Medien, Produktion

BERLIN - Zeitungsverleger haben eine Entschuldigung des Verbandspräsidenten und Springer-Chefs Mathias Döpfner zu einer umstrittenen privaten SMS angenommen.

24.11.2021 - 17:47:01

Nach SMS - Verleger akzeptieren Entschuldigung von Axel-Springer-Chef Döpfner. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) teilte am Mittwoch nach einer regulären Sitzung des Präsidiums mit: "Mathias Döpfner stellte zu Beginn der Sitzung das Zustandekommen und den Kontext seiner privaten Äußerung noch einmal dar und bekräftigte seine inhaltliche Distanzierung und ausdrückliche Entschuldigung.

Der Chef des Axel-Springer-Konzerns ("Bild", "Welt") hatte in der älteren Kurznachricht an den Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre über den vormaligen und seit einigen Wochen von seinen Aufgaben entbundenen "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt geschrieben: "Er ist halt wirklich der letzte und einzige Journalist in Deutschland", der noch "mutig" gegen den "neuen DDR-Obrigkeitsstaat" aufbegehre. "Fast alle anderen sind zu Propaganda Assistenten geworden. Da macht sich einer jeden Tag viele mächtige Feinde." Die US-Zeitung "New York Times" hatte im Oktober in einem Bericht aus der Textnachricht zitiert und sie so öffentlich gemacht.

Springer hatte den Inhalt danach als Ironie eingeordnet. In der Verlagsbranche gab es Kritik, zum Teil wurde sie auch öffentlich geäußert. Döpfner hatte als Verbandspräsident in einem Schreiben an die Verlage dann sein Bedauern ausgedrückt. Zugleich bat er um Unterstützung "bei den verbandlichen Aufgaben". Der BDZV kündigte dann an, dass das Präsidium in der nächsten Sitzung über die Kritik an der Textnachricht reden würde.

Das Gremium hielt in der Sitzung am Mittwoch laut Verbandsangaben fest, dass unstreitig sei, dass die Diskussion über "angebliche Haltungen und Standpunkte" des Präsidenten dem Verband nicht gut getan habe. Die Formulierungen in der Textnachricht seien selbstverständlich inakzeptabel, das Präsidium habe sich einmütig zu unabhängigem Journalismus sowie Presse- und Meinungsfreiheit bekannt. Der BDZV teilte auch mit: "Nach der konstruktiven Diskussion stelle dies aber keinen Grund dar, die sehr erfolgreiche Arbeit des Präsidiums in den vergangenen Jahren in Frage zu stellen."

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) veröffentlichte Anfang November ein Interview mit Döpfner, in dem die Zeitung auf Stimmen verwies, die seinen Rücktritt als Verbandspräsident forderten und fragte, ob er zurücktrete. Der Springer-Chef antwortete unter anderem: Der Verband habe viel erreicht, das Wichtigste liege noch vor ihm. Zugleich sagte Döpfner: "Aber wenn eine Mehrheit der Mitglieder findet, dass ich durch eine sehr unglückliche Formulierung in einem privaten Meinungsaustausch zur Belastung für den Verband geworden bin, dann werde ich das selbstverständlich akzeptieren."

@ dpa.de

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