sind Bundesanleihen

gesucht wie schon lange nicht mehr.

Die Handelsstreitigkeiten zwischen USA und China sowie der US-Konflikt mit

dem Iran geben weiter den Takt vor. "Alles richtet sich nach Trump", bemerkt

Arthur Brunner von der ICF Bank.

Dabei signalisiert der Anleihemarkt - anders als der Aktienmarkt -

Risikoscheu. "Sichere Häfen" sind gesucht: Der Euro-Bund-Future liegt am

Freitagmorgen bei 167,03 Punkten - das ist der höchste Stand seit September

2016. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren weiter im Minusbereich, aktuell

sind es minus 0,11 Prozent.

"Auch kommende Woche dürften politische Faktoren den Markt dominieren",

meint Markus Koch von der Commerzbank. Denn der Fokus der Investoren dürfte

auf der bevorstehenden Europa-Wahl liegen. Der allgemein erwartete Zuwachs

EU-kritischer Parteien werde die ausländische Investorenbasis aber kaum

schwächen. "Denn von einer Mehrheit im Parlament werden sie weit entfernt

bleiben, und in Berlin und Paris wird sich an dem grundsätzlichen Bekenntnis

zu Europa und dem Euro nichts ändern."

Italien schert sich nicht um EU-Defizitregeln

Unterdessen sorgt Italien erneut für Unsicherheit: Vize-Regierungschef

Salvini äußerte bei einem Fernsehauftritt, dass die Defizitgrenze der EU

nicht nur überschritten werden könne, sondern sogar müsse. Die Rendite für

zehnjährige italienische Staatsanleihen kletterte wieder auf 2,64 Prozent.

"Damit nähert sich Italien Griechenland an", erklärt Brunner. Dort sind es

aktuell 3,3 Prozent für zehnjährige Staatsanleihen. "Die Rendite für

Spaniens Zehnjährige ist hingegen auf ein Allzeittief von 0,85 Prozent

gefallen, für portugiesische Staatsanleihen liegt sie bei nur 1,03 Prozent."

Katjes-Anleihe bleibt beliebt

Unverändert hohe Umsätze im Corporate-Bereich verzeichnet Brunner in der

Katjes-Anleihe (WKN A2TST9) mit Laufzeit bis 2024 und Kupon von 4,25

Prozent, die mittlerweile zu 106 Prozent gehandelt wird. Gut sei auch die

Nachfrage nach der Porr-Anleihe (WKN A19CTJ) mit Kupon von 5,5 Prozent.

Ein weiter hohes Handelsaufkommen meldet Beate Mägerle von der Walter Ludwig

Wertpapierhandelsbank in einer ThyssenKrupp-Anleihe (WKN A2TEDB). Nach dem

Scheitern der Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata waren in

dieser Woche Gerüchte aufgekommen, dass der finnische Konkurrent Kone die

Aufzugsparte übernehmen könnte. Ebenfalls nachrichtengetrieben viel

gehandelt wurden Bayer-Anleihen (WKN A11QR6).

Durch die schlechten Unternehmenszahlen gerieten Thomas Cook-Anleihen unter

die Räder, wie Rainer Petz von Oddo Seydler berichtet: Der bis 2022 laufende

Bond mit Kupon von 6,25 Prozent fiel von 63 auf 46 Prozent. Nach dem

verpatzten Aufstieg des HSV in die Bundesliga wollten Anleger von der HSV

Fußball AG-Anleihe (WKN A2TR0Y) offenbar vorerst nichts mehr wissen, wie

Mägerle außerdem feststellt, dann setzte aber eine Erholung ein. Weiter sehr

gefragt sei die neue Otto-Anleihe (WKN A2TR80), die bis 2026 2,625 Prozent

bietet.

S-Immo und Terragon neu am Start

Neues gab es Mägerle zufolge in dieser Woche von S-Immo (WKN A2R195), der

österreichischen Immobiliengesellschaft. Das Papier läuft bis 2026, bietet

einen Kupon von 1,875 Prozent und hat die kleinanlegerfreundliche Stückelung

von 500 Euro.

Eine Debüt-Anleihe voll platzieren konnte der Immobilienvermarkter Terragon

(WKN A2GSWY), wie Petz feststellt. Die Anleihe hat einen Kupon von 6,5

Prozent und läuft bis 2024. Bis voraussichtlich zum 12. Juni kann ein neuer

Bond der Joh. Friedrich Behrens AG, einem Hersteller von

Befestigungstechnik, gezeichnet werden. Dieser läuft bis Juni 2024 und

bietet 6,25 Prozent. Mindestanlagesumme sind 1.000 Euro.

Von: Anna-Maria Borse

17. Mai 2019, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

@ dpa.de

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