Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Einzelhandel, Konsumgüter

BERLIN - Zu den Festtagen kam bei vielen gerade wieder etwas Besonderes auf den Tisch, das auch schon mal mehr kosten kann.

05.01.2021 - 05:58:28

Auswege aus 'Billigstpreisen' für Lebensmittel gesucht. Im neuen Jahr locken in Supermärkten aber gleich neue "Knüller" wie Schweinehack für 23 Prozent weniger oder 2,5 Kilo Hähnchenschenkel im XXL-Pack zu 4,98 Euro. Landwirte protestieren seit Wochen gegen Dauerschnäppchen vor allem bei Fleisch, große Handelsketten sind auch schon auf die Erzeuger zugegangen. Doch der Lebensmittelmarkt bleibt 2021 im Blick der Politik, die dem ständigen Kostendruck deutlichere Schranken setzen will. Auch Verbraucherschützer kritisieren extreme Preiskämpfe - und fordern ein stärkeres Einbeziehen von Kosten für mehr Umwelt- und Tierschutz direkt in die Nahrungsproduktion.

Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands vzbv, Klaus Müller, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es darf nicht so sein, dass Lebensmittel zu Billigstpreisen verschleudert werden." Irgendjemand zahle die Zeche dafür. "Und das sind in vielen Fällen zurzeit die Landwirte." Zur Wahrheit gehörten allerdings auch Praktiken gerade in der konventionellen Landwirtschaft, die weder den Erwartungen der Bevölkerung entsprächen, noch Tierschutz- und Umweltstandards sowie den Klimazielen.

Aus Müllers Sicht dürfen nicht weiter dafür nötige Kosten ausgelagert werden - etwa um Trinkwasser von Pestiziden zu reinigen. "Unterm Strich wäre es sinnvoll, diese Kosten tatsächlich in die landwirtschaftliche Produktion hinein zu rechnen oder erst gar nicht entstehen zu lassen", argumentierte der oberste Verbraucherschützer.

Müller kritisierte: "Wie kann es sein, dass Obst, Gemüse, Milch, Eier, Fleischprodukte preiswerter verkauft werden, als sie hergestellt wurden?" Das nutze nur auf den ersten Blick dem Portemonnaie der Verbraucher. "Wir zahlen die Zeche eben an anderer Stelle." Der vzbv-Chef begrüßte es, dass Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) unfaire Praktiken großer Supermarktketten zu Lasten kleiner Lieferanten unterbinden will. Der Bundestag sollte aber noch eine Schippe drauf legen, um alle Mechanismen zu beenden, die sich in sehr ungleichen Marktbeziehungen eingeschlichen hätten.

Eher zurückhaltend reagierte Müller auf einen Vorschlag Klöckners, auf Verpackungen den Anteil anzugeben, der vom Verkaufspreis an die Bauern geht. "Das ist auf jeden Fall gut gemeint." Nichts spreche bei unverarbeiteten Produkten wie Obst, Gemüse oder Milch dagegen. Dies könne ein Gefühl vermitteln, wie wenig beim Landwirt ankomme und wer sonst noch an Lebensmitteln verdiene. Bei komplexeren, verarbeiteten Produkten stünde aber der Bürokratieaufwand in keinem Verhältnis dazu. "Darum befürchte ich, dass es nicht wirklich zu Ende gedacht ist." Alleine mehr Transparenz löse auch nicht das Problem.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte dazu der dpa, mehr Transparenz bei Preisen sei grundsätzlich gut und richtig. "Die hohen deutschen Erzeugungsstandards müssen belohnt und höher vergütet werden. Das gilt für Fleisch, Milch, Obst und Gemüse in gleichem Maße." Aus Sicht des Bauernverbandes sei dies über einen "Deutschland-Bonus" vorstellbar, der auch an gewisse Erzeugungskriterien gebunden sei.

Nach Bauernprotesten vor Zentrallagern des Handels hatten mehrere Supermarktketten bereits angekündigt, ihre Einkaufspreise für Schweinefleisch zu erhöhen. Deutschen Schweinehaltern macht eine Preiskrise zu schaffen, nachdem Exportmärkte nach dem Auftauchen der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen weggebrochen sind. Ins Auge gefasst wurden etwa auch eine Ombudsstelle zwischen Handel und Landwirtschaft sowie eine einheitliche Bezeichnung für "heimische landwirtschaftliche Erzeugnisse", wie der Lebensmittelhandel und die Landwirte-Organisation "Land schafft Verbindung" erklärten.

Ministerin Klöckner moniert ein "massives Machtungleichgewicht" zwischen Erzeugern und Handel. Wer gerne mit regionalen Produkten werbe, müsse sie auch wertschätzen und dafür sorgen, dass Bauernfamilien von der Produktion leben könnten, mahnte sie kurz vor dem Jahreswechsel. Per Gesetz will die Ministerin unfaire Handelspraktiken verbieten - etwa kurzfristige Stornierungen von Anlieferungen oder einseitiges Ändern von Lieferbedingungen. Daneben solle der Handel einen Verhaltenskodex mit den Landwirten vereinbaren

- ein Entwurf sei für Januar zugesagt.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

POLITIK: Österreichs Kanzler für europäischen Impfpass nach Vorbild Israels. "Ich setze mich dafür ein, dass wir in Europa einen grünen Pass zusammenbringen, wie es ihn in Israel gibt, am besten digital am Handy, wo jeder wieder alle Freiheit zurückbekommt, die wir so sehr schätzen", sagte Kurz am Mittwochabend auf "Bild live". BERLIN - Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich für einen europäischen Impfpass nach dem Vorbild Israels ausgesprochen. (Wirtschaft, 24.02.2021 - 23:15) weiterlesen...

Spahn weist Kritik wegen schleppender Zulassung von Tests zurück. Die Zuverlässigkeit solcher Tests müsse genau geprüft werden, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend im ZDF-"heute journal". Man dürfe sich dabei nicht allein auf die Angaben der Hersteller verlassen und Menschen "in falscher Sicherheit wiegen". "Zu viele falsche Ergebnisse können fatale Folgen haben", sagte Spahn. BERLIN - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Kritik am Tempo der Zulassung von Corona-Selbsttests in Deutschland zurückgewiesen. (Boerse, 24.02.2021 - 22:56) weiterlesen...

Nach Beratung: Streit um Brexit-Regeln für Nordirland schwelt weiter. Das sogenannte Joint Committee der Europäischen Union und Großbritanniens schaltete sich am Mittwoch zu einer Online-Konferenz zusammen, doch blieb eine gemeinsame Erklärung anschließend vage. LONDON/BRÜSSEL - Trotz versöhnlicher Worte beider Seiten ist im Gezerre um die Brexit-Regeln für die britische Provinz Nordirland noch keine Lösung in Sicht. (Wirtschaft, 24.02.2021 - 21:57) weiterlesen...

Zahl der Corona-Intensivpatienten sinkt unter 3000. Am Mittwochmittag wurden 2955 Covid-19-Kranke auf Intensivstationen behandelt, wie aus Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorgeht. Mehr als die Hälfte davon (59 Prozent) wurden beatmet. Zuletzt lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten vor mehr als drei Monaten, Anfang November, unter 3000. Bis Anfang Januar stieg sie dann auf mehr als 5700. Seither sinkt sie kontinuierlich. BERLIN - Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland ist unter die Marke von 3000 gesunken. (Wirtschaft, 24.02.2021 - 20:05) weiterlesen...

Impfstau hemmt Corona-Schutz - Lehrkräfte oder Kranke zuerst?. Am Mittwoch trat eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Kraft, mit der Beschäftigte an Grundschulen, Kitas und in der Jugendhilfe vorgezogen werden können. Infrage kommen zunächst vor allem mehr als eine Million bei den Ländern lagernde Dosen des Herstellers Astrazeneca . Spahn und Deutschlands Kassenärzte dringen auf ein höheres Impftempo. Eine vorrangige Öffnung einzelner Lebensbereiche für Geimpfte lehnt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab. BERLIN - Angesichts hunderttausender ungenutzter Corona-Impfdosen in den Ländern kocht die Debatte über die nächsten Impfgruppen hoch. (Boerse, 24.02.2021 - 19:24) weiterlesen...

Designierter CIA-Chef: China stellt USA vor große Prüfung. "China zu übertrumpfen wird entscheidend für unsere nationale Sicherheit in den kommenden Jahrzehnten sein", sagte Burns am Mittwoch bei einer Anhörung im US-Senat, der ihn für das Amt bestätigen muss. Der frühere Karrierediplomat war unter dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama Vize-Außenminister der Vereinigten Staaten. WASHINGTON - Aus Sicht des designierten Chefs des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, William Burns, stellt China die USA vor ihre "größte geopolitische Prüfung". (Wirtschaft, 24.02.2021 - 19:21) weiterlesen...